Jendriks_Mama
Huhuu Biggi, huhuu Kristina, ich habe euch lange nicht geschrieben, es war einfach nicht nötig ;-). Mein Sohn (17 Monate) und ich haben nach wie vor eine wunderbare Stillbeziehung. Er schnubbelt mal mehr, mal weniger, zum Einschlafen abends immer. Wir sind wirklich sehr zufrieden und bekommen auf wenig "Gegenwind" aus der Verwandtschaft und Bekanntschaft obwohl einige - wie ich meine zu spüren - denken, langsam könne man mal aufhören zu stillen. Nun zu meiner Bitte/Frage/Problem. Vor einigen Tagen war ich bei meiner Frauenärztin. Als sie hörte, dass ich noch stille, sagte sie zu mir: "In einer neuen Schwangerschaft müssten Sie aber bis allerspätestens zur 8-12. Woche abgestillt haben. Am besten früher." Auf meine perplexe Frage: "Warum?" Erklärte sie nur kurz: "Weil die Stillhormone und die Schwangerschaftshormone sich nicht vertragen. Ist einfach so." Ich weiß, dass sie damit nicht ganz Recht hat. Eine meiner besten Freundinnen ist der lebende Beweis, sie stillt seit Januar glücklich tandem. Ich habe länger überlegt, wie ich auf diese Aussage reagieren soll. Ob ich ihr einfach in einer eventuellen weiteren Schwangerschaft gar nicht sagen soll, dass ich noch stille? Oder ob ich mit ihr bei meinem nächsten Besuch (diesen Freitag) noch einmal darüber sprechen sollte? Oder ob ich einfach wenn sie im Zuge einer weiteren Schwangerschaft nach dem Stillen fragen sollte antworte: "ich stille noch und werde es weiterhin tun. Danke für Ihren Rat." Ich habe mich für die mittlere Variante entschieden, da ich die Aussage "Die Still- und Schwangerschaftshormone vertragen sich nicht. Ist einfach so." nicht so stehen lassen möchte. Und ich möchte weder ein Geheimnis noch Konfliktstoff aus dem Stillen machen. Von euch beiden, liebe Biggi und liebe Kristina (und auch ausdrücklich von allen anderen lieben Leserinnen des Forums!), wünsche ich mir nun Quellen, Argumente, wissenschaftliche Aussagen, Literaturtipps ... die besagen, dass das Stillen in einer Schwangerschaft nicht per se von vornherein ausgeschlossen ist. Ich danke im Voraus! Viele, viele liebe Grüße Sarah und Jendrik
Liebe Sarah, eine erneute Schwangerschaft ist kein Abstillgrund. Es ist möglich während der gesamten Schwangerschaft weiter zu stillen und sogar nach der Geburt des nächsten Babys beide Kinder zu stillen (das wird Tandemstillen genannt). Viele Kinder stillen sich allerdings im Laufe der erneuten Schwangerschaft ab, unter anderem deshalb, weil sich der Geschmack der Milch verändert. Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf schadet das Stillen nicht. Die Mutter sollte jedoch auf eine gute und ausgewogene Ernährung achten, um Mangelerscheinungen bei sich selbst zu vermeiden. In der Regel kann eine gut ernährte Mutter, sowohl das ungeborene Baby als auch das gestillte Kind, wenn es älter als ein Jahr ist, ausreichend zu versorgen. Ist das Stillkind noch jünger als ein Jahr, sollte auf seine Entwicklung und seinen Gewichtsverlauf geachtet werden. Die Mutter sollte darauf achten, dass Sie angemessen zunimmt, gesund und nahrhaft isst und genügend Zeit zum Ausruhen hat. Manche Frauen brauchen deutlich mehr zusätzliche Kalorien, wenn sie schwanger sind und gleichzeitig stillen. In der Schwangerschaft kann die Milchproduktion nachlassen und es ist nicht immer möglich sie mit den üblichen Methoden zur Steigerung der Milchmenge wieder zu erhöhen. Deshalb sollte die Gewichtskurve des gestillten Kindes im Auge behalten werden. Einige Frauen haben Probleme mit sehr empfindlichen oder sogar wunden Brustwarzen, die auf die Hormonumstellung durch die Schwangerschaft zurückzuführen sind. Wie lange diese Empfindlichkeit und das Wundsein anhalten, lässt sich nicht vorhersagen. Leider helfen, die meisten Empfehlungen für wunde Brustwarzen in dieser Situation nicht. Es gibt keine bewiesenen Risiken für Mutter oder ungeborenes Kind, wenn die Mutter während der gesund verlaufenden Schwangerschaft stillt. Gebärmutterkontraktionen, die beim Stillen auftreten können, sind ein normaler Teil der Schwangerschaft. (Die Stimulation der Brustwarzen verursacht die Ausschüttung geringer Mengen des Hormons Oxytozin, das wiederum Kontraktionen der Gebärmutter und der Milchbläschen in der Brust verursacht). Auch während des Geschlechtsverkehrs, den die meisten Paare auch während der Schwangerschaft weiterhin haben, kann es zu Gebärmutterkontraktionen kommen. Selbst wenn einige stillende Mütter stärkere und häufigere Kontraktionen während der Spätschwangerschaft spüren, scheinen diese keine Gefahr für das ungeborene Baby im Verlauf einer normalen Schwangerschaft darzustellen. Eine Studie ergab, dass Stillen keine negativen Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft zu haben scheint (Moscone und Moore, 1993). Außer dem Wunsch der Mutter abzustillen, gibt es nur wenige Gründe, während einer Schwangerschaft nicht weiterzustillen. Dazu gehören: o Schmerzen in der Gebärmutter oder Blutungen; o vorangegangene Frühgeburten; o ununterbrochener Gewichtsverlust der Mutter im Verlauf der Schwangerschaft. Dies kommt jedoch nur sehr selten vor. Stillen verursacht auch keine Blutungen. Es gibt auch keine Beweise dafür, dass eine vorangegangene Fehlgeburt ein Grund zum Abstillen sei. Die Zusammensetzung der Muttermilch richtet sich immer nach dem jüngsten Kind, das heißt bis zur Geburt wird wieder Kolostrum gebildet. Der Milcheinschuss und die Umwandlung des Kolostrums in reife Muttermilch werden genau so verlaufen wie nach jeder Geburt. Wenn Du magst, gebe ich deine Frage an den medizinischen Beirat der LLL und schaue, ob ich Quellenangaben bekomme. Außerdem würde ich die Ärztin mal nach ihren Quellen fragen ;-). LLLiebe Grüße Biggi Welter
Jendriks_Mama
Hallo! danke für die schnelle Antwort! Über Quellen und Studien würde ich mich freuen! LG Sarah
Kekskopf
"Weil die Stillhormone und die Schwangerschaftshormone sich nicht vertragen. Ist einfach so." Ja, die streiten dann immer. ;-) :-D Manche Ärzte...
Jendriks_Mama
Ja, genau ;) Ich war ehrlich etwas verletzt. So eine "Kindergarten-Argumentation" habe ich nicht erwartet. Ich bin eine erwachsene Frau - und selbst wenn es nicht so wäre hätte ich als Patientin eine vernünftige Auskunft verdient!
Liebe Sarah, schicke mir mal deine E-Mail Adresse bitte, dann kann ich die Antwort weiterleiten ;-). biggi@die-welters.de Biggi
Jendriks_Mama
Hier ein guter Link dazu, von Hebamme Martina Höfel aus dem Nachbarforum http://allattamento.sip.it/wp-content/uploads/2014/03/allattamento-al-seno-e-gravidanza.pdf
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