Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Reicht meine Milch noch aus?

Frage: Reicht meine Milch noch aus?

Mitglied inaktiv

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Hallo. Mein Sohn ist jetzt 4 Monate/ 9 Tage alt und wird voll gestillt. Seit 2 Wochen macht er beim Stillen großes Geschrei. (davor konnte ich ihn überall stillen, es hat ihn auch nicht gestört, wenn es laut oder so war...) Er überstreckt sich sehr, zappelt rum und schreit. (das ist ja auch nicht das Problem, wird er halt festgehalten...*g) Außerdem beißt er mir hin und wieder auf die Brustwarzen und spielt damit...an trinken ist dann natürlich nicht mehr zu denken.... Und seit es so warm ist, trinkt er auch weniger, finde ich. Der Kinderarzt sagt immer nur „solange er gedeiht, ist alles in Ordnung“.... Er ist mittlerweile auch schon 67 cm große und hat bei der letzten U4 (die am 22.06.2006 war) 6470 Gramm gewogen...also scheint er ja auch zu „gedeihen“. Er spielt auch sehr viel mit sich und seinem Spielzeug, lacht und kichert sehr viel....er macht also einen fröhlichen, gesunden Eindruck. Er trinkt tagsüber immer nur ca. 2-5 Minuten und nachts ca. 10. Minuten. Kann er in der kurzen Zeit wirklich satt werden? Ich habe aber in einem Stillbuch gelesen, dass für die Prolaktinausschüttung mindestens 10-15 Minuten gesaugt werden muss... Nun habe ich Angst das meine Milchmenge zurückgeht...(eigentlich wollte ich ihn mindestens 6 Monate stillen) Es ist, meiner Meinung nach, auch schon weniger geworden, so dass ich nicht das Gefühl habe das er satt wird.... Er hat auch bis vor einem Monat die Nacht voll durchgeschlafen (21.00 Uhr bis ca. 6.00 Uhr). Jetzt kommt er nachts 2x. Ist das normal? Er schläft regelmäßig (braucht zum Einschlafen aber den Schnuller) – tagsüber 3 x für je 45-90 Minuten und nachts ab ca. 20.00 bis 8.00 Uhr (mit 2 x Stillunterbrechungen – wonach er aber sehr schnell weiterschläft) Die Windeln sind auch regelmäßig voll – ca. 3-4 x nass (keine Gelbfärbung) und ca. 1-3 x die Woche Stuhlgang...(zur Zeit etwas unregelmäßig) Da ich bis vor 1 Monat immer gut bis viel Milch hatte, habe ich Milch abgepumpt, die er abends teilweise in der Flasche bekam... Eingefroren habe ich aber bis dahin ca. 10 Liter...(meine kleine Reserve *g) Nach der Geburt wollte er auch partout nicht an der Brust trinken, (er hat erst 4 Tage danach angefangen zu saugen) so hat die Hebamme ihm Fencheltee gegeben. Gestillt wird er seit da an, auch nach Bedarf, nur ist es bis heute sehr unregelmäßig, mal 1 ½ Sunden, mal 4 Stunden. Das ist sehr belastend und bringt meine Milchmenge/ Milchfluss irgendwie durcheinander...mal ist es so viel, dass ich platze, mal nur ein paar Tröpfchen. Sollte ich ihn daher doch an einen regelmäßigen, alle 4 Stunden, Rhythmus gewöhnen? Vielen Dank schon mal im voraus. Andrea


