Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillproblem & Abstillen

Frage: Stillproblem & Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi! Meine Tochter (1. Kind) ist 6 Monate alt und wird noch vollgestillt. Leider schläft sie mir seit 5 Tage nicht mehr durch und hat nachts Hunger. Ich habe schon beim Kinderarzt angerufen und der sagte ich soll abends eine Folgenahrung HA2 (Flasche) geben. Das wollte ich heute probieren aber es klappte nicht. Sie wollte die Flasche einfach nicht. Liegt es vielleicht an den Saugern oder an der Milch? Gibt es einen Trick wie sie die Flasche nimmt? Oder was könnte ich noch ausprobieren? Ich möchte auch anfangen abzustillen und dachte mir, wenn sie abends die Flasche nimmt (nach ca.1-2 Wochen) dann anfange mittags Frühkarotten zu geben. Und wie sieht es dann mit Flüssigkeit aus (was gebe ich ihr dann zu Trinken beim Brei oder Gläschen)? Vielen Dank schon im vorraus! Conny


Biggi Welter

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? Liebe Conny, wenn Du abstillen willst, dann ist das etwas, was Du selbst entscheiden und durchführen musst, doch mach dir keine allzu großen Hoffnungen, dass damit die Nächte ruhiger werden. Das Schlafverhalten hat nämlich nur sehr wenig damit zu tun, wie das Kind ernährt wird. Das mit der angeblich besseren Sättigung ist leider auch eine Marketingsache, denn schließlich wollen Eltern ja zufriedene und ruhige Babys. Doch die Zufriedenheit lässt sich nicht wirklich daran ablesen, dass das Kind besonders ruhig ist oder besonders lange schläft. Es ist außerdem ein Trugschluss zu glauben, dass ein Baby am Abend nur ausreichend „abgefüllt" werden müsse, um ruhigere Nächte zu erreichen. Wer auch immer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass Beikost oder künstliche Säuglingsnahrung besonders lange „vorhalten" und Kinder dann länger schlafen, der hat vielleicht ein Ausnahmekind gehabt oder eventuell sogar gar keines. Ich will nicht behaupten, dass es nicht manchmal tatsächlich so ist, dass ein Baby länger schläft, wenn es am Abend einen Brei oder eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder die nächste Stufe dieser Nahrung) bekommt, aber es ist keinesfalls die Regel (und vielleicht sogar einfach nur Zufall) und nicht wenige Kinder schlafen nach einer „Reichhaltigen Abendmahlzeit" sogar noch schlechter. Die Fähigkeit länger zu schlafen, hängt nicht von der Art der Nahrung und auch nicht von der Menge der Nahrung ab. Das wurde inzwischen in Studien hinlänglich festgestellt und haben auch schon viele Eltern erkennen und erleben müssen. Es ist ein Reifungsprozess beim Kind, der von Kind zu Kind unterschiedlich schnell verläuft. Gerade ab etwa vier Monaten bis sechs wachen viele Kinder nachts (wieder) vermehrt auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass dem Kind die Muttermilch nicht mehr ausreicht und schon gar nicht, dass die Qualität der Muttermilch nachlassen würde (das tut sie sicher nicht). Es ist vielmehr eine entwicklungsbedingte Sache. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht. Für die Mütter ist es meist schwer, diesen „Rückschritt" zu akzeptieren. Doch in Wirklichkeit ist es ein Fortschritt, denn Ihr Kind hat wichtige neue Entwicklungsschritte gemeistert und ist dabei noch weitere anzugehen. Die meisten Stillkinder lehnen die Flasche zunächst ab. Die Techniken beim Trinken der Brust bzw. der Flasche unterscheiden sich völlig voneinander. Das Baby empfindet den Flaschensauger wahrscheinlich als etwas Befremdliches, dem es nichts abgewinnen kann. Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt „Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: • die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist • das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln • den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut • den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen • verschiedene Saugerformen und Lochgrössen ausprobieren • verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen • versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern • geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche. Im gesamten ersten Lebensjahr kann der Flüssigkeitsbedarf eines Babys vollständig über die Muttermilch gedeckt werden, vorausgesetzt, es wird weiterhin nach Bedarf gestillt. Dennoch ist es sinnvoll parallel zur Einführung der Beikost auch den Becher mit Wasser einzuführen. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft ist nicht notwendig. Wieviel Flüssigkeit ein Baby zusätzlich zur Beikost braucht, hängt davon ab, wieviel Beikost es isst, wie warm es ist, wie aktiv das Kind ist und einigem anderen mehr. Ein Kind, dass noch viel breiartige Kost isst, bekommt zudem über die Nahrung relativ viel Flüssigkeit. Biete deinem Kind zur Beikost immer Wasser an, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft ist nicht notwendig. Solange der Urin des Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. LLLiebe Grüße Biggi


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Hallo, Conny, mir scheint, Du hattest das Glück, dass Dein Kind bisher durchgeschlafen hat... :-) aber: die Gesundheitsrisiken künstlicher Babynahrung zu riskieren, damit das Kind durchschläft, ist doch einen Gedanken wert... auch wenn es wenige zugeben wollen: künstliche Babynahrung istmit Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind verbunden,das wird leider immer nur totgeschwiegen, weil sich die Scharen von Flaschenmüttern ja nciht schlecht fühlen sollen und die arme Babynahrungsindustrie ja nicht vor die Hunde gehen soll. Freu Dich an Deinem gesunden Kind und dass das Stillen klappt... mein Tochter hat auch lang durchgeschlafen und dann nicht mehr. Mir erscheinen die unterbrochenen Nächte natürlicher als die vorher ruhigen... Grüße von Doro


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