Alex0204
Hallo, ich bitte um Ihre Hilfe. Unsere Tochter ist etwas über 10 Wochen alt. Abends hatte sie schon so gut wie immer eine unruhige Phase. Meines Erachtens wird es jedoch schlimmer. Sie fängt so ca. gegen 17:00 an zu weinen und dies hält ca. 2- 3 Stunden an. Oft habe ich sie an den Tagen wo es besonders schlimm ist am Tage kaum oder gar nicht zum Schlafen bekommen. (Das ist am Tage sehr, sehr schwierig und wenn überhaupt nur durch Tragen oder Kinderwagen fahren möglich.) Ich vermute also am Abend eine starke Übermüdung. Außerdem stille ich und gebe ihr die Flasche. Da sie jegliche Flaschen aus ihrem Mund "wirft", haben wir zum Gebrauch nur noch ihre eine Lieblingsflasche. Aus der trinkt sie gut und wird selten unruhig beim Trinken aus der Flasche. An der Brust trinkt sie wenn sie fit ist gut. Oft jedoch wird sie hektisch, schlägt mit den Armen und Beinen um sich und setzt immer wieder ab. Ich gebe ihr dann die Flasche, mit der es dann meist ganz gut klappt. Ich habe ich das Gefühl, dass ihr der Wechsel Brust und Flasche nervöser werden lässt. Kann das auch ein Grund sein? Oder ist das abendliche Schreien eher auf die Übermüdung zurückzuführen? Ich überlege nun deswegen Abzustillen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Liebe Alex0204, auf Anhieb gibt es mehrere mögliche Ursachen für das Verhalten deines Babys. Zum einen erlebt dein Kind jetzt seine Umwelt immer bewusster und muss daher die Ereignisse des Tages verarbeiten. Das bedeutet für manche der kleinen Menschlein, dass sie sehr unruhig sind, weinen und an der Brust ebenfalls unruhig sind. Hier hilft es, die Tage möglichst ruhig verlaufen zu lassen, den Abend sanft ausklingen zu lassen und dem Kind Nähe, Ruhe und Halt zu geben. Keine hektischen Versuche mit immer neuen Ideen das Kind zur Ruhe zu bringen, sondern so wenig „Action" wie möglich. Den Raum abdunkeln, beruhigend mit dem Baby sprechen oder ihm etwas leise vorsingen. Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wird das Baby gut in eine Decke eingewickelt, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn ein Kind auf diese Weise eingepackt ist, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Eine andere Ursache kann der Schnuller oder die Flasche sein. Schnuller können wie alle künstlichen Sauger zu einer Saugverwirrung führen. Ist das Kind dann auch noch erregt oder besonders müde, dann „erinnert" es sich unter Umständen nicht mehr an die korrekte Trinktechnik für die Brust. In diesem Fall hilft nur konsequentes Verzichten auf alle künstlichen Sauger. Eine Saugverwirrung entsteht, wenn ein Kind mit dem Wechsel zwischen den Trinktechniken an Brust und künstlichem Sauger (dazu gehören Flaschensauger, Schnuller und Stillhütchen) nicht zurecht kommt und dann die Brust schlussendlich sogar verweigern kann. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. Am besten besprichst Du mit einer Stillberaterin in deiner Nähe, wie Du vorgehen kannst. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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