Lutynia
Liebe Frau Welter, ich habe mich aus lauter Verzweiflung in diesem Forum angemeldet, um Sie um Rat zu bitten. Mein Sohn (14 Wochen) schreit viel an der Brust. Wir hatten von Anfang an Probleme beim Stillen: Es hat nur mit Stillhütchen geklappt, er schien nie richtig angelegt zu sein, sodass er ständig schrie, phasenweise weigerte er sich vollständig an die Brust zu gehen. Wir stillen auch nicht öfter als 3 bis 4 Mal innerhalb von 24 Stunden. Das war von ca. Anfang der 4. Lebenswoche an so. Dafür dauert eine Stillmahlzeit zwischen 2 und 4 Stunden( beide Brüste). „Stöpsel“ ich ihn vorher ab schreit er wie am Spieß, macht sofort sämtliche Hungerzeichen und lässt sich nicht mehr beruhigen bis ich ihm die andere Brust gebe. Meine Hebamme sagte lange Zeit, dass er einfach nur in einem Entwicklungsschub stecke. Demzufolge dauert dieser bereits sein ganzes Leben lang an, ununterbrochen . Sein bisheriges Leben ist demnach ein einziger Schub. Seitdem er ca. 8 Wochen alt ist glaube ich, dass er so viel an der Brust schreit, weil er verzweifelt ist und kaum etwas herauskommt. Wenn ich tagsüber mal abpumpe, dann kommt in der Regel nicht viel bei rum (20-50 ml innerhalb von 25 Minuten bei beidseitigen Abpumpen bzw. aus beiden Brüsten zusammen). Aus Verzweiflung habe ich ihm ab und an mal ein Fläschen mit Pre-Milch gegeben. Danach war der kleine Mann rundum zufrieden. Ein weiteres Indiz für mich, dass meine Milch nicht reicht. Ich habe schon eine Ernährungsberatung hinzugezogen, halte mich strikt daran und trinke täglich Piulatte. Dies hat zwischenzeitlich etwas geholfen, aber nur für wenige Tage. Ich möchte nicht auf Pre-Nahrung umsteigen und so gerne stillen. Deshalb war ich schon bei meiner Gynäkologin, die hatte gesagt, dass das nur ein subjektives Gefühl von mir sei und das bei unseren Breitengraden so gut wie nie vorkomme. Untersuchungen hinsichtlich dessen unternahm sie nicht. Dann war ich deshalb schon zwei Mal beim Kinderarzt. Er sagte Ähnliches und da unser Spatz zum Glück normal an Gewicht zulegt, sei er unbesorgt. Allerdings füttere ich ihn ja auch mit Premilch zu, wenn er vor Schmacht beinahe umzukommen scheint. Meine Hebamme ist auch mit ihrem Latein am Ende und meint, dass ich jetzt alles versucht habe und ich vielleicht doch Abstillen sollte, um Ruhe in unseren Alltag zu bringen. Und dabei ist sie eine totale Verfechterin des Stillens. Ich habe mein Konto überzogen, um mir eine Stillberaterin zu finanzieren. Sie wusste auch keinen Rat bzw. nichts hat geholfen (zusätzlich wie verrückt Abpumpen, ohne Stillhütchen versuchen, andere Stillpositionen und Ortswechsel beim Stillen, Abdunkeln usw.) Seit Wochen sieht unser Stillszenario wie folgt aus: Nachdem unser kleiner Spatz ca. 5 Minuten mit voller Kraft saugt, beginnt er zu schreien und macht Hungerzeichen, dann saugt er zwei, drei Mal gaaanz kräftig, um dann wieder zu schreien. Das wiederholt sich über Stunden!!!, bis ich jedes Mal heulend vor Mitleid aufgebe und ihn zur Beruhigung in die Federwiege lege. Dies hilft aber in der Regel nur Vormittags (morgens trinkt er etwas ruhiger), nachmittags kann er sich nur für maximal 1 Stunde dort beruhigen lassen, oftmals auch kürzer. Herumtragen geht auch gut, während er ununterbrochen Hungerzeichen (Schmatzen, Fäuste in den Mund) macht. Zuletzt habe ich mich an eine Psychologische Praxis gewandt, die auf Regulationsstörungen bei Säuglingen spezialisiert sind. Das Ende vom Lied war, dass sie gesagt haben, dass sie auch mit ihrem Latein am Ende seien. Viele von den von mir aufgesuchten Fachleuten vermuteten