Mitglied inaktiv
Hallo, nachdem ihr mir schon so oft super geholfen habt - vielen Dank dafür - jetzt noch eine Frage. Meine Tochter ist jetzt 21,5 Monate alt und ich stille noch (hätte ich auch nicht gedacht am Anfang). und eigentlich auch gern. Sie geht 4h/Tag in die Kita, seit sie 18 Monate alt ist - ist auch alles super gelaufen - sie hat Papa nach zwei Wochen am Hosenbein zur Tür rausgeschoben mit den Worten "Tüss Papa". Am Anfang ohne Mittagessen, jetzt mit. Ohne Mittagessen schlief sie Abends besser, aber ich habe wieder angefangen zu arbeiten (als Consultant) und brauche die Vormittage, weil ich auch Abends nichts hin kriege. Bis 4 Monate hatte sie fast non-stop Körperkontakt, danach konnte ich sie in den Schlaf stillen und aufstehen (ging vorher nicht wg. starkem Milchfluß). Nur getragen bis fast 9 Monate, danach hat sie KiWa akzeptiert, mit 1,5 Jahren wollte sie selbst von sich aus nicht mehr getragen werden "lieba laufen". War sehr sehr früh mobil, stand mit 7 Monaten, sprach mit 18 Monaten 2-Wortsätze, jetzt erzählt sie kleine Geschichten. Sie hat seit Monaten alle Zähne, außer einem Backenzahn. Durch geschlafen hat sie NIE. Ab 6 Wochen von 23:00-5:00 - mit 6 Monaten wars vorbei damit. In guten Nächten wacht sie einmal nachts und einmal ganz früh morgens auf und will gestillt werden. In schlechten Nächten - und die überwiegen leider bei Weitem in letzter Zeit, wacht sie nach Mitternacht im 2-Stundentakt auf. Jetzt zu meiner Frage: Seit einem Monat kann Papa sie ins Bett bringen, was die nächtliche Situation anfangs verbessert hat (weniger aufwachen), seit zwei Nächten aber nicht (normalerweise schafft er es auch ruhig, seit zwei Tagen heult sie bei ihm beim Ins-Bett-bringen aber viel). Sie schläft ziemlich spät ein (21:00-21:30), weil der Mittagsschlaf wegen Kita-Rhytmus erst so spät ist. Aber auch wenn sie um 14:30 schon wieder wach ist oder kurzen Mittagsschlaf, schläft sie Abends erst so spät. Dann kommt sie insgesamt zu weniger Schlaf. Ich stille tagsüber ab und an noch zum Mittagsschlaf, wenn sie nicht im Kiwa aufm Rückweg von der Kita einschläft. Auch sonst stille ich tagsüber so ca. noch 1-2 Mal (sie fragt dann so süß: Mama, bitte einmal Mu trinken). Versuche ich die Brust zu verweigern, weil wir unterwegs sind, etc. beschwert sie sich vehement. Abends klappt das in den Schlaf stillen nicht mehr. Sie schläft dann erst nach ca. 45 Minuten ein - egal wann ich mich mit ihr hin lege! Sehr oft schlafe ich dann mit ihr ein. Nachts will sie zum Weiterschlafen die Brust und da sie leider nicht sofort wieder einschläft, sondern ausgiebig nuckelt (wenn ich sie abdocke gibt es Riesenprotest), nervt mich das langsam gewaltig, dieses Genuckel. Auch wenn ich versuche, ihr Wasser anzubieten, etc., gibts Protest. (grade hat sie auch Husten und Schnupfen). Besonders dann in den frühen Morgenstunden bleibt sie angedockt. Docke ich ab, wird sie wach. Ich kann also nicht um 6:00 aufstehen. Mein Mann meint schon seit längerem ich solle endlich abstillen und sie müsse ja mal lernen ohne auszukommen. In meinem Freundeskreis haben alle mit spätestens 14 Monaten abgestillt. Ich habe das Gefühl, dass sie das schon noch arg braucht - wo sie in anderen Dingen so selbstständig ist - aber mich nerven die Nächte und hab sie auch schon mal angemotzt (wir haben Anstellbett-Familienbett). Was mach ich jetzt? Und schadet es ihr, wenn ich sie Nachts abstille? Geht das überhaupt, oder muss ich dann ganz abstillen? Auch habe ich das Gefühl, dass sie dann insgesamt viel weniger schlafen wird, weil sie dann morgens um 6:00 schon wach ist. (hab aber das Gefühl, dass sie nachts sich nicht von alleine abstillt, die Mu ist ihr heilig). Also was mach ich - und wie mach ich das mit dem Abstillen nachts sanft.
