Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ich will abstillen - aber sie nicht. Tipps?

Frage: Ich will abstillen - aber sie nicht. Tipps?

kartöffelchen

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Hallo, langsam verzweifle ich beim Abstillen. Meine Tochter ist inzwischen 17 Monate alt. Würde sie noch 1,2x am Tag gestillt werden wollen, wäre das für mich okay. Aber in letzter Zeit will sie nur noch und ständig an die Brust, oft 2-3x pro Stunde. Mir wird das zu viel, ich will und kann nicht den ganzen Tag mit ihr an der Brust verbringen. Sie will kaum was anderes noch essen, ich dachte erst, ihr würde vielleicht der Hals weh tun, aber der Kinderarzt konnte nichts finden. Ich weiß langsa nicht mehr weiter, wenn ich ihr die Brust nicht gebe schreit und schreit sie, wirft sich auf den Boden und stößt mich weg. Ablenken funktioniert nicht, Alternativen in Form von Essen oder Trinken nimmt sie nicht. Ich geb ihr alle 4 Stunden die Brust, stell dafür sogar den Wecker. Dazwischen nicht. Aber alle Konsequenz hilft nicht, das geht jetzt seit Wochen so. Je mehr sie schreit, desto weniger will ich stillen. Inzwischen bin ich soweit komplett abstillen zu wollen. Habt ihr Tipps für mich, wie ich sie abgestillt bekomme, ohne dass sie stundenlang schreit? Danke!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe kartöffelchen, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Eine Möglichkeit ist, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, dass Du das Stillen als unangenehm empfindest und dass Du denkst, dass es nun an der Zeit ist, eure gemeinsame Stillzeit zu beenden oder zumindest das viele Stillen einzuschränken. Überlegt gemeinsam, wie ihr nun zu einem harmonischen Ende finden könnt. Vielleicht indem ihr auf ein bestimmtes Datum hinarbeitet oder aber auch durch ganz klare Regeln, die auch lauten können „Es wird nur noch gestillt, wenn es dunkel ist“ oder „wir stillen nur noch am Morgen“. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Baby spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Abstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt deine Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass dein Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass deine Tochter sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil sie auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Hudhud

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Sorry fürs Einmischen. Vielleicht hat es mit der sogenannten "Wiederannäherungskrise" zu tun. Im Expertenforum von Dr. Posth kannst du das Wort bei der Stichwortsuche raussuchen. Viel Glück.


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