Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Krippenbesuch ab 6 Monaten- Kann ich noch natürlich abstillen?

Frage: Krippenbesuch ab 6 Monaten- Kann ich noch natürlich abstillen?

MamaDita

Beitrag melden

Hallo, meine Tochter wird in gut zwei Wochen mit der Eingewöhnung in der Kinderkrippe beginnen und ist dann gut sechs Monate alt. Mein Mann wird ab nächster Woche mit seiner 2monatigen Elternzeit beginnen und auch die Eingewöhnung machen (stundenweise nach dem Berliner Modell, ich bin vormittags dann nicht da). Bis jetzt stille ich meine Tochter noch voll, wobei wir seit dem 4. Monat angefangen hatten, ihr mittags immer wieder auch mal wechselnde Breie anzubieten- bisher leider ohne großen Erfolg. Sie nimmt immer nur ein paar Löffelchen und davon schluckt sie auch nicht alles.... Haben wir sie vielleicht überfordert? Jetzt steigt langsam meine Unruhe, denn ich hatte mir vorgestellt, dass sie bis zu diesem Termin zur Mittagsmahlzeit schon keine Brust mehr braucht und begeistert Brei isst und wir im April dann das 2. Frühstück durch die Flasche ersetzen. Ab Mai muss sie dann auch auf die Nachmittags-Brust verzichten, da ich dann wieder berufstätig bin. Abpumpen wird leider nicht möglich sein. Ich möchte ihr den Umstieg auf die Flasche möglichst leicht machen, es soll sich für sie zu diesem "Stichtag" nicht alles ändern. Außerdem möchte ich nicht mit Medikamenten abstillen, da ich morgens und abends unser Ritual aufrecht erhalten wollte. Sollte ich vielleicht ab nächster Woche schon abpumpen um sie an die Flasche zu gewöhnen? Haben sie einen Rat, wie ich sie Stück für Stück von der Brust weg bekomme? Oder habe ich mir was vorgemacht und es kann ohne Trauma für mein Baby nicht funktionieren?


Beitrag melden

Liebe MamaDita, ich fürchte, du hast da wirklich unrealistische Erwartungen gehabt. Zunächst einmal ist es so, dass kaum ein Baby mit 4 Monaten schon bereit ist für Beikost, und ob es ihm gut tut, ist ebenfalls umstritten. Darum empfehlen WHO und UNICEF noch immer, Babys 6 Monate ausschließlich zu stillen und erst dann, ganz allmählich, mit der Einführung von fester Nahrung zu beginnen. Und dass man dabei von BEI-Kost spricht zeigt, dass es nicht darum gehen sollte, eine Milchmahlzeit durch Brei zu ersetzen, sondern zu ergänzen. Allein die Babynahrungsindustrie möchte das gern anders sehen und tut ihr möglichstes, uns an der Nase herum zu führen. Zweitens braucht ein Baby die Brust sehr sehr viel länger als 4 oder 6 Monate. Wenn es darum geht, was ihm und seiner optimalen Entwicklung gut tut, dann müssen wir eher von 1 oder mehreren Jahren sprechen - was nicht heißt, dass frau das auch so lange tun müsste. Nur, so lange es ihr gefällt... Jetzt aber zu eurer konkreten Situation, denn darum geht es ja. Du hast 2 Möglichkeiten: Entweder du stillst jetzt zur Flasche hin ab, was bedeutet, dass du nach und nach eine Brustmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit ersetzt. Hier findest du mehr darüber, wie man dabei vorgehen kann: http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/beitrag.htm?id=129771&suche2=zur+Flasche+hin+abstillen&seite=1#start Oder du entscheidest dich, dass du beides machst: Du stillst weiterhin nach Bedarf (also wann immer deine kleine Maus es möchte), in der Zeit in der ihr zusammen seid (nachmittags, abends, nachts, frühmorgens). Und während du weg bist, bietet dein Mann ihr die Flasche an. Das funktioniert in den meisten Fällen ganz wunderbar, und es hat den enormen VOrteil, dass sich deine Kleine dann an der Brust auch die Nähe holen kann, die sie vermissen wird, wenn du bei der Arbeit bist. Wir unterschätzen oft die tatsächlichen Bedürfnisse unserer Kinder. Die sind mit 6 Monaten noch winzig klein und stehen ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Da brauchen sie einfach so viel Nähe, Kuscheln, Körperkontakt, wie es überhaupt nur möglich ist. Damit deine Brust sich daran gewöhnt steigst du am besten jetzt schon auf diese "Zwiemilch"-Ernährung um (falls du diesen Weg wählst). Wie du im Falle gestauter Milch deine Brust entleerst, auch ohne Pumpe, kann dir vielleicht deine Hebamme zeigen, oder eine Stillberaterin in deiner Nähe. Keine Panik: Das wird klappen, egal für welchen Weg zu dich entscheidest!! Lieben Gruß, Kristina