Liebe kirshinka, zunächst einmal möchte ich dich beruhigen: Es ist nicht schlimm, und schon gar nicht ein "Versagen" deinerseits, dass deine Tochter noch nicht alleine ein- und durchschlafen mag. Ganz im Gegenteil: DIESES Verhalten ist das normale, will heißen, so hat die Natur es vorgesehen, so entspricht es der Natur eines Menschenjungen. Hast du gewusst dass ein junger Elefant eingeht, wenn er in den ersten 2 Lebensjahren nicht die PERMANENTE Anwesenheit seines Hauptbezugs"tieres" hat (kann auch ein Mensch sein...). Wenn ein Elefantenbaby zum Waisenkind wird bekommt es im Zoo selbstverständlich einen Pfleger zur Seite gestellt, der Tag und Nacht Hautkontakt bietet. Kein Mensch würde die Notwendigkeit dafür in Frage stellen. Nur mit unseren eigenen Babys, die viel unreifer geboren werden, erwarten wir so viel mehr. Das ist ein Punkt, der viele Diskussionen auslöst und bei Mutter und Kind zu vielen Tränen führen kann: Das Kind soll "wach" ins Bett gelegt werden und alleine einschlafen können (was eine enorme neurologische Leistung darstellt). Wenn es aber nur an der Brust oder im Körperkontakt mit der Mutter einschlafen kann, dann verurteilen wir dies als schlechte oder gar schädliche Angewohnheit... Wenn wir uns die Geschichte der Menschheit anschauen, dann wissen wir, dass es sich ein Urmensch und auch heute noch Menschen, die nicht so komfortabel wie wir in einem fest gemauerten Haus in "zivilisierter" Umgebung wohnen, nie leisten konnten und könnten, ihr Kind einfach "wach" irgendwo hinzulegen, damit es alleine schläft. Das Risiko, dann innerhalb von kürzester Zeit den Verlust eines Kindes betrauern zu müssen ist da viel zu groß. Der Punkt ist der, dass Babys und Kleinkinder ganz gleich was alle diesen Bücher und Hochglanzbroschüren sagen nicht dazu gedacht sind, alleine (ein)zuschlafen. Für ein Baby ist es absolut normal, dass es in den Armen und an der Brust der Mutter einschläft. "Emanzipierte" Babys sind in der Evolution noch nicht vorgesehen und da unsere Kinder mit der gleichen genetischen Ausstattung auf die Welt kommen, wie in grauer Vorzeit, funktioniert nicht alles sofort so, wie es in unsere moderne Welt passen würde. Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist das Stillen und gemeinsame Schlafen eine bewährte Methode Kinder glücklich, gesund und zufrieden aufwachsen zu lassen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses "natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit "Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Alleine sein bedeutet für ein Baby oder Kleinkind aus seiner Sicht Lebensgefahr. Sie wissen nicht, dass es heute und in unserer Gesellschaft unwahrscheinlich ist, dass sie von einem wilden Tier gefressen werden, wenn sie alleine sind. Wir können einfach nicht erwarten, dass unsere Babys "begreifen" dass ihnen doch alleine nichts passieren kann und wir können sie auch nicht dazu bringen, dass sie in diesem jungen Alter ein Gefühl dafür entwickeln, dass es doch "nur fünf Minuten" oder welche Zeitspanne auch immer ist, die sie warten müssen bis wieder jemand kommt. Also: Das Einschlafen an der Brust ist nicht wirklich ein Problem, denn es entspricht der Natur der Kinder, die genau dort die Ruhe, Geborgenheit und Zuversicht finden (mal ganz abgesehen von der wertvollen Muttermilch), die es ihnen ermöglicht, sich dem Schlaf hinzugeben. Kleine Kinder haben es sehr schwer, einzuschlafen, das hängt mit ihrem unreifen Nervensystem zusammen und wird ganz von allein, sobald sie reif genug dafür sind, sich auflösen! Vielleicht ist die Welt für deine Kleine gerade so aufregend, dass sie das in der Nacht verarbeiten muss. Die Brust gibt Nähe und Geborgenheit und ist weit mehr als nur Nahrung. Du schreibst, dass sie sehr selbständig ist und schon lange in der Krippe ist, vielleicht holt sie sich in der Nacht eine "Extraportion Mama". Ein Baby muss auch eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Sollte es nun für dich trotzdem wichtig sein, dass dein Kind ohne dich in den Schlaf finden kann, dann ist es selbstverständlich akzeptabel, nach Alternativen zu schauen. Papa kann eine solche Alternative sein, denn vermutlich ist er nach dir die Hauptbindungsperson für dein Kind und somit gut geeignet, es zu beruhigen. In diesem Fall kann ich dir als Buch empfehlen Elizabeth Pantley: "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das im Herbst auf Deutsch erschienen ist. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Versuche doch einmal in den nächsten Tagen, deine Tochter zu beruhigen, wenn sie nachts weint. Du kannst anfangs mit ihr aufstehen und sie tragen, Du kannst ihr etwas vorsingen oder lesen - wichtig ist einfach, dass deine Kleine spürt, dass sie zwar keine Brust bekommt, aber nicht, weil Du ihr böse bist. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. LLLiebe Grüße, Biggi
Mitglied inaktiv
Sorry, ich kann leider nichts zur Lösung beitragen, aber muss hier einfach mal anmerken: du beschreibst MEIN Kind ;-) Bei uns ist fast alles genauso, ausser, dass Papa sie nicht ins Bett bringen darf. Viel Glück und ein dickes Lob für Deine liebevolle Geduld! Heike
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