Scharah
Hallo liebe Stilberaterinnen, Erstmal möchte ich Ihnen für Ihre Unterstützung danken. Bisher war ich nur eine stumme Mitleserin und habe alleine dadurch schon so manche Phase besser überstanden. Nun konnte ich aber keinen passenden Beitrag zu meinem Problem finden und wende mich deswegen persönlich an Sie. Mein Sohn ist sieben Monate alt und ein echter Sonnenschein mit unglaublich viel Energie. Er scheint sicher an mich gebunden zu sein und hat ein stark ausgeprägtes exploratives Verhalten. Er wird voll gestillt. Mittags isst er sehr wenig Brei und Abends isst er auch nur wenig Brei Mittlerweile stille ich ihn ca. alle drei Stunden. Immer in der Hoffnung dass er dabei einschläft (sofern er müde ist). Momentan zahnt er. Ich biete ihm Zahnungshilfen an und gelegentlich massiere ich sein Zahnfleisch mit Zahnungsgel. Seit ein paar Wochen haben wir folgendes Problem: Jedes Mal wenn ich ihn tagsüber Stille weint, schreit und beißt er. Das Beißen führe ich auf das Zahnen zurück. Diese Phase hatte er bei den ersten Zähnen ebenfalls. Er lässt sich beim Stillen unglaublich schnell ablenken. Deswegen versuche ich ihn immer zurückgezogen und mit möglichst wenig Reizen zu stillen. Macht aber kaum einen Unterschied. Also beim Stillen dreht er sich ständig weg und meckert lautstark. Ich lege ihn dann immer wieder an und wechsle die Seiten bis er irgendwann ruhig nuckelt und einschläft. Oft fühlt es sich so an als würde ich ihn zwingen müssen. Ich merke, dass ich so langsam am Ende mit meiner Geduld bin. All die Lieder zur Beruhigung kann ich schon nicht mehr singen weil sie für mich so negativ belastet sind. Ich möchte ihn so gerne liebevoll stillen und auch gerne in meinem Arm schlafen lassen. Aber eigentlich bin ich tagsüber nur noch total abgenervt sobald er müde wird. Natürlich spürt er das. So schließt sich wohl der Teufelskreis. Abends nach unserem Ritual schläft er ruhig an der Brust ein und nachts bedient er sich auch wie er eben möchte. Wir haben also nur tagsüber dieses Theater. Vermutlich wehrt er sich einfach so sehr gegen das Einschlafen weil er so motiviert ist die Wohnung zu entdecken. Ich habe jedoch für diesen ständigen Kampf keine Kraft mehr und würde lieber tagsüber abstillen. So könnte auch mal jemand anderes übernehmen. Allerdings habe ich Angst ihn frühzeitig unnötig abzustillen. Vorallem weil es nachts so super klappt und ich unserer guten Bindung nicht schaden möchte. Haben Sie einen Rat für mich?
Liebe Scharah, wenn ich Deine Zeilen so lese, denke ich, dass auch ein anderes Problem die Ursache sein könnte. Du schreibst, dass Dein Sohn in der Nacht ohne Probleme trinkt und nur am Tag das beschriebene Verhalten zeigt. Kann es sein, dass Dein Kleiner einen Schnuller oder die Flasche bekommt? Wenn ja, könnte es auch sein, dass Dein Kleiner nur im Halbschlaf instinktiv richtig trinkt. Falls es so ist, würde ich zunächst alle künstlichen Sauger mal weglassen und schauen, ob sich die Situation verbessert. Sicherlich könntest Du auch tagsüber abstillen, musst dann aber noch die Flasche anbieten, weil Dein Sohn zu jung ist für alleinige Beikost, von der er ja sowieso noch nicht viel isst. Da kann es leider passieren, dass er sich ganz zur Flasche hin abstillt und die Brust irgendwann ganz verweigert. Wenn Du also zufüttern möchtest, solltest Du eine alternative Fütterungsmethode wählen (z.B.Becher, Soft Cup). Auch wäre es sicher nicht verkehrt, wenn sich eine Kollegin vor Ort die Saugtechnik Deines Kindes mal ansehen würde, vielleicht kann sie Dir weitere Tipps geben. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß Biggi
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