matilde
Liebe Stillberaterinnen, meine Tochter ist nun 9 Monate alt und wird nach Bedarf gestillt. Tagsüber möchte sie nur morgens nach dem aufwachen, vor dem Vormittags- und Mittagsschlaf sowie vor dem Nachtschlaf gestillt werden. Nachts kommt sie sehr oft. Sonst isst und trinkt sie feste Nahrung wann und soviel sie möchte nach dem BLW-Konzept (ab und ann gibt unterwegs trotzdem mal einen Brei). Mit Blick auf ihren Kindergartenstart in drei Monaten möchte ich, dass sie bis dahin in der Lage ist, vormittags und mittags soviel zu essen, dass sie davon satt wird. Vorallem Mittags aber isst sie sehr wenig und stillt ihren Hunger über die Milch vor dem Einschlafen. In Breiform isst sie MAX 60-70g pro Mahlzeit. Sie hat schon immer wenig gegessen und nimmt nur mäßig zu, worüber sich ihre Kinderärzte regelmäßig beschwerten. (zurzeit sind es etwa ca. 7-7,5 Kilo) Beikoststart war mit 5 Monaten, mit 6,5 Monaten nach BLW wegen Löffelverweigerung. Flasche und Schnuller nimmt sie beides nicht an. Wird sie es bis dahin von selbst schaffen sich nur über feste Nahrung satt zu essen? Zurzeit habe ich das Gefühl, dass sie nur über die Milch satt wird und effektiv zunimmt. Wie kann ich ihr und mir den Übergang erleichtern? Ich will auf jeden Fall sicher gehen, dass sie genug zu sich nimmt, um nicht aus ihrer Gewichtskurve zu fallen! Vielen lieben Dank für eure Hilfe und eine sonnige Woche, matilde
Liebe matilde, der beste Weg, ein Kind zu einem „schwierigen Esser" zu machen besteht darin, es zum Essen zu zwingen! Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen und eine sehr bewährte Methode lautet „Die Mutter bietet an, was es gibt, das Kind entscheidet wie viel oder wenige es davon isst". So wie Du es beschreibst kann sich das Essen schnell zu einem absoluten Kampfthema entwickeln und das Kind ist so weit, dass es sich nur noch mit „Totalverweigerung" wehren kann. Genau diese Situation sollte aber unbedingt vermieden werden, denn mit soviel Kampf und Druck erreichst Du genau das Gegenteil. Das Thema Essen wird immer konfliktbeladener, das Kind erlebt essen nicht als etwas Sinnliche und Angenehmes, sondern nur als Tortur. So kann der Grundstein für eine langfristige Essstörung gelegt werden. Versuche es weiterhin auf einem anderen Weg. Es gibt Kinder, die es geradezu hassen, wenn ihnen etwas in den Mund gesteckt wird und schon fast panisch darauf reagieren , wenn der Löffel kommt. Diese Kinder essen aber oft sehr gut, wenn man sie selbst essen lässt. Das gibt zwar am Anfang einiges Geschmiere, doch die Kinder lernen erstaunlich schnell selbstständig zu essen. Versuch es deshalb auch einmal mit fingergerechter Nahrung. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Mit neun Monaten bietet sich auch Brot an. Setze auf den Nachahmungstrieb des Kindes und biete ihm an, was auch ihr esst (natürlich nur, wenn es sich um etwas babygeeignetes handelt). Stillkinder sind durch die immer wieder auftretenden Geschmacksveränderungen der Muttermilch (je nach dem was die Mutter isst, schmeckt die Milch unterschiedlich) an den Speiseplan der Mutter gewöhnt und lehnen andere Nahrung dann oft ab. Wenn Du zum Beispiel nie gekochte Karotten isst, dann kennt dein Kind diesen Geschmack nicht über die Muttermilch und wird sie höchst wahrscheinlich auch vom Löffel ablehnen. Sollte dein Kind in drei Monaten nicht von alleine mehr essen, kannst Du abgepumpte Muttermilch mit in den Kindergarten geben, diese kann mit dem Becher oder einer Schnabeltasse gegeben werden. Gerade weil dein Kind nicht so viel zunimmt, ist es wichtig, dass es ausreichend Kalorien bekommt. Versuche wirklich, geduldig zu bleiben, vielleicht klappt es im Kindergarten auf einmal ganz von alleine ;-), wenn dein Baby die anderen Kinder sieht. LLLiebe Grüße, Biggi
matilde
Liebe Biggi, vielen Dank für deinen Rat. Bitte versteh mich nicht falsch: Meine Kleine isst ausschließlich Fingerfood (Gemüse, Fleisch, Obst, Brot,...Meist das was wir essen, meist mit uns zusammen) und nie (außer mal unterwergs) Brei vom Löffel. Nachdem wir das von dir geschilderte Theater einen Monat lang hatten, sind wir mit 6,5 Monaten auf Fingerfood umgestiegen, wovon sie nun immer gern und soviel und solange isst wie sie mag. Nur isst sie insgesamt nicht viel. Generell sehe ich das nicht als Problem, da sie sich vor dem Mittagsschlaf und Abendschlaf sattstilllt. Ich mache mir nur etwas Sorgen, weil es in der Kita so nicht weitergeht. Aber vielleicht klappt es mit abgepumpte Milch... Das müssen wir vorher nur üben :-) Vielen Dank und liebe Grüße!
Liebe matilde, ich habe keinesfalls geglaubt, dass Du dein Kind zum Essen zwingst ;-), keine Sorge. Ich kann dich auch gut verstehen, ich hätte wahrscheinlich auch Angst, dass es nicht besser wird, aber es gibt keinen anderen Weg als Geduld – auch wenn dieser schwer fällt. Du hast noch ganze drei Monate Zeit und bis dahin kann sich so vieles verändern! Vielleicht klappt es auch auf einmal im Kindergarten, viele Kinder essen auf einmal viel besser, wenn sie es von anderen Kindern sehen und die Mama nicht da ist. Und wie gesagt, im Notfall gibst Du einfach Milch mit. Der Satz „kein Kind verhungert am gedeckten Tisch" klingt abgedroschen, aber er stimmt. Herzliche Grüße Biggi
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