Kelly985
Guten Abend, ich brauche dringend Hilfe, denn ich habe einfach keine Kraft mehr. Mein Sohn ist jetzt 14 Monate, ich stille ihn quasi immer noch voll, da er recht wenig isst. Ich stille ihn auch zum einschlafen, sei es tagsüber sowie auch abends. Mein Problem ist, dass er schon immer alle 1- 2 Stunden aufwacht und seit geraumer Zeit ständig die Brust im Mund behalten will. Sobald ich sie wegziehe, wacht er auf. So kommt es auch dazu, dass die Einschlafbegleitung abends ca 1-2 Stunden in Anspruch nimmt, bis ich mich mal kurz wegschleichen kann. Wenn ich es doch einmal geschafft habe, wacht er nach spätestens 30 Minuten wieder auf, weil er die Brust sucht. Tagsüber ist es mehr oder weniger das gleiche, sodass ich mittlerweile gleich liegen bleibe und versuche ein bisschen zu schlafen. Generell ist es so, dass wenn er aufwacht, er sofort die Brust sucht, ein paar Minuten lang trinkt und dann weiterschläft. Seit einigen Monaten schläft er bei mir im Elternbett damit ich wenigstens ein bisschen schlafen kann, allerdings habe ich mittlerweile ziemlich starke Rückenschmerzen vom ständigen einseitigen Liegen. Mein Mann ist freiwillig auf die Couch gezogen, da der kleine sich ziemlich viel im Schlaf bewegt. Das Familienbett ist in unserem Fall daher leider nicht die ideale Lösung. In seinem Beistellbett mag mein Sohn aber auch nicht mehr liegen.. Hinzu kommt, dass der kleine Tag und Nacht an mir hängt, ich muss ihn die meiste Zeit tragen, da er noch nicht frei laufen kann und er nicht auf dem Boden bleiben will. Somit komme ich wirklich zu nichts. Duschen, etwas im Haushalt zu machen, selbst etwas zu kochen ist nicht möglich, da ich einfach nicht von ihm "loskomme".. in der Babytrage mag er auch nicht mehr sitzen. Ich weiss, es hört sich so lieblos an, dass ich von ihm loskommen will.. ich weiss ja dass er meine Nähe braucht, und ich gebe sie ihm sehr gerne, gebe ihm wirklich viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ich versuche wirklich auf alle seine Bedürfnisse einzugehen, aber ich brauche einfach auch ein bisschen Zeit für mich, um auch meinen Grundbedürfnissen nachgehen zu können. Bisher war das alles kein Problem, ich genieße es sehr für meinen kleinen Sohn da zu sein und ihm alles zu geben was er braucht, aber momentan bin ich einfach komplett ausgelaugt. Was den Haushalt angeht, bin ich schon recht entspannt. Es muss bei mir nicht blitzblank aussehen, aber ein bisschen Zeit braucht man ja doch mal, um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen. Mein Mann führt den Haushalt natürlich gleichermaßen, allerdings hat er auch nicht soviel Zeit dafür, nachdem er aus der Arbeit kommt. Ich bin wirklich am Ende meiner Kräfte und es muss sich etwas an unserer Situation ändern. Ich möchte zu 100% für meinen Sohn da sein, aber so wie ich mich momentan fühle, ist das einfach nicht möglich. Ich schleppe mich eher schlecht als recht durch unseren Alltag. Ich überlege daher, ob ich das Einschlafstillen tagsüber und nachts einstellen sollte, sowie nachts abzustillen. Ich erhoffe mir, dass diese Maßnahmen dazu führen, dass ich zu etwas mehr Schlaf komme bzw insgesamt fitter werde, und mein kleiner nicht mehr ganz so anhänglich ist. Ist das überhaupt möglich nachts abzustillen, wenn er tagsüber noch so oft stillen muss /möchte? Wie könnte ich da am besten vorgehen? Vielen herzlichen Dank im Voraus für Ihre Hilfe! Entschuldigen Sie bitte den langen Text. Viele Grüße, Kelly
Liebe Kelly, Du musst dir bewusst sein, dass sich durch das Ab- oder Wenigerstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, könntest Du eine herbe Enttäuschung nach dem Abstillen erleben. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. Die unruhigen Tage und Nächte sind furchtbar anstrengend, daran kann ich mich auch noch gut erinnern. Trotzdem: Sie sind normal und werden garantiert irgendwann vorbei sein. Wann, kann ich leider nicht sagen. Aber sie gehen wirklich vorbei! Bis dahin kannst du probieren, dir den Alltag so einfach wie möglich zu machen, so dass auch du tagsüber mal ein kurzes Nickerchen machen kannst. Wichtig ist, dass du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. Nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. • Eine Möglichkeit für die Nacht ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes Mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. • Schau nach vorne. Die anstrengende Zeit wird vorübergehen. Auch dein Kind wird älter und reifer werden und nicht mehr soooo viel Aufmerksamkeit brauchen. Kurz: beschränke viel Dinge auf das absolut Notwendige, so dass Du auf diese Weise mehr Zeit für dich bekommst. Diese „gewonnene" Zeit kannst Du dann dazu nutzen, dich wieder zu erholen, neue Energie zu tanken und auch zu einem ruhigen Gespräch und Nähe mit deinem Mann. Vergiss dich selbst nicht: Gönne dir etwas Gutes, dann lassen sich so anstrengende Phasen leichter überstehen. LLLiebe Grüße, Biggi
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