Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Keine milch ?????

Frage: Keine milch ?????

Mitglied inaktiv

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hallo zusammen, mein sohn (5 wochen alt) wird gestillt. ich hatte von anfang an das problem das ich irgendwie nicht genügend milch hatte. er schafft es soagr die brüste so leer zu trinken das er am trockenen nippelt. tagsüber habe ich so viel milch das ich sogar in der schlafphase meines sohnes abpumpen muß da mir sonst die brüste sehr weh tuen. leider kann ich auch nur mit stillhütchen stillen da mein sohn die brustwarzen nicht zu packen bekommt. ich hab schon des öfteren versucht ihn nach dem antrinken mit STillhütchen , die brust ohne hütchen anzubieten,aber leider klappt es nicht.wir haben eigentlich ein guten rythmus beim stillen, er kommt im moment alle 2 1/2 std und nachts alle 4 - 5 std ! um 22:30 die letzte abendmahlzeit! Ich vergleiche immer mit meinem 1. sohn da war das stillen irgendwie geregelter und gleichmäßiger, ihn konnte ich 7 monate lang stillen ohne fläschchen zugeben. was mach ich falsch? oder bin ich zu nervös. ich weiß echt nicht wo dran es liegt das er an manchen tagen an leeren brüsten nuckelt. auch dabei strampelt er wild mit denärmchen und beinchen und wackelt stark mit seinem köpfchen. so als wolle er noch irgendwo milch herbekommen! wie gefragt :mach ich irgend etwas falsch? danke für eure hilfe lg anja


Biggi Welter

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Liebe Anja, hat Ihr Baby ausreichend zugenommen oder füttern Sie zu? Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys (und keinesfalls ein Einschlafproblem). Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Ein Wachstumsschub ist mit etwa sechs Wochen zu erwarten. Wachstumsschübe sind Zeiten erhöhter Nachfrage, in denen das Baby sehr oft gestillt werden möchte. Wird das Baby dann auch häufig angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal "mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Sie haben dann nicht zu wenig Milch, sondern der Bedarf Ihres Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Aber auch ohne Wachstumsschub ist es normal, dass ein so kleines Baby mindestens acht bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden will. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das "Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Auch die Stillhütchen werden Sie irgendwann verbannen können, Geduld ist hier das Wichtigste. Die folgenden Vorgehensweisen haben sich bewährt: Schrittweises Abschneiden der Spitze des Stillhütchens. Einige Mütter entwöhnen ihre Babys erfolgreich von den Stillhütchen, indem diese umstülpen und dann jeden Tag (oder vor jedem Stillen, wenn das Baby dies akzeptiert) einen dünnen Streifen aus der Mitte herausschneiden, bis nichts mehr übrig bleibt. Zum Schneiden wird eine scharfe Hautschere oder eine Rasierklinge verwendet. Bei einem Stillhütchen aus Silikon darf diese Methode nicht angewendet werden, weil beim Schneiden scharfe Kanten entstehen. Das Stillhütchen schnell wegziehen, während das Baby an der Brust trinkt. Das Baby trinkt zu Beginn mit dem Stillhütchen. Nachdem der Milchspendereflex eingesetzt hat, wird das Stillhütchen schnell weggezogen und das Baby direkt an die Brust angelegt. Das Stillhütchen mit Stoff ausstopfen. Manche Mütter haben ihren Babys die Stillhütchen abgewöhnt, indem sie diese mit etwas sauberem Stoff ausgestopft und das Stillhütchen zu Beginn der Stillmahlzeit wie gewohnt angelegt haben. Das Baby wird merken, dass es die Milch nur direkt von der Brust bekommt und allmählich die Brust dem Stillhütchen vorziehen. Weitere gezielte Hilfe kann Ihnen eine Stillberaterin vor Ort im direkten Gespräch geben. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Liebe Grüße, Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Hallo Frau Welter, vielen lieben dank für die ausführliche antwort, wenn salih an die brust möchte biete ich sie ihm ja an, er saugt ei bisschen und döst meistens dabei ein, ich geniesse dieses zusammen sein auch sehr. aber warum passiert es dann das er aus den brüsten nichts mehr herausbekommt und wild an der brust rum zieht und drückt? also wenn er dann absolut unruhig ist und bleibt dann bekommt er pre milch, diese trinkt er mit ca 40-50 ml! beim letzten hebammenbesuch ,leider auch der letzte besuch, wog er stolze 4060 gramm!da war er 4 wochen alt! als ich gerade gestillt habe habe ich versucht ihn ohne stillhütchen anzulegen, ich habe eine brust da kommt die milch nur so rausgeschossen die hat er auch ohne genommen:-) aber sobald er etwas kräftiger saugen muß verlangt er das hütchen:-( auch heute nacht hat er bis 5 uhr durchgeschlafen, seine letzte mahlzeit bekam er gegen 22uhr 30! was mach ich denn in diesen große abständen wenn er tagsüber in kurzen abständen kommt, stellt sich die brust auch darauf ein????? obwohl dies mein 2. stillkind ist sind wieder so viele fragen offen! danke für ihre antwort lg anja


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Liebe Anja, es ist sehr schwierig von hier aus zu beurteilen, warum dein Kind unruhig ist. Doch Tatsache ist, dass die Schwierigkeiten meist noch stärker werden, wenn man beginnt, eine Flasche zu geben - denn die Kleinen werden dann noch viel ungeduldiger an der Brust. Solange ein Baby gut gedeiht darf es auch durchaus mal unruhig sein und nur kurz trinken. In der Regel gibt es Zeiten (meist nachts), in denen es besser trinkt und sich das holt, was es in der unruhigen Zeit verpasst. Sicher könnte es euch gut tun, euch einer Stillgruppe anzuschließen, denn man profitiert viel von den Erfahrungen der anderen Stillmütter, die meist ganz ähnliche Situationen erlebt haben und gute Tipps geben können. Hast du mal geschaut, ob du eine in der Nähe hast? Lieben Gruß, Kristina


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