Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

nächtliches Abstillen

Frage: nächtliches Abstillen

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Liebe Biggi, bin gerade etwas ratlos. Ich versuche eigentlich schon seit Monaten meinen Sohn zumindest nachts abzustillen. Er war schon immer ein schlechter Schläfer und schläft daher immer bei uns im Bett, aber anstatt besser habe ich den Eindruck es wird immer schlimmer. Zwischendurch hatte er immer wieder gute Phasen in denen er höchstens dreimal die Nacht nach der Brust verlangt hat. Zurzeit möchte er stündlich bis halbstündlich an die Brust und ich schaffe es dann fast nicht ihn wieder abzudocken. Dementsprechend gerädert gehe ich dann natürlich durch den Tag. Ich habe alle Ratschläge zum Abstillen befolgt. Die Pantley-Methode, nächtliche Brustentwöhnung auf Ratschlag von Dr. Posth. Allerdings schreit mein Sohn dann immer so herzzerreißend, dass ich es nicht ertragen kann und ihn doch wieder ran lasse. Dazu kommt, dass ich kurzzeitig schwanger war, das Kind jedoch in der Frühschwangerschaft verloren habe. Ich werde die Gedanken nicht los, dass das Stillen und der nächtliche Stress schuld daran waren. Außerdem hat mein Mann langsam auch kein Verständnis mehr. Er denkt, ich sei viel zu weich. Naja Fakt ist, dass ich erst wieder schwanger werden möchte, wenn mir der Kleine weniger Stress macht ich weiß derzeit nur nicht wie ich es anstellen soll. Hättest du vielleicht ein paar aufmunternde Worte für mich? Liebe Grüße Elisa


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Liebe Elisa, die Schwangerschaft ist vermutlich deshalb abgebrochen, weil das Kind nicht lebensfähig gewesen wäre. Unser Körper hat da eine natürliche Schutzfunktion eingebaut. Stress und Stillen führen im Regelfall nicht zu einem Schwangerschaftsabbruch. Gegen Ende der SS kann das Stillen zu frühzeigtigen Wehen führen, die aber auch nicht zwangsläufig zu einer Frühgeburt führen. Denk mal dran, wie viele schwer gestresste, traumatisierte Frauen z.B. in Krisenregionen trotz allem ihre Schwangerschaften bis zu Ende führen... Es beruhigt und versöhnt dich also hoffentlich, dass dein Körper einfach etwas getan hat, wofür er "programmiert" ist. Warum es bei euch mit dem Abstillen nicht klappt, kann ich von hier aus kaum beurteilen. Es ist möglich, dass dein Sohn einfach noch ein unbefriedigtes Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Milch in der Nacht hat. Das gibt es durchaus, auch mit 17 Monaten... Natürlich wäre es auch denkbar, dass du tatsächlich zu nachgiebig bist, sobald dein kleiner Mann zu weinen beginnt. Konsequent sein heißt ja gerade, auch beim Weinen am Plan festzuhalten. Dein Sohn WIRD und DARF weinen, es ist ganz logisch, und ihr werdet einen Weg suchen und finden müssen, ihn auch ohne Brust zu trösten. Dies ist der "Knackpunkt", und ganz sicher der härteste Teil am ganzen "Projekt Abstillen": Einen Ersatz für die Brust zu finden, die Gefühle des Kindes zu akzeptieren, es nicht dafür zu strafen, dass es das nicht lustig findet (z.B. durch allein im Bett liegen lassen, schimpfen etc.) sondern ihm die Gewissheit geben, dass weiterhin alles ok ist, dass ihr ihn liebt und für ihn da seid, auch ohne Brust. Es ist also ehrlich gesagt weniger dein Kind, was dir Stress macht, als du selbst, und vielleicht die Beziehung zu deinem Mann, wenn du dich da nicht verstanden fühlst und er deine Vorgehensweise nicht (egal ob berechtigter oder unberechtigter Weise) unterstützt. Hier solltet ihr ansetzen, sonst gibst du deinem kleinen Kind eine Verantwortung, die es gar nicht tragen kann. Ich hoffe, das macht dir Mut, auch wenn du vielleicht eine andere Antwort erhofft hatten. Lieben Gruß, Kristina


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mein Sohn ist 17 Monate alt


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Hallo, ich kenne das Problem, ich habe es auch nie geschafft, meine Tochter länger nach der Brust weinen zu lassen. Sie hat sich so reingesteigert, dass sie sich übergeben musste, danach stand nachts um 2 oder 3 Uhr Bett überziehen an. Mein Umfeld hat ähnlich wie dein Mann reagiert. Sie ist jetzt 2 Jahre alt und will nachts noch ein oder 2 mal trinken, mit 17 Monaten war sie alle 2 Stunden wach. Seit ein oder 2 Wochen reicht es ihr, wenn sie in der Nacht kurz andockt und sich dann in meinen Arm ohne Brust kuscheln kann, ohne dass ich irgendwie mein Verhalten geändert hätte. Der Wunsch kam von ihr, ich hoffe jetzt mal, dass es so bleibt. Sonst wollte sie in der Nacht nämlich so lange nuckeln, bis sie wieder eingeschlafen war. Momentan kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sie jemals ohne Brust einschläft, aber irgendwann wird es wohl passieren. Viele Grüße


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Liebe Elisa, wenn ich Dein Posting lese, dann sehe ich mich vor zwei Jahren und schreibe Dir mal, kurz wie es bei uns funktioniert hat (mir hat das immer sehr geholfen!!). Auch ich habe meine Tochter bis sie 27 Monate war nachts 1 1/2 stündlich gestillt. Ich konnte mir NIEMALS vorstellen wie es anders auch nur ansatzweise funktionieren könnte. Für mich war es immer so als hinge ihr Leben davon ab......... Aber dann wurde ich wieder schwanger und hatte nach einiger Zeit massive Probleme mit den Brustwarzen. Es ging einfach nicht mehr!! Und dann MUSSTE ich plötzlich konsequent sein. Es dauerte vielleicht eine Woche, in der ich meine Tochter nachts intensiv getröstet habe, danach war es o.k. Das scheinbar unmögliche war vollbracht ;o)! Vielleicht wäre diese Schwangerschaft. die Du Dir ja wünscht, eine Chance??? Ich würde sonst wahrscheinlich immer noch stillen.....! Alles liebe, Birgit


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vielen Dank für alle aufmunternden Worte. Inzwischen sehe ich zum Glück nicht mehr alles so schwarz, da die Fehlgeburt weiter weg rückt und ich wieder etwas positiver in die Zukunft sehen kann. Ich denke nach einer Erholungsphase werden wir das Thema Schwangerschaft und Abstillen etwas gelassener angehen können. liebe Grüße Elisa


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