Mitglied inaktiv
Hallo! Ich hab schon ein paar mal Fragen gestellt und immer eine ausführliche Antwort bekommen. Vielen Dank. Nun hab ich noch eine Frage. Meine Kleine ist 3,5 Monate alt und Momentan voll gestillt. Sie trinkt seit bestimmt 2 Monaten tags alle 2 h oder manchmal sogar noch öfter. Nachts hatte sie mal eine "gute Phase" da wollte sie nur 2mal trinken. Seit ca. 3 Wochen wacht sie nachts fast alle 1-2h auf. Sie liegt genau neben mir im "Balkon". Manchmal kann ich sie so wieder beruhigen und sie schläft dann wieder ein. Wenn sie dann wirklich unruhig wird lege ich sie an, so dass ich auf max. 3h-Abstände komme. Leider kann ich nur mit der linken Brust stillen. Alle Versuche, die rechte zu aktivieren sind gescheitert. Meine Fragen: 1. Kommt zu wenig Milch, dass sie alle 2h trinken muss, oder ist sie einfach bequem und nimmt den Milchspendereflex mit und trinkt dann eben öfter. Sie trinkt max. 10min. Ich hab schon versucht nach dem Stillen eine Flasche anzubieten, die will sie dann aber nicht, obwohl sie die Flasche kennt. 2. Kann ich die nächtlichen Abstände vergrößern, oder ist das noch zu früh? Vielen Dank.
Liebe minimühle, nein, Ihr Baby ist nicht zu bequem und Sie haben auch nicht zu wenig Milch! Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. Es ist auch ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys ab dem Alter von etwa vier bis sechs Monaten nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder eben das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte. Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens `Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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