miramausmira
Hallo, meine Tochter (19 Monate) wird immer noch nach Bedarf gestillt. Sie war noch nie eine gute Esserin, spielt eigentlich mehr mit dem Essen als sie isst. Manchmal kommt es vor, dass sie sehr viel Reis isst, ein anderes Mal spuckt sie ihn einfach aus und isst gar nichts. Ich bin schon seit einiger Zeit an einem Punkt angekommen, an dem ich einfach nicht mehr mag. Zur Zeit stillt sie unzählige Male, sind wir zuhause, kann es vorkommen, dass sie alle viertel Stunde kurz an die Brust will; sie zeigt mir dann auch, dass sie die Seite wechseln möchte etc. - draußen hält sie es auch 3-4 h ohne stillen aus...Zum Einschlafen und nachts wird sie auch gestillt. Ich bin mir sehr sicher, dass ich sie dieses Jahr abstillen möchte, aber ich weiß einfach nicht wie, wenn wir noch nicht einmal eine Mahlzeit richtig ersetzt haben? :-( Ich bezweifle, dass sie sich bald selbst abstillen wird, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, noch bis 3-4 Jahre stillen zu müssen. Es geht mir wirklich schlecht bei dem Gedanken daran. Könntet ihr mir bitte einen Rat geben? Soll ich meine Milchmenge mit Pfefferminz- und Salbeitee reduzieren? Danke und viele Grüße
Liebe miramausmira, Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte Ihnen absolut bewusst sein, wenn Sie Ihr Kind abstillen: Sie ersetzen nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Die immer wieder vorgeschlagene „Curry Methode" (auch Senf Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihr kleiner Sohn kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Wenn Sie jetzt für sich beschlossen haben, dass Sie Ihren Sohn abstillen wollen, so kann ich Ihnen nur davon abraten es auf durch „kalten Entzug" zu tun. Erstens kann dies zu einem schweren Bruch in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind führen und zweitens gibt es keine Garantie, dass Ihr Sohn nach einem Wochenende oder einer Woche, die Sie verschwunden waren nicht doch weiter an die Brust will. Es ist ebenfalls sehr fraglich, ob es das Abstillen fördert, wenn versucht wird die Milchmenge durch homöopathische oder naturheilkundliche Mittel zu verringern. Unter Umständen wird das Kind dann einfach mehr und häufiger an der Brust trinken wollen, um die Milchmenge wieder zu erhöhen. Ich werden Ihnen jetzt ein paar weniger drastische Methoden beschreiben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben, vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen weiterhilft: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum Einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre „punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel oder bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin oder im Stillshop auf dieser Seite erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi
miramausmira
Liebe Biggi, vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe genau die gleiche Antwort schon öfters hier im Forum gelesen. Leider habe ich dies alles (Ablenken, hinauszögern, kein aktives Anbieten mehr etc.) bei meiner Tochter schon probiert. Leider ohne großen Erfolg. Demnach müsste ich eigentlich den ganzen Tag nur draußen mit ihr sein, damit wir nur noch alle 3-4 h stillen - leider ist das aber nicht immer realisierbar bzw. wenn wir danach wieder ein paar Tage öfters zuhause sind, fängt das gleiche Spiel wieder von vorne an. Ich bin einfach nicht mehr glücklich in unserer Stillbeziehung. Ich verstehe natürlich, dass Stillen viel mehr als Nahrungsaufnahme für sie ist. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich ihr die Nähe und Sicherheit, die sie braucht, auch anders geben kann. Ich trage sie z.B. viel und lasse sie nie schreien, sie schläft bei uns etc. Natürlich möchte ich sie gerne sanft abstillen, ich dachte, das wäre machbar innerhalb Ende dieses Jahres. Bis dahin versteht sie ja auch schon ein wenig mehr. Noch länger möchte ich sie auf keinen Fall stillen, da würde ich ehrlich gesagt auch schon über Abstilltabletten nachdenken, anders wüsste ich mir sonst nicht mehr zu helfen. Aber ich hoffe, dass wir es auch so schaffen, wir haben ja noch 9 Monate Zeit, es langsam anzugehen.... Viele Grüße, Sabrina
Mitglied inaktiv
Hallo ;-) Bei uns hat mit 17 Monaten der Pflastertrick über nacht und ohne Stress funktioniert. Und ich hatte absoluten Horror vorm Abstillen, konnte aber einfach nicht mehr, da nachts mindestens jede Stunde. Vielleicht ist das was für euch? LG
miramausmira
Vielen Dank auch für deine Antwort! Von dem Pflastertrick habe ich noch nichts gehört, werde mich aber mal schlau machen. :-) Ich denke, ich werde einfach einige Sachen in den kommenden 8 Monaten ausprobieren und gucken, worauf sie stressfrei reagiert. LG
Mitglied inaktiv
.. wenn du Fragen hast gerne auch pn!viel erfolg!
ebe Sabrina, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Eine Möglichkeit ist, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, dass Du das Stillen als unangenehm empfindest und dass Du denkst, dass es nun an der Zeit ist, eure gemeinsame Stillzeit zu beenden oder zumindest das viele Stillen einzuschränken. Überlegt gemeinsam, wie ihr nun zu einem harmonischen Ende finden könnt. Vielleicht indem ihr auf ein bestimmtes Datum hinarbeitet oder aber auch durch ganz klare Regeln, die auch lauten können „Es wird nur noch gestillt, wenn es dunkel ist“ oder „wir stillen nur noch am Morgen“. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Abstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Es ist in unserer Gesellschaft nicht extrem verbreitet ältere Kinder zu stillen, doch das bedeutet keineswegs, dass dies unnormal ist. Weltweit werden sehr viele Kinder in diesem Alter gestillt und auch bei uns gibt es mehr Kinder als allgemein gedacht wird, die auch deutlich nach dem zweiten Geburtstag gemeinsam mit ihrer Mutter die Stillbeziehung noch genießen (nur geht nicht jede Frau damit „hausieren", denn viele Frauen haben einfach keine Lust mehr, sich ständig „rechtfertigen" zu müssen). Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt deine Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass dein Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass dein Sohn sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil er auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. LLLiebe Grüße Biggi Welter
miramausmira
Vielen Dank! :-)
KatinkaKatzenfuß
Hallo! Es ist schon viele Jahre her, aber wie ist eure Stillgeschichte weiter gegangen? Ich bin aktuell in genau der gleichen Situation mit dem einzigen Unterschied das meine Tochter besser isst. Liebe Grüße!!
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