anfangs, dass es sich um das Clusterfeeding und/ oder eine Saugverwirrung handelt. Aber am Ende hat das niemand mehr geglaubt, ebenso wenig wie ich. Nun wende ich mich an Sie, in der Hoffnung, dass Sie eine Lösung haben. Ansonsten bin ich wohl gezwungen auf Premilch umzusteigen. Bislang habe ich diese lediglich vier Mal gegeben und habe dann dafür abgepumpt, wobei kaum etwas herauskam. Der einzige Moment, indem er ruhig trinkt, ist, wenn er abends vorab ein großes Fläschchen Milch (180-200 ml) bekommt, dann gewaschen und umgezogen wird und anschließend im abgedunkelten Raum vor mir auf dem Stillkissen mit Nachtlicht liegt. Dann trinkt er ganz ruhig und entspannt an der Brust ca. 1 - 2 Stunden (hierbei trinkt er tatsächlich noch, es ist kein Nuckeln), ehe er einschläft und in sein Bettchen gelegt wird. Ich hoffe wirklich sehr, dass Sie eine Idee haben, die uns helfen könnte. Vielen Dank für Ihre Mühen schon einmal im Voraus! Viele Grüße, Lutynia
Liebe Lutynia! Tatsächlich glaube ich schon an eine Saugverwirrung. Der „Abpumptest“ ist nicht aussagekräftig, wenn es darum geht, festzustellen, wieviel Milch eine Frau bildet. Abpumpen muss gelernt und geübt werden, es muss eine für die Frau passende gut funktionierende Pumpe verwendet werden und selbst die beste Pumpe der Welt kann die Brust nicht so effektiv leeren und zur Milchbildung anregen, wie ein Baby. Immer wieder wird geglaubt, dass man durch Abpumpen erkennen könne, wie viel Milch eine Frau bildet, aber das Abpumpen sagt nie etwas über die wirklich gebildete Milch aus und so hat schon mancher „Abpumptest“ für viele unnötige Tränen gesorgt. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Oft ist es dann so, dass ein Baby „stundenlang“ saugt und nicht satt wird. Da hilft es dann auch nicht, viel und oft anzulegen. Du solltest deshalb wenn möglich auf künstliche Sauger und Flasche verzichten. Hast du schon mal von einem Brusternährungsset oder der Becher- Fütterung gehört? Das kann in deinem Falle hilfreich sein und solltest du der Flaschenfütterung vorziehen. Das Brusternährungsset regt zu gutem Saugen an der Brust an, stimuliert die Milchproduktion und vermeidet den Einsatz von Flaschen. Das Brusternährungsset besteht aus einem Behälter für die zugefütterte Flüssigkeit (einem Plastikbeutel oder einer Flasche), der an einer Kordel um den Hals der Mutter hängt und zwischen ihren Brüsten ruht. Eine dünne Schlauchverbindung geht von dem Behälter zur Brust der Mutter, wo der Schlauch so befestigt wird, dass sein Ende etwa sechs Millimeter über die Brustwarze hinausragt. Bei einigen Modellen besteht die Möglichkeit, den Schlauch im Deckel abzuklemmen, um zu verhindern, dass die Milch bereits fließt, bevor das Baby saugt. Es gibt über verschieden dicke Schläuche je dicker der Schlauch, umso schneller fließt die Milch. Welcher Schlauch zum Einsatz kommt, hängt davon ab, wie wirkungsvoll das Baby saugt und welche Zufütterung es benötigt. Ein Brusternährungsset kann in der Apotheke bestellt werden oder über eine Stillberaterin oder die La Leche Liga bezogen werden. In Deutschland wird nur das Brusternährungsset der Firma Medela vertrieben. Jetzt ist es wirklich wichtig, dass du so schnell wie möglich professionelle Hilfe vor Ort bekommst, du solltest dich unbedingt an eine ausgebildete Still und Laktationsberaterin IBCLB wenden. Schau mal unter: http://www.bdl-stillen.de Die Kosten werden meist von den Kassen übernommen! Ich hoffe sehr, dass es bald besser wird! Ganz liebe Grüße, sei umarmt von Biggi
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