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Liebe Biggi, heute möchte ich mich erneut bei Ihnen melden. Unser Nils ist jetzt 9 Wochen alt und eigentlich läuft es inzwischen schon recht gut. Leider ist es aber so, dass Nils, wenn wir ihn ins Bett legen (so gegen 22 Uhr) nicht daran denkt, einzuschlafen. Er möchte dann stundenlang an der Brust nuckeln, obwohl er bereits satt ist. An den letzten Abenden hat es bis 1 oder 2 Uhr Nachts gedauert. Er schläft an der Brust nicht ein und läßt sich auch anderweitig nicht beruhigen. Wenn ich ihn ins Bet lege, fängt er an zu schreien... Einen Sauger nimmt er absolut nicht und ich möchte ihn auch nicht ständig damit quälen, lasse es daher inzwischen ganz sein. Ich habe außerdem gelesen, dass jegliches Saugbedürfnis ausschließlich an der Brust gestillt werden sollte. Hm, schön und gut allerdings strengen mich die Nächte inzwischen sehr an. Tagsüber hat er das Problem nicht. Er kann sich auch mal gut alleine beschäftigen und schläft ohne Problem ein. Woran kann es liegen, dass er Nachts so schwer in den Schlaf findet und was kann man dagegen tun? Ich möchte ihn auch nicht brüllen lassen. Vielleicht haben Sie ja einen Tip für mich? Herzlichen Dank im voraus! Liebe Grüße von Anke und Nils
Liebe Anke, Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn Ihr Kind nicht schlafen will und ständigen Körperkontakt sucht. Außerdem schlafen die meisten Babys sehr viel weniger als es von den Eltern angenommen wird. Babys sind soziale Wesen, die die Welt, in die sie hineingeboren wurden erkunden und kennenlernen wollen und das geht nicht im Schlaf. Es gibt auch noch weitere Gründe, warum Ihr Kind aufwacht, sobald Sie es hinlegen. Es wird einfach deshalb wach, weil es durch die Lageveränderung von senkrecht zu waagerecht geweckt wird. Eine solche Lageveränderung reizt das Gleichgewichtsorgan im Ohr und kann dazu führen, dass das Baby aufwacht. Wenn ein Baby liegend (an der Brust) einschläft und liegen bleiben kann, die Lageveränderung also wegfällt, sind die Chancen, dass es weiterschläft erheblich besser. Das gemeinsame Schlafen hat eine ganze Reihe von Vorteilen und verhilft der Mutter zu mehr Schlaf. Möglicherweise wird Ihr Kind auch wach, weil das Bett kälter ist als der Körper von Mutter oder Vater. Diese Temperaturunterschiede können ebenfalls zum Aufwachen führen. Hier hilft es, das Baby in eine Decke zu wickeln und in die Decke eingewickelt hinzulegen. Auch der Kopf sollte in der Decke liegen. Haben Sie ein wenig Geduld mit sich und Ihrem Kind und lassen Sie Ihr Baby Baby sein. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens "Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin (auch hier im Still-Shop) bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi
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