Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milch weg?

Frage: Milch weg?

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Hallo Biggi, ich habe bisher meinen Sohn voll gestillt (13 Wochen alt). Die letzten Tage wollte er in wesentlich kürzeren Intervallen an die Brust und ich dachte er hätte evtl. einen "Wachstumsschub".Habe Donnerstag Morgen noch Milch abgepumpt und aus einer Brust 160 ml Milch gepumpt. Hatte wohl über Nacht einen Milcheinschuß. Vorhin habe ich ihn dann wieder angelegt und er hat dabei immer mal wieder geschrien. Jetzt wollte ich es genau wissen und wollte abpumpen und aus beiden Brüsten kam so gut wie keine Milch! Gibt es das, daß von heute auf morgen die Milch weg ist? Habe die letzten Tage etwas streß gehabt, da wir Gäste zum essen eingeladen hatten und es mehr als geplant waren und wir zudem dieses Wochenende in den Urlaub fahren. Jetzt schiebe ich natürlich die Panik, daß ich unseren Sohn nicht mehr ernähren kann. Habe schon eine Packung HA 1 - Nahrung in der Küche stehen. Was soll ich nur tun? Bin noch dazu gestern spät ins Bett und dementsprechend ausgelaugt. Was soll ich füttern, wenn die Milch jetzt tatsächlich wegbleibt? Vielen Dank für schnelle Hilfe. Gruß, Paula


Biggi Welter

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Liebe Paula, es kommt höchst selten vor, dass die Milch plötzlich „wegbleibt“. Solche Situationen gibt es, wenn die Mutter plötzlich einem überaus großen Stress ausgesetzt ist (z.B. weil das Kind einen Unfall hatte oder andere einschneidende Ereignisse vorgefallen sind). Dann kann es dazu kommen, dass die Muter so verkrampft ist, dass der Milchspendereflex ausbleibt. Aber wie schon gesagt, das ist sehr selten, außerdem vorübergehend und man kann etwas dagegen tun. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Mit etwa 12 Wochen ist deine Tochter im typischen Alter für einen Wachstumsschub. Bei einem Wachstumsschub ist es sinnvoll häufiger anzulegen, damit sich dein Körper an den gestiegenen Bedarf deines Babys anpassen kann. Zusätzlich kannst Du Entspannungsübungen (z.B. die, die Du im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast) machen, um deinen Milchspendereflex leichter einsetzen zu lassen. Eine angespannte und verkrampfte Mutter hat häufig Probleme mit dem Milchspendereflex (s.o.). Denk auch daran, dich ausreichend zu ernähren, deinem Durstgefühl entsprechend zu trinken und dich oft genug auszuruhen. In vielen Fällen ist es hilfreich ein paar „Baby- und Stilltage“ einzulegen. Das heißt Du legst Dich mit dem Baby ins Bett, ruhst Dich aus und kümmerst Dich ausschließlich um Dein Baby, stillst es alle zwei Stunden und lässt den Haushalt von jemandem anders versorgen. Wie viel Milch eine Frau abpumpen oder ausstreichen kann sagt übrigens NICHTS darüber aus, wie viel Milch sie tatsächlich bildet. Erstens gibt es ganz große Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Milchpumpen (und noch dazu arbeitet nicht jede Pumpe bei jeder Frau gleich wirkungsvoll). Zweitens ist das Abpumpen oder Ausstreichen eine Technik, die erlernt werden muss (die Frau muss auch lernen mit der Pumpe einen Milchspendereflex auslösen zu können) und drittens gibt es keine Pumpe, die so wirkungsvoll eine Brust entleeren kann wie ein Baby. Dazu kommt, dass der Milchspendereflex bei der Mutter um ein vielfaches besser durch ein Baby als durch ein Milchpumpe ausgelöst wird. Gerade wenn Du gestresst und nervös bist, kann es sein, dass Du keine Milch abpumpen kannst. Nur keine Angst, dein Kind wird an deiner Brust nicht verhungern. Wenn Du noch weitere Fragen hast, melde dich wieder. LLLiebe Grüße Biggi


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