Liebe Frau Welter, unser Sohn wird im Januar 21 Monate, mein Mann hat eine Woche Urlaub und der Zeitpunkt zum Abstillen fühlt sich richtig an. Mom stillt unser Sohn zum Einschlafen und in der Nacht 2 bis 5x. Wobei er nachts eigentlich nur ein einziges Mal viel und mit Appetit trinkt. Er schläft bei uns im Familienbett. Nachdem ich mich etwas belesen habe, möchte ich das Stillen nicht ausschleichen, sondern gleich ganz beenden. Das hatte zum Mittagsschlaf, zwar ein paar Tage mit ein paar Tränen, aber insgesamt ganz gut geklappt. Wie gehen wir vor? Soll nur mein Mann ihn in den Schlaf begleiten und ich ziehe mich zurück? Und wie begleiten wir ihn ohne Stillen in den Schlaf? Schlaf ich erstmal auf dem Sofa, bis wir aus dem Gröbsten raus sind? Sollen wir ihn später hinlegen, damit er müder ist und schneller in den Schlaf findet? Was machen wir, wenn er nachts aufwacht und gestillt werden möchte? Wie trösten wir ihn am besten? Nur mein Mann oder auch ich? Und woher weiß ich, ob er nicht doch vllt Hunger hat - und wenn ja, was geben wir ihm? Wasser? Banane? Wird er genauso oft wie vorher wach werden? Und soll ich ihn jetzt schon darauf vorbereiten oder ihm erst am Tag der Tage erklären, dass die MuMi jetzt leider alle ist. Gibt es da evtl noch andere Ideen? Ich bin etwas aufgeregt, da ich mich einerseits schon auf das Abstillen freue, andererseits aber natürlich auch traurig bin, dass dieser Abschnitt der Mutter-Kind-Innigkeit zu Ende geht und nicht möchte, dass er viel weint. Ich freue mich, wenn Sie mir meine Fragen beantworten könnten und wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein schönes Weihnachtsfest. Viele Grüße Urmel
Liebe Urmel, es gibt da keinen starren Regeln – DU kennst DEIN Kind am besten und wirst merken, was es verkraften kann und was nicht. Es könnte sein, dass es für dein Kind doppelt schlimm wird, wenn die Milch und die Mama weg ist..... Ich persönlich würde das Abstillen mit dem Kind zusammen durchstehen und es trösten und beruhigen. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Wichtig ist, dass du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Ich kann dir noch einen Tipp geben: In diesem Alter hilft es oft, einen "Abstilltag" zu definieren. Dazu kannst du eine "Abstillparty" ansetzen, oder ihr vereinbart ein besonderes Abstillgeschenk, das sich dein Kleiner jetzt schon aussuchen darf, und das er an dem Tag X, den ihr vorab vereinbart, bekommen wird, weil er ja dann nicht mehr stillen wird. Erfahrungsgemäß ist ein Zeitraum von 10 bis 14 Tagen ganz gut. Ihr könnt jeden Tag darüber sprechen, dass am Tag X das letzte Mal gestillt wird, und dein Kleiner dann sein Abstillgeschenk bekommen wird. So kann er sich mental auf den Wechsel vorbereiten, und die Vorfreude lässt bei ihm den Verzicht aufs Stillen in den Hintergrund rücken. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Liebe Grüße Biggi
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