Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Mopsiges Baby trinkt nachts alle 2 Std., was tun?

Frage: Mopsiges Baby trinkt nachts alle 2 Std., was tun?

Mitglied inaktiv

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Hallo, meine kleine Tochter ist ein 8 Monate altes Frühchen (korrigierte 6 Monate), ich habe sie von Geburt an ausschliesslich und voll gestillt und sie ist ein sehr gesundes und properes Baby. Generell trinkt sie sehr gierig und schnell, meistens dauert das Stillen insgesamt nur 4-5 Minuten. Tagsüber hat sich jetzt ein ganz guter Rhythmus eingepegelt, sie trinkt ungefähr um 7-12-16-19 Uhr, dazwischen schläft sie viel. Nachts aber möchte sie viel öfter ran, noch ungefähr 5 mal, d.h. alle 2 Stunden. Ich finde das Stillen nachts sehr anstrengend, bin tagsüber total k.o. und frage mich, ob ich sie irgendwie umgewöhnen kann, dass sie tags mehr trinkt und nachts weniger, zB. indem ich ihr nachts eine Mahlzeit durch Tee ersetze. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass ich gegen Abend nicht mehr genug Milch habe und sie deshalb bis ca 2Uhr nachts immer wieder trinkt, was eben da ist. Mittlerweile trinkt sie aber die Brust abends nicht komplett leer, zudem kann man ihr beim Zunehmen zusehen. Trinkt sie nachts vielleicht nur aus Durst (Bin gerade in Amerika und hier auf 1300m Höhe läuft immer eine Heizung, die die Luft sehr trocken macht)? Sie hat bisher nachts noch nie länger als 4 Std geschlafen, von Schub oder so kann also keine Rede sein. Seit zwei Tagen habe ich die Mittagsmahlzeit durch Karottenbrei ersetzt, davon isst sie ca 90g und trinkt danach noch eine Brust. Nachts trinkt sie genauso weiter wie sonst. Haben Sie einen Tip für mich?


Biggi Welter

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Liebe ff, als Eltern glauben und hoffen wir immer auf eine lineare Weiterentwicklung der Fähigkeiten unserer Kinder. Beim Schlafverhalten können wir jedoch nicht davon ausgehen, dass die Entwicklung kontinuierlich verläuft, im Gegenteil, relativ viele Babys schlafen mit drei Monaten deutlich länger und anhaltender als mit sechs oder zehn Monaten. Das Schlafverhalten hängt nicht unbedingt oder nur in extrem geringem Maße von der Ernährung ab. Gerade in der Zeit ab etwa vier bis sechs Monate wachen viele Babys (wieder) vermehrt auf. Dies liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung und auch selbst das Abstillen keine Garantie für angenehmere Nächte u Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt dir in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Als stillende Mutter hast Du den ungeheuren Vorteil, dass Du dein Kind durch diese für alle anstrengende Zeit begleiten kannst, ohne dass Du richtig wach werden und aufstehen musst. Genieße dieses Privileg, dich einfach nur umdrehen zu müssen, so dass dein Kind an deine Brust kann und dann, wenn schon nicht sofort weiterschlafen zu können, so doch zumindest ruhen kannst. Wenn Du gerne liest und ein Buch lesen möchtest, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich dir wärmstens "Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Du im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen kannst. LLLiebe Grüße Biggi


girasole367

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Hallo, unsere Tochter (6 Monate) hatte vor zwei Monaten 3 Wochen lang Durchfall und musste und wollte somit Nachts auch alle 1-2 Stunden an die Brust. Da sich diese Gewohnheit über die 3 Wochen festigte, war es schwer, diese dann wieder abzulegen. Ich kann jedoch raten: Auch wenn es schwer fällt und erst einmal auch viel Kraft kostet, versuche es Nachts den Rhythmus zu erhöhen, vielleicht erst einmal auf 2,5 Stunden, dann nach ein paar Tagen auf 3 u.s.w. Du kannst mit Wasser oder Tee strecken, das Kind dann wieder ins Bett legen, sagen, dass jetzt Schlafenszeit ist und legst dich auch wieder hin. Es wird wohl erst lautstark protestieren, gewöhnt sich aber daran. Zur Not trägst du es halt noch ein wenig rum, bis die von dir gesetzte Zeit rum ist. Das Baby gewöhnt sich so an den längeren Rhythmus und lernt dann bei allen Mahlzeiten mehr zu trinken, so dass es eine Weile vorhält. Wieso sollte man sich satt trinken, wenn man die Brust doch wieder bekommt, sobald man will?! ;) Bei unserer Tochter hat es gut funktoniert. Die letzte Nachtmahlzeit um 3 zu ersetzen hat auch noch mal eine Woche gedauert. Wir gaben ihr immer nur Wasser und haben sie wieder hingelegt. Sie hat das dann akzeptiert, es hat allerdings immer eine Stunde gedauert, bis sie wieder eingeschlafen ist. Abends bekommt sie jetzt auch Brei. Der Reisflockenbrei hat wohl noch nicht gesättigt, wohl aber der Hirsebrei. Ich lege sie danach auch noch mal an und siehe da, sie will noch nicht einmal mehr die späte Abendmahlzeit um 23 Uhr! Sie schläft jetzt wirklich 11 Stunden durch, 12 Stunden ohne Mahlzeit! Wahnsinn, hätte ich bei ihr nie gedacht! :) Wünsche dir alles Gute!


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