Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

nächtliches Dilemma beim Stillen

Frage: nächtliches Dilemma beim Stillen

Eli89

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Hallo, meine Tochter ist jetzt 18 Tage alt und das Stillen an sich klappt eigentlich super. Im Krankenhaus haben mir die Schwestern schon gesagt, dass sie super anlegt und auch saugt. Genug Milch habe ich wohl auch, denn sie hat schon über 600 g seit Geburt zugenommen. Was mir nur sehr zu schaffen macht, sind die kurzen Stillabstände. Schon von Anfang an muss ich ca. alle 2-3 Stunden ran. Manchmal sogar im Stundentakt. Tagsüber sind die Abstände meistens länger, da sie danach auch sehr gut auf meiner Brust oder Papas Bauch einschläft und meist 3 Stunden durchschläft. Sobald wir aber ins Bett gehen und ich sie alleine flach (!) hinlege, wird sie unruhig und wacht meistens nach spätestens 30 Minuten wieder auf. Sie wird dann so unruhig und sucht sofort wieder nach der Brust. Sie lässt sich nur durch das Stillen beruhigen, wodurch die Abstände natürlich immer sehr kurz sind. Meistens lasse ich sie dann auf meiner Brust liegen und versuche irgendwie im Halbsitzen zu schlafen, damit sie nicht wieder aufwacht. Haben Sie Tipps für mich, wie ich auch nachts seltener stillen kann und sie länger schläft? Werden die Stillabstände irgendwann länger, wenn sie älter wird? Gebe ich ihr vielleicht zu schnell die Brust? Manchmal überbrücke ich mit dem Schnuller, aber das hilft etwa 10 Min. dann brüllt sie wieder los. Liegt das „Schlecht Schlafen“ vielleicht daran, dass sie flach liegt? Sie röchelt auch ziemlich beim Schlafen. Mit dem Bäuerchen klappt das leider auch nicht immer so gut, wenn sie an der Brust einschläft. Dadurch spuckt sie dann meistens, sobald ich sie hinlege. Ein Teufelskreis, weil ich sie wieder umziehen muss, wodurch sie wieder wach wird und sich nur durchs Stillen beruhigen lässt. Ich bin oft sehr genervt und mit meiner Geduld am Ende, da mich die schlaflosen Nächte doch sehr viel Kraft kosten und dieses „immer Bereitstehen“, sobald sie schreit. Ich hoffe, Sie können mir ein paar Tipps geben oder mir anders Mut machen.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Eli89, das„Marathonstillen“ ist in diesem Alter so weit verbreitet, dass es als „normal“ angesehen werden sollte. Der Fachausdruck dafür lautet „Cluster Feeding“. So kleine Babys wollen häufig, aber vor allem in unregelmäßigen Abständen gestillt werden und fast alle Babys haben eine Tageszeit, zu der sie fast ununterbrochen an der Brust trinken (oder auch nur nuckeln) wollen. Das Marathonstillen kann für Sie sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Altersstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Darum raten wir erst dann zur Gabe von künstlicher Milch, wenn keine andere Maßnahme geholfen hat - oder das Kind deutlich zu wenig zugenommen hat! Ich kann Ihnen gerne empfehlen, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen oder zumindest einmal mit einer Stillberaterin in ihrer Nähe ein direktes Gespräch (auch am Telefon) zu führen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem werden Sie sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie Ihr kleines Menschlein. Falls Sie noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin haben, sollten Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die Ihnen beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob Ihr Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


Flowermama

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Kannst du im Liegen stillen? Das ist für dich viel weniger anstrengend. Am Anfang ist das manchmal etwas schwierig, dass die Kleinen die Brust gut fassen, aber bereits nach ein paar Wochen wird sie die Brust selbstständig halten können und du kannst beim stillen weiterdösen oder vielleicht schläfst du auch grad wieder richtig ein. Ich erwache manchmal 2 Stunden später wenn sie wieder andockt und ich gar nicht gemerkt habe, dass wir geschlafen haben. Die nächtlichen Unterbrechungen sind immer noch anstrengend aber es wird so viel erträglicher als wenn du aufsitzen musst oder sogar aufstehen um das Baby zurückzulegen. Beim stillen wird irgendein Hormon ausgeschüttet, das schläfrig macht. Dies gilt es auszunutzen, damit beide, Mutter und Kind, möglichst schnell wieder schlafen. Wenn sie beim stillen einschläfst und du sie nicht mehr umlegst spuckt sie vielleicht auch weniger? Der Anfang ist streng, bis sich die Positionen etwas eingespielt haben, das Spucken nachlässt, wickeln in der Nacht wegfällt etc. Aber es wird besser oder auf jeden Fall besser erträglich! Ich versuchs manchmal auch mit dem Nuggi, aber wenn du merkst, dass sie dann noch schneller wieder wach ist würde ich lieber stillen, weil du bist ja dann auch wieder wach... Am meisten geholfen beim 1. Kind hat mir zu akzeptieren, dass meine Tochter in der Nacht halt viel Milch / Nähe / Mama braucht. Als ich aufgehört habe mich zu stressen mit "sie sollte doch, allein einschlafen, ohne Brust schlafen, mal ein bisschen länger schlafen", und ich nicht mehr versucht habe die Situation zu ändern, ging es mir schon viel besser. Ich habe versucht in der Situation so viel Erholung wie möglich heraus zu holen. Jetzt beim 2. Kind schlafe ich eher noch weniger aber ich vertrage es besser. Ich glaube man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Und übrigens: die Grosse schläft zuverlässig durch. Es hat gedauert aber rückblickend bin ich sehr froh, dass ich die Nächte mit ihr durchgestanden habe, ihr das gegeben habe was sie brauchte und nicht zu Schlaflernmethoden mit schreienlassen gegriffen habe. Ich wünsche dir viel Kraft und viel Freude an deinem kleinen Schatz!!!


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