Mina1986
Liebe Stillberaterin, Mein kleiner ist am 18.04.2018 geboren. Ich hatte schon mal in diesem Forum geschrieben, dass mein kleiner nach 3 min stillen extrem unruhig wird und weint. Will dann auch nicht mehr an die Brust. Ich bin zum Arzt gegangen. Es hat sich herausgestellt, dass er zum Osteopathen dringend muss, dass seine Körperhaltung ganz schief ist und dadurch extreme Schmerzen hat. Deswegen sich das Stillproblem. Da ich aber immer zufüttern muss und wenig gestillt habe ( ich stille paar mal am Tag, aber er nimmt sie nicht immer und nach 3 min dreht er sein Kopf weg ), möchte ich jetzt wieder richtig stillen und zwar voll, weil ich das flaschenzubereiten sehr sehr anstrengend finde und ich die Nähe meines Sohnes vermisse. Wie kann ich richtig fortfahren? Was soll ich tun damit ich wieder Milch habe ( malzbier??) Was soll ich machen wenn er wieder anfängt zu weinen, zu kneifen und kratzen? Woher weiss ich, dass er die richtige Menge getrunken Hat? Was mache ich wenn er einschläft ? Herzlichen Dank von einer besorgten Mama
Kristina Wrede
Liebe Mina1986, zu allererst empfehle ich dir, eine Stillberaterin vor Ort zu suchen, die dich punktgenau unterstüzten kann. Du wirst einige Fragen haben in der nächsten Zeit, und per Telefon könntest du schneller Antworten bekommen. Auch kann eine Stillberaterin dich z.B. im Rahmen eines Stillgruppentreffens beim Stillen beobachten und so gezielt Vorschläge machen, was du verändern könntest, damit es besser klappt. Hier übers Netz ist das nicht ganz so gut möglich, aber wir tun natürlich unser Bestes, damit wir dir weiterhelfen können! Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC) Wart ihr denn schon beim Osteopathen? Wenn nicht, ist es JETZT vermutlich schwer, ihn zum längeren Trinken zu bewegen, wenn ihm das Schmerzen bereitet. Was du probieren kannst sind die unterschiedlichen Stillpositionen. Auf der Webseite von La Leche Liga Deutschland e.V. findest du im Downloadbereich unter der Überschrift "Stillinformationen" eine Broschüre zum Thema "Anlegen und Stillpositionen" - sowie viele andere hilfeiche Informationsblätter. https://www.lalecheliga.de/downloads Auch die Frage, wie du deine Milchmenge erhöhen kannst, wird dort beantwortet (im Blatt 10 Tipps: So fließt reichlich Muttermilch). Es ist gar nicht so wichtig, was du trinkst oder isst, sondern wie häufig dein Kleiner an die Brust geht und "effektiv" trinkt, also so saugt, dass Milch fließt und der Milchspendereflex ausgelöst wird. Ob er genug trinkt siehst du daran, dass er eine Pause macht, bzw. insgesamt genug wächst und zunimmt. Du kannst dazu auch die Windelprobe machen, bei der du die Windeln von 24 Stunden sammelst und dann ihr Gewicht mit dem der gleichen Anzahl frischer Windeln vergleichst. Es sollten gut 400 Gramm Unterschied sein. Wenn er beim Stillen einschläft, kannst du ihn entweder schlafen lassen (sofern er gut genug zunimmt) oder es z.B. mit dem Super-Wechselstillen probieren. Dabei legst du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst du es sanft von der Brust und läßt es aufstossen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Möglicherweise braucht dein Baby auch ein bisschen Unterstützung um zu lernen, dass es an der Brust geduldiger sein muss als mit der Flasche. Dort fließt die Milch ja sofort und gleichmäßig, an der Brust eher in Schüben. Hier kann euch die Brustkompression helfen (siehe unten). Wenn dein Kleiner beim Stillen unruhig wird ist das wichtigste, dass du Ruhe bewahrst. Vielleicht kannst du seine Händchen festhalten, vielleicht im Umhergehen stillen, oder wippend auf einem großen Gymnastikball sitzend... Oder du puckst ihn vor dem Trinken (siehe z.B. Informationen hier: https://shop.ideen-rund-ums-kind.de/informationen/pucken-schreibabys/swaddleme-pucken-faq/). Oder nimmst ihn von der Brust, beruhigst ihn und legst ihn wieder an... Was sich für dich eben am besten anfühlt! Ich hoffe, diese Infos helfen ein bisschen weiter. Lieben Gruß, Kristina "Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein. Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes: 1. Es bekommt mehr Muttermilch. 2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch). Die Brustkompression Wie funktioniert sie? 1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand. 2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein. 3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt. 4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt! 5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen. 6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt. 7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt. 8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust. 9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess. (Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006)
Mina1986
Habe was vergessen: Mein Sohn bekommt 100 ml pre Nahrung ( Hipp combiotik ) Nach 1 Max 2 Stunden weint er fürchterlich und nimmt die Hand in den Mund. Er hat schnell wieder Hunger Was mache ich falsch? Soll ich ihm mehr geben ?? Hebamme sagte 100 ml pro Mahlzeit
yvoenche
Du bekommst sicher noch eine Expertenantwort. Ich habe nur deinen Eintrag gelesen. Bei uns war es ähnlich, nur dass er keine schiefe Haltung hatte. Naja kurz um nach Behandlung des Kiss Syndrom wurde es besser. Ich war kurz vor dem abstillen, weil ein permanent schreiendes, nicht ablesbares, spuckendes im Schwall Baby stillen und zufüttern hat mich wahnsinnig gemacht. Kurz um ich hab abgepumpt, gesehen ich habe genug und mich dann einfach ein paar Tage mit ihm verkrochen. Gestillt gestillt gestillt ... nicht ständig gewogen und wenn er nach 1 Stunde trinkt egal. Er hat sich geholt war er brauchte, genug nasse Windeln und zugenommen. Eine stillberaterin sagte mir 5% aller Babys wollen jede Stunde stillen. Mittlerweile weiß ich es ist viel viel viel mehr für ihn als Nahrung. Grad stehen die Backenzähne an und er stillt wieder sehr sehr sehr viel. Was ich sagen wollte, versuche es. Leg ihn an, zieh dich zurück, Kuschel viel und entspanne. Ihr zwei als Team macht das schon. Und wenn die Windeln voll sind und er nach ein paar Tagen wieder zunimmt dann klappt es. Zuerst stagniert das Gewicht wohl, wenn man nicht mehr zufüttert. Ich hab nach 2 Monaten nicht mehr zugefüttert und stille seitdem immer noch (voll) bzw. Mit Beikost und er ist 14 Monate alt.
Mina1986
Vielen vielen dank für die Motivation!
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