Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, auch weiterhin würde ich Timo, 21 Monate, in den Schlaf stillen. Auch ein oder zweimal in der Nacht stillen wäre o.k. Darauf, dass er stündlich an die Brust will, hattest du mir schon mal ganz ausführlich geschrieben und das hat mich auch zum durchhalten gebracht. Tagsüber kommt Timo wegen jeder Kleinigkeit, die nicht so läuft wie er möchte, und will gestillt werden; er hängt also sehr an Mama. Unsere nächtliche Situation: Leider stillt Timo sich aber zur Zeit immer länger. Er will die Brust gar nicht mehr loslassen, mümmelt einfach nur noch dran rum. Letzte Nacht schien er dann irgendwann eingeschlafen zu sein, turnte aber wieder im Bett herum (aber ich wollte auch mal schlafen). Sobald ich ihn aufforderte sich hinzulegen, wollte er wieder gestillt werden. Nach Zweieinhalb Stunden wurde es mir zu bunt und ich sagte ihm, dass Mama da jetzt Aua hat, und er erst später wieder trinken könne (hatte schon mal geklappt). Er hat aber Protest geschrieen und geweint. Dann habe ich doch nachgegeben, aber das ganze Spiel ging von vorne los. Darauf habe ich beschlossen, dass ich tue was ich sage. Es hat noch sehr lange gedauert, aber irgendwann muss er wohl so müde gewesen sein, dass er sich Mamas Entengeschichte angehört hat und in meinen Armen eingeschlafen ist. Später in der Nacht habe ich ihn dann wieder gestillt und er konnte auch „loslassen und einschlafen“. – und ich auch. Meine Frage: Ich möchte wie oben angedeutet, dass nächtliche Stillen reduzieren. Muss ich dann sämtliche nächtlichen Stillmahlzeiten streichen oder sollte ich Timo erst mal drei oder vier Stunden hinhalten und dann später (sofern es nicht von alleine kommt) die übriggebliebenen Stillmahlzeiten streichen? Dabei sehe ich nur die Gefahr, das ich vor Müdigkeit ihn dann doch mal „zu früh“ anlegt und dann wieder in den zur Zeit nicht haltbaren Rhythmus komme. Und: müsste ich ihn dann auch abends ohne Stillen ins Bett legen? Liebe Grüße Stella
Liebe Stella, ich würde ein Kind niemals durch "kalten Entzug" abstillen, ich denke nicht, dass Timo das verkraften würde. Besser ist es wirklich, wenn Du die Stillzeiten heraus ziehst und Timo sagst, dass Du jetzt eine Pause brauchst. Wie gesagt, ein radikaler Brustentzug würde für dein Kind sicher sehr schwierig sein und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Timo weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Außerdem möchte ich dir das Buch "Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, ja, das ist mir doch alles bekannt. Und ich will ihn doch auch nicht komplett abstillen! Nee. Das Problem formulierte mein Mann gerade so: Wenn er auch seine 20 Minuten trinken würde, aber dann loslassen und schlafen würde, wäre es dir wohl recht!? Jaa! sagte ich, aber wie bringe ich ihn dazu loszulassen und zu schlafen? Er will auch im Schlaf nuckeln. Nur wenn ich ihn von der Brust nehme, wird er wach und - turnt rum oder -schreit und will stillen/nuckeln. Liebe Grüße Stella
Liebe Stella, wichtig ist nun, dass ihr zum Einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum Anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Es ist manchmal schwierig bei einem älteren Kind genau zu unterscheiden, will es jetzt wirklich das Stillen oder sucht es "nur" Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch mit einem fast zweijährigen Kind kannst Du sprechen und auch Abmachungen treffen, die dann auch eingehalten werden können außer in "Katastrophensituationen". Es kann nun sein, dass sich bei euch schon so etwas wie ein "Kampf" entwickelt hat, doch auch aus dieser Situation werdet ihr wieder einen Weg herausfinden, wenn Du deinem Sohn mit Eindeutigkeit begegnest, so dass sie klar erkennen kann "Mama meint das, was sie sagt und tut auch wirklich so". Vielleicht magst Du das Buch "Nein, nein will nicht Was tun wenn Kinder trotzen" von Barbara Sichtermann (rororo Taschenbuch) lesen. Mir hat es sehr geholfen. Leider ist es im normalen Buchhandel nicht mehr erhältlich, doch probier es doch einmal bei Amazon oder so bei den gebrauchten Büchern, wenn es dich interessiert. Ein anderes Buch, das zur besseren Verständigung zwischen Eltern und Kindern beiträgt und dessen Vorschläge auch bereits bei kleinen Kindern praktikabel sind ist "Nun hör doch mal zu Elternsprache Kindersprache" von Adele Faber und Elaine Mazlish. Ein weiteres empfehlenswertes Buch ist "Kinder fordern uns heraus" von Dreikurs sowie die Bücher von Thomas Gordon (Die Familienkonferenz, Familienkonferenz in der Praxis). Auch Steve Bidulph "Das Geheimnis glücklicher Kinder" ist lesenswert. Ich wünsche dir viel Kraft und gute Nerven, für die momentan anstrengende Phase LLLiebe Grüße Biggi
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