Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillen bei Krankheit

Frage: Stillen bei Krankheit

Dorfkind

Beitrag melden

Hallo Biggi, ersteinmal noch mal herzlichen Dank für die letzte Beratung. Ich kann nun wieder entspannter sein und nehme das häufigere Trinken meiner Tochter halt so hin. Vielleicht ist es ja eine Phase und geht vorbei. Wenn nicht, auch nicht so schlimm. Nun habe ich habe eine aktuelle Frage und eine aus Neugier: mein Lebensgefährte quält sich seit heute Nacht plötzlich mit Magen- Darm- Problemen. Wenn ich das auch bekommen sollte, kann ich dann weiter stillen? Oder würde ich dann die Übertragung aufs Baby noch verschlimmern? Dürfte ich Medikamente nehmen? Wie merke ich beim Baby, dass es Durchfall hat? Der Stuhl ist doch immer irgendwie weich? Jetzt noch die Neugierfrage: anfangs habe ich unsere Tochter immer nur mit je einer Brust zu den Mahlzeiten gestillt. Irgendwann wollte sie abends beide, dann kam morgens dazu und nun tagsüber immer alle beide Seiten. Nachts eigentlich immer nur eine und sie schläft dann ein. Seit ich beide Seiten stille, muß ich immer mit der rechten Seite anfangen. Wenn ich erst links stille, habe ich das Problem, dass sie an der rechten Brust schreit und nicht trinken will. Woran liegt das? Schmeckt es da anders? Geht es schwerer? Oder hat sie einfach nur so eine Vorliebe? Als das erstmals und häufig auftrat (hab den Zusammenhang nicht gleich erkannt), hatte ich den Verdacht, dass sie irgendwelche Verspannungen hat. Der Osteopathe meinte aber, es ist alles in Ordnung. Vielen lieben Dank!


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Dorfkind, es gibt nur sehr wenige Krankheiten, bei denen ein (vorübergehendes) Abstillen erforderlich ist. Im Gegenteil, in den meisten Fällen ist es sogar sehr sinnvoll, wenn die Mutter weiter stillt, denn durch die Muttermilch bekommt das Baby maßgeschneiderte Antikörper gegen die Erkrankung, unter der die Mutter leidet und wird so vor einer Ansteckung geschützt beziehungsweise, falls es sich doch anstecken sollte verläuft die Erkrankung in der Regel leichter. Wird das Stillen unterbrochen, kann das Kind unter Umständen sogar eher erkranken, da ihm die Antikörper aus der Muttermilch fehlen. Bei den meisten Infekten der Atemwege, Harnwege oder des Magen Darm Traktes kann deshalb ohne Unterbrechung weitergestillt werden. Insbesondere bei viralen Darminfekten sollte weiter gestillt werden, da in diesem Fall die Vorteile für das Kind besonders ausgeprägt sind. Auch Virusinfektionen wie Grippe und Erkältungskrankheiten sind kein Grund für eine Stillpause. Das Kind wird durch spezifische Antikörper geschützt und das Stillen erleichtert außerdem der Mutter die Versorgung des Kindes. Auch wenn dein Kind sich anstecken sollte, ist bei einer Magen Darminfektion Stillen für dein Kind weiterhin die optimale Form es zu ernähren. Muttermilch ist die beste Heilnahrung, die es gibt und gleichzeitig bekommt dein Kind Antikörper, die ihm helfen schneller gesund zu werden. Gerade bei Magen Darm Infekten kann es vorkommen, dass ein Kind auch wieder ausschließlich gestillt werden will und auch das ist in aller Regel dann kein Problem. Nun noch ein bisschen Wissenschaft, ich zitiere dir aus dem „Breastfeeding Answer Book", 1997: „Von seltenen Ausnahmen abgesehen, ist es für ein Baby mit Durchfall von Vorteil, wenn es weiter gestillt wird. Normalerweise sind bei einem gestillten Baby mit leichtem Durchfall keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Möchte ein Baby etwas trinken, so gilt wie üblich, dass es Muttermilch erhalten sollte (Ruuska, 1992). Da Muttermilch so schnell verdaut wird, nimmt selbst ein Baby, das sich erbricht und unter Durchfall leidet, etwas von der Flüssigkeit und den in der Milch enthaltenen Nährstoffen auf (Riordan und Auerbach, S. 487). Nur bei Säuglingen, die mit künstlicher Säuglingsnahrung ernährt werden, kann es manchmal von Vorteil sein, bei Durchfallerkrankungen die Milch (vorübergehend) wegzulassen (Brown, 1991). Bei mäßigem bis schwerem Durchfall hält der Arzt es vielleicht für notwendig, dem Baby zusätzlich zum Stillen eine oral zu verabreichende Elektrolytlösung zu geben (z. B. Oralpädon). Bei einem gestillten Baby ist dies aber selten erforderlich. Ist der Flüssigkeitsverlust des Babys so groß, dass es ernsthaft dehydriert ist, kann es sein, dass der Arzt Flüssigkeit intravenös zuführen muss. Auch unter diesen Umständen kann weiterhin gestillt werden." Durchfall bei einem voll gestillten Kind erkennt man e an den folgenden Anzeichen: mindestens zwölf Stuhlentleerungen innerhalb von 24 Stunden, die deutlich unangenehm riechen und manchmal auch mit Blutspuren durchsetzt sind. Die Stühle sind dann meist sehr wässrig und substanzlos und das Allgemeinbefinden des Kindes ist deutlich beeinträchtigt. Die meisten Babys haben eine "Lieblingsbrust". Das ist gar nicht ungewöhnlich. Normalerweise besteht kein Grund zur Sorge wegen dieser Unterschiede, sie sind ebenso normal, wie die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Rechtshänder sind und andere, die die linke Hand bevorzugen. Manchmal geht die Bevorzugung durch die Babys sogar so weit, dass sie nur noch an einer Seite trinken. LLLiebe Grüße, Biggi


