Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Kind 2 Jahre, 8 Monate abstillen?

Frage: Kind 2 Jahre, 8 Monate abstillen?

Jahne

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Hallo, meine Tochter ist mittlerweile 2 Jahre und 8 Monate alt. Wir stillen noch zum Einschlafen und häufig auch noch zum Aufwachen, manchmal auch nachts nach einem schlechten Traum. Wir schlafen in einem Familienbett. Aus verschiedenen Gründen möchte ich nun langsam endlich abstillen: Zunächst trinkt sie nicht nur mal kurz, bis die Milch leer ist und lässt dann von der Brust ab. Sie nuckelt immer mindestens 30 Minuten, häufig docke ich sie dann irgendwann ab, weil es für mich unangenehm wird, denn sie knibbelt und kneift dabei auch immer (von Anfang an, ich hab schon alles versucht, es ihr abzugewöhnen... mittlerweile ist die Haut auf meinen Brüsten unempfindlich geworden, aber unangenehm ist es trotzdem noch). Morgens stelle ich mittlerweile den Wecker früher, damit wir genug Zeit zum Stillen haben, wir sind schon öfter deswegen zu spät in den KiGa gekommen. Docke ich sie ab, ist sie sehr traurig und möchte gern noch weitermachen, ich komme mir manchmal schon wie ein Nuckel vor! Wenn sie nur 5 Minuten oder so trinken würde, wäre es ok, aber so lange nervt es mich mittlerweile sehr! Ich höre seit einiger Zeit dabei ein Hörbuch, weil ich sonst zu ungeduldig werde. Außerdem möchte ich gern wieder schwanger werden und da meine Tochter noch sehr auf die Brust fixiert ist, möchte ich eigentlich bald das Stillen aufhören, damit sie nicht ganz so eifersüchtig auf das neue Geschwisterchen ist. Tandemstillen kann ich mir (gerade wenn das erste Kind eigentlich schon größer ist) nicht vorstellen. Einfach aufhören ist nicht möglich, meine Tochter liebt eigentlich nichts so sehr wie das Stillen! Sie ist hochsensibel und kognitiv schon sehr weit, verfällt aber bei jedem Stillen wieder in eine Babyrolle und ich weiß nicht, ob das so in Ordnung ist. Behindere ich sie durch das Stillen darin, "groß" zu werden? Ich weiß, dass die Phase des für Menschenkinder natürliche Abstillalter bei ihr gerade erst beginnt, aber ist es noch normal, dass sie so auf das Stillen fixiert ist? Der Papa durfte sie bisher noch nie ins Bett bringen, ohne Stillen dreht sie völlig durch, schreit, schlägt und steigert sich richtig in ihr Elend rein. Daher haben wir es bisher nur selten versucht und jeden Versuch vorzeitig abgebrochen, denn sie reagiert sonst auf nichts so heftig. Durch ihre Hochsensibilität habe ich auch Sorge, dass ich ihr sogar damit schade, wenn ich ihr das Stillen verwehre, da sie dabei völlig entspannen kann und es ihre Art der Stressbewältigung ist (wenn im KiGa viel los war, fragt sie auch mal nachmittags nach der Brust). Aber irgendwann muss doch auch mal Schluss sein und ich würde auch abends gern mal wieder einfach weggehen können, mich mit Freundinnen treffen oder sowas. Ich bin also hin- und hergerissen zwischen meinen eigenen Wünschen und ihren Bedürfnissen und hoffe hier auf einen Rat, wie ich endweder auch ein hochsensibles Kind schadlos und sanft abstillen kann oder sich wieder eine harmonische Stillbeziehung einstellen kann (vielleicht durch Entkoppeln von Stillen und Einschlafen - nur wie?) Liebe Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Jahne, sicher ist Dein Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen zunächst einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden, dass ihr wieder zu einer harmonischen Stillbeziehung finden werdet. Falls Du feststellst, dass das punktuelle Abstillen (also eine Art eingeschränktes Stillen) für dich immer noch nicht der Weg ist, den Du gehen willst, dann solltest Du dich in einem ruhigen Moment mit dir selbst auseinander setzen, was Du willst und dann entsprechend dieser Entscheidung und ohne Zweifel handeln. Wichtig ist dabei, das Du dir deiner Entscheidung ganz sicher bist, denn jedweden Zweifel wird dein Kind sofort spüren und entsprechend handeln. Ich möchte Dir nun noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Außerdem möchte ich dir das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Dort findest Du viele Tipps für das Stillen von älteren Babys und Kleinkindern. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL-Stillberaterin erhältlich. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. LLLiebe Grüße Biggi


Avalou

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Huhu, Bei uns ist gerade das selbe Szenario. Darf ich fragen was beim abstillen geholfen hat und wie es euch damit erging? Liebe Grüße


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