Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen und Flasche

Frage: Stillen und Flasche

Mitglied inaktiv

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Hallo, mein Kleiner ist 12 Wochen alt und ich habe bisher voll gestillt. Ich würde ihm gerne abends die Flasche mit Pre Milch geben. Das habe ich auch schon gemacht und das klappt auch gut. Ich habe dann aber das Problem, dass meine Brüste sehr voll sind und mir weh tun, da er dann 6-8 Stunden schläft. Können sie mir einen Tip geben, wie ich das am besten hin bekomme ihn regelmäßig Nachts mit der Premilch zu füttern?? Tagsüber will ich weiterstillen. Danke


Biggi Welter

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Liebe mamaela0311, es lässt sich durchaus beides verbinden, "Zwiemilchernährung" nennt sich das dann. Dabei stillt die Mutter immer dann, wenn es ihr möglich ist, und während ihrer Abwesenheit oder wenn sie eben weniger stillen möchte, erhält das Kind künstliche Milch (z.B. Pre, die der Muttermilch noch am nähesten kommt). Es gibt dabei zwei Möglichkeiten: Das Kind bekommt die Muttermilchersatz- nahrung NICHT aus einer Flasche sondern z.B. aus einem Becherchen. Hat den Vorteil, dass das Kind keine Saugverwirrung entwickeln kann. Hat den Nachteil, dass man das erst üben muss und leicht auch mal etwas daneben geht, wenn das Baby recht unruhig ist. Andererseits kann das Baby eine Flasche bekommen, und man achtet darauf, dass das Trinken aus der Flasche etwas erschwert wird. Man wählt einen Schnuller mit dem kleinstmöglichen Loch, er sollte eine breite "Basis" haben und so tief in Babys Mund eingeführt werden, dass es nicht auf dem "Nippel" des Saugers saugt, sondern wie an der Brust mit aufgeschürzten Lippen an der Basis des Saugers "angedockt" ist. Die Flasche wird möglichst waagerecht gehalten, gerade so schräg, dass Milch den Sauger füllt. Wenn das Baby beim Füttern möglichst im 45 Grad Winkel gehalten wird, dann kann die Schwerkraft nicht dazu beitragen, dass die Milch schnell aus der Flasche fließt. Das Baby muss sich dann auch etwas anstrengen und aktiv saugen, damit die Milch fließt - wie eben an der Brust. Auch eine Flaschenmahlzeit sollte gut 20 Minuten dauern! Auf diese Weise mit der Flasche gefütterte Säuglinge entwickeln viel seltener eine Saugverwirrung und akzeptieren die Brust weiterhin. Wenn Sie den Eindruck haben, dass das Kind nicht gut zurecht kommt mit der Flaschenmilch, können Sie die Milchproduktion durch vermehrtes Stillen auch wieder steigern. Die Brust ist ein eher träges Organ, das sich nur langsam auf Veränderungen einstellen mag, aber es ist tatsächlich möglich, dass sie sich auf unterschiedlich lange Stillintervalle einstellt. In der ersten Zeit werden Sie wohl um das Weckerstellen/Aufwachen zum Ausstreichen nicht ganz drumherumkommen, aber langfristig werden Sie ohne auskommen können. Wie lange es dauert, bis sich das bei einer einzelnen Frau eingependelt hat, ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich. Sie können ein wenig unterstützend eingreifen, indem Sie die Brust immer dann, wenn sie unangenehm voll wird, gerade so weit ausstreichen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Aber nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Also zunächst schon noch Wecker stellen, um etwas Milch auszustreichen, aber die Abstände können dann immer länger ausfallen und schließlich können Sie ganz auf das Ausstreichen verzichten. LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Ok, danke für die schnelle Antwort. Poduziert meine Brust denn dann für die Stillmahlzeiten tagsüber noch genug Milch???


Biggi Welter

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Liebe mamaela0311, ja, wenn Sie oft genug anlegen, ist das kein Problem. Wichtig ist es nur, dass Ihr Baby weiterhin die Brust akzeptiert und sich nicht zur Flasche hin abstillt, deshalb empfehle ich einen Becher. Es gibt auch einen ganz ganz neuen Sauger der Fa. Medela, "Calma", der von den Apotheken noch nicht über den Großhandel bezogen werden kann (aber durchaus direkt bestellt wird bei Medela), der nach einem ganz ähnlichen Vakuumprinzip arbeitet, der allerdings auch recht teuer ist. Angeblich führt die Verwendung eines solchen Saugers nicht zu Saugverwirrungen. LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Ok, danke. Jetzt hab ich noch 2. Fragen. Wenn ich das letzte Mal z.B. rechts Stille und dann abends spät die Flasche gebe, muss ich ja links ausstreichen. Mit welcher Seite Stille ich dann das nächste mal am morgen?? Kann ich so langsam vom Stiilen wegkommen, wenn ich jeder Woche eine Stillmahzeit mehr ersetze???? Dank


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe mamaela0311, geben Sie einfach die Seite, die sich voller anfühlt. Ja, Sie können pro Woche eine Mahlzeit ersetzen. Für das komplette Abstillen sollten Sie in etwa sechs bis acht Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Sie Probleme mit der Brust vermeiden wollen und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. LLLiebe Grüße, Biggi


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