Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Kleinkind 21 Monate abstillen

Frage: Kleinkind 21 Monate abstillen

Mimi18

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Schönen Guten Tag. Ich wünsche Ihnen ein Frohes neues Jahr! Meine Tochter ist mit 21 Monaten noch sehr stark auf meine Brüste fixiert und würde am liebsten ständig dran nuckeln. Wenn ich nicht da bin und sie zb bei der Tagesmutter ist dann fragt sie dort aber auch nicht einmal und isst und trinkt alles. Zuhause fordert sie es dann aber sofort ein. Nachts kommt sie teilweise fast stündlich. Ich bin aktuell schwanger mit Kind Nr.2 und würde gerne jetzt bis zu ihrem 2. Geburtstag abstillen. Kräfte mäßig bin ich wirklich am Ende. Sie schläft bei der Tagesmutter und bei Oma sofort ein. Zuhause klappt es nur mit der Brust. Auch Papa kann sie zuhause nicht hinlegen. Bis jetzt habe ich versucht das wir ihr tagsüber immer wieder gesagt haben das die Milch leer ist und die Brüste ein Pause brauchen aber das wird kaum hingenommen. Sie bekommt extreme Wutausbrüche,schreit,beißt,haut und tritt. Ich versuche ihr immer zusagen das ich sie verstehe,sie wütend sein darf und versuche sie in den Arm zu nehmen,um ihr trotzdem zu zeigen das sie so auch weiter Nähe haben kann. Aber meist stößt sie mich weg und schreit ab,das ich weg gehen soll. Würde ich sie dann in der Situation erstmal in Ruhe lassen? Bis jetzt habe ich das so gemacht das ich einfach nur neben ihr mit etwas Abstand dann sitzen geblieben bin bis sie selber an kam. Tagsüber und nachts biete ich ihr auch immer Wasser an wenn sie fragt , meist trinkt sie auch Wasser und möchte dann trotzdem die Brust. Ich habe gar nicht mehr viel Milch ,ich glaube das sie einfach nur das nuckeln braucht. Haben sie evtl. Tipps für mich wie wir das abstillen am besten angehen können um es für alle Seiten möglichst unproblematisch gestalten können. Ich schaffe es nämlich ganz oft nicht wenn ich sie mittags hinlegen will und sie so schreit weil sie eig die Brust möchte dann ist spätestens nach 1 Stunde Schluss und ich gebe nach,weil ich sie so nicht leiden sehen kann. Aber ich will wirklich nicht mehr stillen und so schnell wie möglich abstillen , das Ziel ist definitiv ihr 2. Geburtstag Vielen Dank. Liebe Grüße


Biggi Welter

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Liebe Mimi18, höre mal ganz genau ich dich hinein, was empfindest DU? Ist es für DICH eher schon ein Machtkampf? Fühlst DU DICH wohl? Wenn du dich nicht mehr wohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht etwas zu ändern. Stillen ist eine ZWEIERbeziehung und du musst dich nicht zwingen. Sicherlich ist es für deine Tochter ein liebgewonnenes Ritual und sie wird die Brust schmerzlich vermissen, aber wenn es dich nur noch nervt, dann spürt deine Kleine das auch. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Das Wichtigste ist jetzt, dass du Klarheit für dich bekommst. Möchtest du sofort komplett abstillen, oder wäre ein "wir stillen nur noch abends zum Einschlafen und morgens vor dem Aufstehen" auch ok für einige Zeit? Je klarer für dich ist, was dein Ziel ist, desto besser lässt es sich erreichen. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Dein Kind wird Regeln lernen und das kann es auch in diesem Alter! Auch DEINE Gefühle sind wichtig und wenn du dich unwohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht, etwas zu ändern! Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Vielleicht ist es aber auch so, dass du gar nicht sooo sehr genervt bist und merkst, dass es noch okay wäre z.B. zum Einschlafen zu stillen. Ich wünsche Euch einen friedlichen Weg, der für alle passt! Lieben Gruß Biggi


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