Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Hilfe, ich brauch mehr Milch!

Frage: Hilfe, ich brauch mehr Milch!

Mitglied inaktiv

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Seit ein paar Tagen ist mein Kleiner, 9 Wochen alt, sonst ein recht pflegeleichtes Baby die ganze Zeit quengelig und schläft auch schlechter. Heute morgen hab ich ihm zusätzlich zur Brust auch noch aufgetaute, abgepumpte Milch gegeben, da hat er noch 125 ml (!!!!) weggekippt wie nix und war dann total friedlich! Er hat also nur Hunger! Jetzt trinke ich schon den ganzen Tag Kräutertee, pump zwischen den Mahlzeiten je Brust 20 ml ab 8mehr geht nicht) und leg ihn alle 3 Std. an. Kann ich sonst noch was machen? Bis jetzt ist es noch nicht mehr geworden.... Streß hab ich leider auch (Handwerker im Haus) Danke für Tips Diana


Biggi Welter

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? Liebe Diana, kleine Babys können sehr anstrengend sein und wenn dann noch Stress dazu kommt (und Handwerker im Haus bedeuten in der Regel eine Menge Stress und anschließend auch noch eine Menge Arbeit zum Saubermachen), dann kann es vorkommen, dass eine Mutter absolut verkrampft und erschöpft ist. Das spürt das Baby natürlich und ist dann noch sehr viel anhänglicher als ein so kleines Baby ohnehin schon ist. Bei einem gestillten Baby bedeutet das auch, dass es häufiger an die Brust möchte. Dazu kommt, dass Ihr Sohn vermutlich gerade noch einen Wachstumsschub hat und deshalb sehr oft gestillt werden will. Wachstumsschübe sind Zeiten erhöhter Nachfrage, in denen das Baby sehr oft gestillt werden möchte. Wird das Baby dann auch häufig angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal „mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Sie haben dann nicht zu wenig Milch, sondern der Bedarf Ihres Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Das Beste was Sie jetzt tun können - so weit es Ihre Situation erlaubt - ist sich mit samt dem Baby ins Bett zu legen und sich hauptsächlich auf sich und ihr Kind zu konzentrieren. Ruhe und Entspannung sind Zaubermittel, um die Milch besser fließen zu lassen. Je mehr Ruhe Sie sich gönnen können desto besser. Um Ihre Milchmenge zu steigern ist häufiges Anlegen wichtig. Abpumpen dürfte in Ihrer Lage jetzt nur zusätzlichen Stress bedeuten. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb sollten Sie Ihr Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Etwa alle zwei Stunden (jeweils vom Beginn der letzten Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit gerechnet) und vermeiden Sie den Schnuller. Der Schnuller befriedigt das Saugbedürfnis ihres Kindes, ohne dass es dabei Nahrung erhält. Bei einen wenig zunehmenden Kind ist dies nicht günstig. Um das Interesse Ihres Babys an der Brust wachzuhalten, können Sie es mit Wechselstillen versuchen. Beim Wechselstillen legen Sie Ihr Baby an und stillen es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nehmen Sie es sanft von der Brust (vergessen Sie nicht den Saugschluss zu lösen) und lassen es aufstoßen, streicheln seine Fußsohlen oder massieren es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Sie es wieder etwas ermuntert haben. Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Der Schlaf eines zögernd zunehmenden Kindes ist nicht heilig. Achten Sie darauf, dass SIE so viel Ruhe und Erholung wie möglich bekommen (am besten legen Sie sich zusammen mit Ihrem Baby ins Bett) und sich möglichst ausgewogen und ausreichend ernähren. Kohlenhydratreiche Nahrung wirkt sich positiv auf die Milchmenge aus. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Sie müssen keinen Milchbildungstee trinken und wenn Sie ihn trinken wollen, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme bei den Kindern verursachen. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr wirkt sich NICHT positiv auf die Milchbildung aus. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung („schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Sie trinken genügend, wenn Sie sich nicht ausgedörrt fühlen, wenn Ihr Urin hell ist und Sie keine Verstopfung bekommen. Bieten Sie bei jeder Mahlzeit beide Brüste an. Dadurch das Baby wirklich die gesamte vorhandene Milch bekommt und die Milchproduktion in beiden Seiten angeregt wird. Achten Sie auf eine korrekte Stillhaltung und richtiges Ansaugen Ihres Babys. Das Baby darf nicht nur die Spitze der Brustwarze in den Mund nehmen. Seine Lippen müssen auf dem Warzenhof aufliegen. Nicht selten liegt es an einer ungünstigen Saugtechnik des Babys, wenn die Milchmenge nicht ausreicht ist. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstegelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Hallo. Dein kleiner hat bestimmt einen Wachstumsschub, das ist völlig normal. Wenn meiner das hat dann kann ich ihn alle 1,5-2Stunden anlegen. Mit Deinem den ganzen Tag Teetrinken, kannst Du aber auch genau das Gegenteil bewirken. Trink lieber stilles Wasser, denn Biggi sagt immer Tees sind Medizin, und ein Gesunder Mensch brauch doch auch keine Medizin. Vorallem immer nur die Ruhe bewaren, denn wenn Du Stress hast, überträgst Du auch auf das Baby. Es dauert nur ein bisschen bis sich der Bedarf und die Nachfrage eingespielt haben, das beste ist: öfter (nicht länger)immer für ein paar Minuten anlegen. LG Silke


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