Frau Engel
Liebe Frau Welter, es ist zwar schon einige Zeit her, aber es beschäftigt mich immer noch. Letzten Juli habe ich unseren Sohn (da war er 17 Monate alt) abgestillt. Grund war eine Darmspiegelung, die ich kurz danach machen musste. Der Arzt hat mir empfohlen, abzustillen. Leider habe ich auf ihn gehört, im Nachhinein habe ich erfahren, dass das Abstillen nicht notwendig gewesen wäre. Zu dem Zeitpunkt habe ich ihn meistens nur noch zweimal nachts gestillt, tagsüber hat er relativ viel gegessen. Ich habe zwar sanft abgestillt, hab meinem Kind erklärt, dass ich nachts nicht mehr stillen möchte, dafür aber ganz viel mit ihm kuscheln werde. Mein Sohn hat in den ersten zwei Nächten geweint, ich konnte ihn aber trösten und wieder in den Schlaf begleiten. Er trinkt seitdem auch aus der Flasche. Trotzdem tut es mir so leid. Ich hätte ihn gerne länger gestillt, am liebsten so lange, bis er sich selbst abgestillt hätte. Ich bereue es so sehr, dass ich auf den Arzt gehört habe, ohne mir eine zweite Meinung einzuholen. Außerdem habe ich Angst, dass ich meinem Sohn damit geschadet habe. Wie sehen Sie das?
Liebe Frau Engel, geschadet hast du deinem Kind sicherlich nicht und du merkst ja auch, dass es zufrieden und glücklich ist. Trotzdem spüre ich deine Trauer und ich bin immer wieder entsetzt, wie schnell zum Abstillen geraten wird, obwohl das gar nicht nötig ist. Lass deine Gefühle der Trauer zu, aber bleibe nicht dort stehen. Du hast viele Möglichkeiten, deinem Kind Liebe, Nähe, Geborgenheit und Trost zu geben, auch wenn du nicht stillst. Nicht nur stillende Mütter sind gute Mütter. Lieben Gruß Biggi
Frau Engel
Vielen Dank für Ihre tröstenden Worte, das hat mich wieder etwas aufgebaut. Ich möchte mich für Ihre großartige Arbeit hier bedanken und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein schönes Weihnachtsfest!
Oh, wie goldig, ich bin richtig gerührt! Vielen lieben Dank für diese Zeilen, die mich sehr berühren! Biggi
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