Morgen

Beitrag melden

Und ja, es gibt stillfreundliche Medikamente. Auch Antibiotika.


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Liebe Biggi, die stillfreie Zeit in der Nacht konnte ich auf 5 Stunden ausweiten, teilweise kam meine Tochter (18 Monate) 7 Stunden ohne stillen aus. Manchmal mit meckern, in der Regel akzeptiert sie es aber recht gut. Jetzt hat sie allerdings Schnupfen und ich stille wieder ständig. Sie wird sehr oft wach und es hilft nichts anderes als die Br ...

Hallo Biggi, Meine kleiner Sohn (7 Monate) hat Corona und es hat ihn ziemlich erwischt. Seit gestern ist sein Urin, wenn er trocknet, rosa-braun, was wohl auf zu wenig Flüssigkeit hindeutet. Normalerweise stille ich ihn voll und er bekommt Mittagsbrei. Ich versuche ihn gerade stündlich anzulegen. Leider dauert es dann oft ne Weile bis die Milc ...

Hallo liebe Biggi. Meine Kleine wird nun 11 Wochen alt. Ich leide seit drei Wochen unter extremen Schwindel. Gestern Notaufnahme den halben Tag Blut okay Neurologisch alles ok Gleichgewicht ok Augenarzt heute auch ohne Befund HNO heute nachmittag. Mrt am Freitag Hätte eigentlich stationär müssen, aber ohne die Maus. Geht aber nicht ...

Liebe Biggi, Bei mir wurde vor kurzem Postpartale Kardiomyopathie diagnostiziert. Auch aktuelle Herzinsuffizienz NYHA II. Ich nehme Herzmedikamente mit denen ich theoretisch stillen könnte, jedoch muss ich sofort abstillen um die Bildung von Prolaktin zu hemmen. Nehme hierfür auch Bromocripton welches laut Studien bei der PPCM zur Heilung fü ...

Guten Abend. Seit gestern bin ich corona positiv und habe ich Fieber, Gliederschmerzen, Kopfweh. Mein kleiner (4 Monate) hat auch seit gestern Fieber und bißchen Husten. Gestern hat noch normal getrunken, so dass ich bei längere Pause angespannte Brust hatte und heute hat er nur am Anfang kurz getrunken und geschluckt und dann nur genuckelt. Ich h ...

Hallo liebe Biggi, mein kleiner ist seit dem Wochenende krank. 10 1/2 Monate. Ich habe bevor er krank wurde Tagsüber komplett abgestillt gehabt. D.h. Auch bei zu Bett bringen. Unter Tags. Jetzt will er momentan andauernd an die Brust & seine Lieblingsseite explodiert. Wie bekomme ich das nach Krankheit wieder weg und vorallem wieder in den Griff ...

Mein Sohn, 14 Monate (Oktober 22), ist seit September in der Krippe und dauerhaft erkältet und nun hatte er in der letzten Woche eine heftige Mandelentzündung, welche sogar im Krankenhaus mitbehandelt werden musste, da er das trinken und Antibiotika fast vollständig verweigert hatte. Zusätzlich kommen 4 Backenzähne gleichzeitig. Seit Samstag sind w ...

Liebe Biggi, Ich brauche recht dringend einen Rat. Mein Sohn ist nun 20 Monate alt und das Stillen lief seit seiner Geburt problemlos. Ich finde es sehr praktisch und entlasten zu stillen (insbesondere zum Einschlafen und Nachts). Mein Sohn genoss es bisher scheinbar auch. Bis Montag Mittag war er noch viel an der Brust, auch tagsüber nach B ...

Liebe Biggi,  mein Sohn (9 Monate) bekommt tagsüber die Flasche und teilweise Brei, nachts habe ich ihn immer noch gestillt. Abends habe ich immer statt zu stillen abgepumpt und er hat die Flasche bekommen. Vor einer Woche hatte ich eine Lebensmittelvergiftung oder Magen-Darm (das hat sich nie geklärt) - jedenfalls konnte ich ihn zwei Nächte la ...

Hallo Biggi,   meine Tochter (13 Monate) hatte die Hand-Fuß-Mund-Krankheit und insbesondere Sonntag und in der Nacht auf Montag starke Schluckbeschwerden. Sie wollte/konnte dann auch nicht stillen. In der Nacht von Montag auf Dienstag hat sie nachts ein bisschen gestillt und am Dienstagabend. Seit Dienstag isst und trinkt sie wieder normal. ...