Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milch

Frage: Milch

Mitglied inaktiv

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Hallo Bigi, ich habe ein paar Fragen: Mein Sohn (nächste Woche 11 Monate) ißt seit ein paar Tagen Leberwurstbrot. Werde ich den Milchbrei abends wohl langsam weglassen. Was ist aber mit der Milch die er noch kriegen muss? Ich stille noch (auch abends nach dem Brei) Aber was soll ich ihm geben, wenn ich dann nicht mehr stille? Ich will nämlich langsam aufhören; zu meiner nächsten Frage: Er schläft nachts nicht durch. Kann doch nicht sein das er da Hunger hat, sicher will er nur kuscheln, oder? Aber muss ich dem nicht langsam nachgeben. Ich würde ihn gern daran gewöhnen nachts durchzuschlafen..Hast du einen Tip für mich? Vielen Dank


Biggi Welter

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? Liebe Mami von Noah, es ist - abgesehen von der Anwendung der sehr umstrittenen und von Stillexperten einhellig abgelehnten Schlaftrainingsprogrammen - nicht möglich ein Kind an das Durchschlafen zu gewöhnen, ehe es nicht von selbst dazu reif ist. Es ist ja auch nicht möglich ein Kind an das freie Laufen oder das Sprechen zu gewöhnen. All diese Fähigkeiten entwickelt jedes Kind dann, wenn der für das jeweilige Kind richtige Zeitpunkt gekommen ist. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab einem bestimmten Alter nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. In einem amerikanischen Buch über die Entwicklung von Kindern (Aldrich: „Babys are Human Beeings"‘) habe ich einmal den wichtigen Satz gefunden „Damit Kinder sich gut entwickeln können, sind liebevolle Fürsorge und ein beständiges, direktes Eingehen auf ihre Bedürfnisse so ausgesprochen wichtig". Das steht zwar manchmal im Widerspruch zu unserem „modernen, westlichen" Lebensstil, aber es zahlt sich langfristig aus. Außerdem stellt sich doch auch die Frage: Ist der seelische Hunger nicht ebensowichtig wie der körperliche Hunger? Warum sollte es weniger wichtig sein, das Bedürfnis des Babys nach Nähe und Geborgenheit zu stillen, als seinen körperlichen Hunger zu stillen? Gerade ab vier bis sechs Monate gibt es unzählige Gründe, warum ein Kind nachts (wieder vermehrt) aufwacht und die Nähe und Geborgenheit und auch Nahrung an der Brust sucht. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen . All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt ... Insgesamt sind dies eine Menge Gründe unruhiger zu sein und nachts immer wieder aufzuwachen. Nach dem ersten Geburtstag benötigt ein Kind etwa 350 ml Milch (oder etwas mehr als einen kleinen Joghurt) und 20 g Käse, um seinen Milchbedarf zu decken. Wenn Du also innerhalb der nächsten Wochen abstillen willst, kannst Du deinem Kind dann Kuhmilchprodukte als Ersatz anbieten. Einen guten Anhaltspunkt für die Ernährung eines Kleinkindes bietet die Broschüre „Gesunde Ernährung von Anfang an", die Du bei der Verbraucherzentrale Hamburg, Kirchenallee 222, 20099 Hamburg bestellen kannst. Dort findest Du sehr viele gute Informationen für die Ernährung eines Babys und Kleinkind, die Du dann entsprechend den Gewohnheiten deiner Familie für euch passend abwandeln kannst. LLLiebe Grüße Biggi


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