Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, seit ca. 3-4 Wochen muss ich meinem Sohn Ryan (5.5 Monate) abends eine Flasche Beba Pre-Milch mit Reisflocken geben, vorher wurde er voll gestillt. Er hatte aber nicht mehr gut zugenommen (dabei ist er ein grosses und schweres Kind, 69 cm, 8.3 kg), deshalb der Rat der KiAe. Zudem sollte ich langsam anfangen, ihm mittags aus dem Glaeschen anzubieten, was auch recht gut laeuft. Da sein Stuhlgang sehr schwerfaellig wurde, habe ich von Moehre auf Kuerbis und Suess-Kartoffel umgestellt. So, jetzt meine Frage: Die restlichen Mahlzeiten stille ich immer noch (ca. 5 x in 24 Stunden). Der Brei abends kommt nur aus der Flasche, da er ihn anders nicht annimmt. Dennoch muss ich immer noch 2 x in der Nacht stillen, sonst wird gebruellt, was das Zeug haelt. Wenn ich jetzt aber demnaechst das Abstillen ernsthaft angehen will, was gebe ich ihm dann nachts? Vor der Breigabe kam Ryan jede Stunde fuer ca. 2 Wochen, was so stressig war, dass ich gar keine Milch mehr gebildet habe (naja, fast keine mehr). Aber ich denke, man soll nicht so viel Milch mehr geben, wenn es Beikost gibt, oder? Wie stille ich die Nachtgaben am besten ab? Ryan mag keinen Tee, kein Wasser, keinen Saft, keine Schorlen. Nur MuMi und Beba Pre (dehalb nehme ich auch keine 1er oder 2er Nahrung). Ryan hat auch noch nie durchgeschlafen, das laengste war nach dem Brei (ca. 200 - 250 ml)4.5 bis 5 Stunden. Brei gibt es um 21:00 Uhr (reiner Egoismus von mir, damit ich etwas Schlaf bekomme). Danke fuer Deine Hilfe, ich habe das Gefuehl, im Moment alles falsch zu machen... Liebe Gruesse, Daggy :)
Liebe Daggy, egal, was Du deinem Kind alles gibst, es wird deshalb nicht besser schlafen. Die allerwenigsten Babys schlafen in diesem Alter nachts „durch“. Wobei Durchschlafen von Eltern und Experten verschieden definiert wird. Die offizielle Definition von Durchschlafen ist, dass das Kind fünf Stunden am Stück schläft! Die Fähigkeit länger zu schlafen hat auch nichts mit der Nahrung zu tun, sondern mit der eife des Kindes. Der Gedanke das Kind gut „abzufüllen“, um ruhigere Nächte zu bekommen, ist zwar naheliegend, aber es funktioniert nicht. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab einem bestimmten Alter nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es ist abgesehen von der Anwendung der sehr umstrittenen und von Stillexperten einhellig abgelehnten Schlaftrainingsprogrammen nicht möglich ein Kind an das Durchschlafen zu gewöhnen, ehe es nicht von selbst dazu reif ist. Es ist ja auch nicht möglich ein Kind an das freie Laufen oder das Sprechen zu gewöhnen. All diese Fähigkeiten entwickelt jedes Kind dann, wenn der für das jeweilige Kind richtige Zeitpunkt gekommen ist. Du solltest Ryan noch nicht so viel Beikost anbieten, er ist noch zu jung dazu. In den ersten sechs Monaten ist der Organismus eines Babys auf eine ausschließliche Ernährung mit Milch (entweder Muttermilch oder als Ersatz künstliche Säuglingsnahrung) ausgerichtet. Beikost sollte frühestens ab dem fünften Monate eingeführt werden und auch dann nur, wenn das Kind deutlich signalisiert, dass es bereit für Beikost ist. Anzeichen für die Bereitschaft des Babys für Beikost sind: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, • der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt. Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Die zu frühe Einführung der Beikost hat keine Vorteile, aber viele Nachteile. Durch die zu frühe Einführung der Beikost werden das Verdauungssystem und die Nieren des Babys belastet und das Allergierisiko gesteigert. Deshalb sollten die oben genannten Punkte wirklich erfüllt sein, ehe mit Beikost begonnen wird. Wenn Du jetzt abstillen möchtest, dann sollte zur Flasche hin abgestillt werden. Brei sollte prinzipiell immer mit dem Löffel gegeben werden. Brei enthält Kohlenhydrate und für die Verdauung der Kohlenhydrate ist es ganz wichtig, dass die Nahrung eingespeichelt wird. Die Kohlenhydratverdauung beginnt bereits im Mund. Wird der Brei mit einer Breiflasche gegeben, entfällt das Einspeicheln und damit die erste Stufe der Verdauung. Dazu kommt, dass mit der Breiflasche das natürliche Sättigungsgefühl des Kindes leicht übergangen werden kann. Ich kann dir nur dringend empfehlen, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen oder zumindest einmal mit einer Stillberaterin in deiner Nähe ein direktes Gespräch (auch am Telefon) zu führen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem wirst Du sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie dein kleines Menschlein. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLLStillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, danke fuer Deine ausfuehrliche Antwort. Ich hatte auch vor, 6 Monate mind. voll zu stillen, nur durch die geringe Gewichtszunahme habe ich auf Anraten der KiAe angefangen, Beikost zu geben. Warum raet mir die KiAe dies, wenn Ryan's Organismus diese Nahrung noch gar nicht richtig verarbeiten kann? Dies erklaert natuerlich dann auch die extreme Verstopfung bei ihm... Nochmal Danke! Lieben Gruss, Daggy :) PS: Heisst das also, wenn ich abstille, soll ich ihm nachts bei Hunger auch ein Flaeschchen geben? Ich will das Abstillen ohne Druck und Stress machen, moechte aber gerne Ende August damit fertig sein (wenn es geht). Ab wann ist ein Flaeschchen nachts zuviel Milch?
Liebe Daggy, bitte rufe einfach einmal bei Frau FRITZ, Christel, Tel.: 0619239793 an, sie kann dir sagen, welche Beraterin für dich die Nächste ist. Das Thema „ab vier Monate oder ab sechs Monate" ist eine zwischen Ernährungsexperten und Säuglingsnahrungsindustrie heiß diskutiertes Thema und der Markt für Säuglingsnahrung ist ein mindestens so heiß umkämpfter Markt mit großen Verdienstmöglichkeiten, die um so größer sind, je weniger bzw. kürzer die Kinder gestillt werden. Für den Organismus des Babys ist es besser, wenn es erst ab sechs Monaten etwas anderes als Milchnahrung bekommt, erst dann sind Darm und Nieren so weit ausgereift, dass das Kind andere Nahrung bekommen soll. Eine zu frühe Einführung der Beikost kann Darm und Nieren des Kindes überlasten und erhöht das Allergierisiko. Mit vier Monaten „kann" ein Kind Beikost bekommen und nicht jedes Kind wird (sofort) mit Problemen reagieren, aber leider sind nicht alle Probleme, die sich aus zu früher Einführung von Beikost ergeben sofort erkennbar. Es gibt Studien, die Zusammenhänge zwischen zu früher Einführung von Beikost und im Erwachsenenalter auftretenden Stoffwechselerkrankungen zeigen, das merkt man dann natürlich noch nicht mit vier oder fünf Monaten. Es gibt überhaupt eine Menge von Studien, die die gesundheitlichen Vorteile für das Kind belegen, wenn es das erste halbe Jahr ausschließlich gestillt wird. Bereits 1994 gab es eine Veröffentlichung von G. van Oost und M. Kersting mit dem Titel „Drei Jahrzehnte Beikost für Säuglinge in Deutschland. Pädiatrische Empfehlungen, industrielles Angebot und Praxis der Mütter" in der festgestellt wurde: „Im Vergleich mit den kinderärztlichen Empfehlungen bieten die Hersteller eine unnötig große Vielfalt von Beikostprodukten zu unnötig früh deklarierten Einssatzzeitpunkten an". Sicher eine gute Hilfe bei der Überlegung ist immer „Was hat derjenige davon, der die Empfehlung abgibt". WHO (Weltgesundheitsorganisation) oder AAP (Amerikanische Akademie der Kinderärzte) haben keinerlei Profit davon, dass sie empfehlen mit der Beikost bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat zu warten. Zwei Monate früher Beikost bedeutet jedoch eine erhebliche Umsatzsteigerung für die entsprechenden Hersteller. Vielleicht sprichst Du mit deinem Arzt einmal darüber. LLLiebe Grüße Biggi
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