ali24
Liebe Biggi, Ich bin dabei, meinen Sohn (18 Monate) langsam abzustillen. Seit zwei Wochen wird er nicht mehr in den Mittagsschlaf gestillt, sondern von mir getragen. Er ist meistens nicht sehr glücklich darüber und zeigt dies, seinem Temperament entsprechend, sehr deutlich - selten aber länger als 15 Minuten. Abends, nachts und morgens wird er weiterhin gestillt. Ich bin mir jetzt unsicher, ob ich nicht erst einmal das nächtliche Stillen hätte wegfallen lassen sollen? Er schläft nur leider momentan nicht gut, ist in der zweiten Nachthälfte immer zwei Stunden wach und hängt die halbe Nacht am Busen. Vielleicht verkraftet er das nicht so gut? Aber, wie kann ich es ihm leichter machen? Danke für eure tolle Arbeit!
Liebe ali24, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Dein Sohn spürt jetzt deinen Zwiespalt und da er sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert er auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Er hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Er wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie er in diesem zarten Alter seinen Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Baby ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Es ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass er sich an dir orientieren kann. Bleib auch einfach weiterhin bei ihm, trage ihn, streichle ihn und versichere ihm, dass alles ok ist. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... Ich würde mich freuen, wenn Du mir in ein paar Tagen noch einmal schreibst, wie es Euch dann geht. LLLiebe Grüße, Biggi
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