Biggi Welter

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Liebe Andrea, nein, ein Kind braucht keinen Rhythmus. Alle Stillexperten sind sich schon seit sehr langer Zeit einig: bei einem gesunden, voll ausgetragenen und gut gedeihenden Baby ist Stillen nach Bedarf das Optimale. So wird sichergestellt, dass das Kind die Nahrung, die es braucht, immer dann bekommt wann es sie braucht. Eine Ausnahme stellen schlecht zunehmende Kinder oder kranke Kinder dar, da kann es sein, dass die Mutter regulierend eingreifen muss und das Baby eventuell zum Stillen wecken muss. Im Durchschnitt will ein kleines Baby wie Ihr Sohn in unregelmäßigen Abständen zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Solange das Kind gut gedeiht, können Sie es auch unbesorgt Ihrem Kind überlassen, wie lange oder kurz es an der Brust trinkt. Das Einzige, worauf Sie sich bei einem Baby verlassen können, ist, dass Sie sich auf nichts verlassen können. Der "Rhythmus" eines Baby ist ständigen Änderungen unterworfen und keineswegs eine feste Größe. So lange Ihr Baby gedeiht, ist alles in Ordnung und es gibt Babys, die in kürzester Zeit satt sind. Ob Ihr Kind gedeiht können Sie bei einem vollgestillten Baby an den folgenden Anzeichen erkennen: o mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass "nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). o in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) o eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), o eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, o Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs o ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Solange diese Kriterien erfüllt sind, dürfte alles in Ordnung sein. Wenn nicht, besteht Handlungsbedarf. Es ist ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys ab dem Alter von vier bis sechs Monaten nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder eben das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte. Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare ückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Sie schreiben, dass Ihr Baby manchmal die Flasche und auch einen Schnuller bekommt. Der Flaschensauger kann die Ursache dafür sein, dass er sich an der Brust so irritiert benimmt Es kommt leider gar nicht so selten vor, dass ein Baby, das die Flasche bekommt an der Brust mit Frustration reagiert. Beim Trinken an der Flasche erhält das Kind sofort Milch und muss nicht erst den Milchspendereflex anregen. Manche Kinder erwarten, dass die Brust dann ebenso funktioniert wie die Flasche und reagieren mit Geschrei, Zappeln oder sogar Verweigerung der Brust, weil es dort eben anders ist als an der Flasche. Dazu kommt, dass die Trinktechnik an Brust und Flasche ganz verschieden ist und es Babys gibt, die mit dem Wechsel der beiden Techniken nicht zurecht kommen. Ein Baby, das an der Brust mit der gleichen Technik trinkt wie an der Flasche, wird wenig bis gar keine Milch bekommen und reagiert dann verständlicherweise frustriert. Diesen Zustand nennt man Saugverwirrung. Es ist möglich ein saugverwirrtes Baby wieder an die Brust zurückzuführen. Mit viel Geduld, Beharrlichkeit und nach Möglichkeit der Unterstützung durch eine Stillberaterin lassen sich die Babys meist wieder an die Brust bringen. Da es am besten ist, wenn eine solche Rückführung durch eine Stillberaterin begleitet wird, sollten Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die Ihnen gezielte Tipps für Ihre Situation geben kann. Dies ist aus der Distanz und ohne Sie und Ihr Baby sehen zu können nicht so gut möglich. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Hallo, klingt so ähnlich wie mein Sohn, er ist 4 MOnate und 14 Tage alt. ER trinkt tagsüber sehr oft (alle 1-2,5 Stunden) und auch so kurz (3-5 min) und meist auch nicht die andere Seite. Nachts ist es auch länger, weil er da sich wieder in den Schlaf trinkt. Bis vor einigen Tagen hatten wir auch so ne schwierige Phase, dass er sehr schlecht getrunken hat, noch dazu hat er in 4 Wochen gerade mal 270g zugenommen. Aber es hat sich jetzt wieder gegeben, trinkt wieder besser, allerdings nicht länger und hat in 2 Wochen 220g zugenommen. Kann ja sein, dass es ein komisches Alter ist. Nachts kommt meiner 2-3 mal, will aber manchmal nur kuscheln. Halte durch, bald geht ja die Beikost los. Vielleicht hat er auch nen Stillstreik. Ciao Yvonne


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Viele, vielen Dank für die schnelle Antwort. Meine Postleitzahl(en) ist(sind) 17495 und 10409. Vielen Dank nochmal


Biggi Welter

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Liebe Andrea, wenden Sie sich an Frau Undine SENDER, Tel: 03834-507345,sie wird Ihnen gerne weiterhelfen. LLLiebe Grüße Biggi


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