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Frau Welter, Ich habe erstmal eine allgemeine Frage! Wie lange würde es dauern, wenn man ein 16-monate-junges-kind natürlich und langsam abstillen möchte. Zu unserer Situation speziell: mein Sohn ist wie schon erwähnt 16 monate, stillt noch sehr gerne tagsüber und nachts noch und kriegt täglich sein Frühstück, mittag- und abendessen. Ab ...

Liebe Stillberaterin nach 4 Monaten versuche ich nun natürlich abzustillen. Da ich sehr viel Milch habe ist dies nicht einfach. Ich habe nun einzelne Mahlzeiten durch Pulvermilch ersetzt, doch meine Brust spannt sehr. Wenn ich stille, dann immer nur eine Brust. Nun meine Frage: Kann ich auch die Brust meinem Kind kurz geben, damit es nicht so ...

Ich weiß das mich hier jetzt einige verurteilen werden, denn ich hab mir vorher schon andere Beiträge durchgelesen, so richtig zutreffendend auf mich waren sie leider nicht. Ich habe mich dazu entschieden früh abzustillen. Ich möchte gerne relativ schnell wieder arbeiten gehen. Das war so nicht geplant, aber leider bleibt mir nichts anderes übri ...

Guten Tag, Ich bräuchte gern ein paar Ratschläge und Tipps zwecks Abstillen.  Meine Tochter wird demnächst 17 Monate alt und ich habe sehr unsere gemeinsame Stillzeit genossen.  Doch mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr Stillen möchte. Meine Tochter stillt noch häufig. Mindestens 2 mal an einem Kitatag, am Wochenende ...

Hallo, mein Baby ist 8 Monate und isst 4 Mahlzeiten am Tag (Brei). Zwischenzeitlich trinkt er schon Pre statt dem stillen seit cirka 3 Tagen. Ich habe nur mehr in der Früh, Abends und nachts gestillt. Allerdings ist nach einigen Stunden leichter Druck in der Brust. Ausstreichen geht nicht, da keine Milch austritt. Hilft vielleicht Salbeitee? Soll ...

Hallo 😊 ich hoffe, Sie können mir vielleicht helfen. Ich leide gerade sehr darunter, dass meine Tochter (20 Monate) vor einer Woche plötzlich abgestillt hat, weil ich definitiv noch nicht bereit war diese Ebene der Beziehung zu verlassen. Meine Tochter hatte am Montag einen kleinen Unfall, bei dem sie sich auf die Zunge gebissen hat, was sehr geblu ...

Hallo! Mein Sohn ist nun 19 Monate alt und ich würde gerne bald abstillen. Momentan wird er nur noch zum Mittagsschlaf und nachts gestillt. Mein Mann und ich sind uns sehr unsicher, wie wir das abstillen gestalten können ohne, dass es mit nächtelangen exzessiven schreien endet. Wir haben versucht tagsüber ohne Stillen mit ihm schlafen zu gehen, a ...

Hallo! Mein Sohn ist nun 19 Monate alt und ich würde gerne bald abstillen. Momentan wird er nur noch zum Mittagsschlaf und nachts gestillt. Mein Mann und ich sind uns sehr unsicher, wie wir das abstillen gestalten können ohne, dass es mit nächtelangen exzessiven schreien endet. Wir haben versucht tagsüber ohne Stillen mit ihm schlafen zu gehen, a ...

Liebe Biggi, mein Kind ist aktuell knapp über zwei Jahre alt und wird noch gestillt. Nach Trennung von meinem Expartner hat das Stillen sogar noch zugenommen und mein Kind will am Tage und nachts noch verhältnismäßig häufig gestillt werden (viel Unruhe und Spannungen). Jetzt war mein Expartner beim Kinderarzt und hat sich zum Abstillen beraten las ...

Versehentlich doppelter Beitrag