Newyorkdoll
Liebe Biggi, liebe Kristina vielen Dank für Ihre einfühlsamen Antworten, die mir schon oft weitergeholfen haben. Jetzt habe ich wieder eine für mich sehr wichtige Frage: Meine Tochter ist 24 Monate alt und wird noch abends und nachts gestillt (am Wochenende, wenn wir die ganze Zeit zusammen sind, auch tagsüber). Jetzt bin ich wieder ganz frisch schwanger. Meine Brustwarzen sind etwas wund. Im Großen und Ganzen finde ich es noch okay, sie zu stillen. Aber (nachts) bin ich jetzt öfter genervt. Und mag nich mehr. Manchmal dreht sie sich dann um und schläft weiter. Jetzt bin ich 5 Tage nicht da und irgendwie würde ich gern die Zeit nutzen, sie abzustellen. Aber ich habe auch ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber. Sie braucht das Stillen noch ziemlich bzw. genießt sie die Nähe. Und ich auch. Ich möchte so schonend wie möglich abstillen/ weniger stillen. Haben Sie da einen Tipp, wie ich mich nach den 5 Tagen verhalten kann. Wird das Baby in meinem Bauch durchs Stillen beeinträchtigt? Vielen Dank!
Liebe Newyorkdoll, tatsächlich ist es so, dass einige schwangere Frauen Probleme mit sehr empfindlichen oder sogar wunden Brustwarzen haben, die auf die Hormonumstellung durch die Schwangerschaft zurückzuführen sind. Wie lange diese Empfindlichkeit und das Wundsein anhalten, lässt sich nicht vorhersagen. Leider helfen, die meisten Empfehlungen für wunde Brustwarzen in dieser Situation nicht. Wenn die Schmerzen erträglich sind, ist es möglich während der gesamten Schwangerschaft weiter zu stillen und sogar nach der Geburt des nächsten Babys beide Kinder zu stillen (das wird Tandemstillen genannt). Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf schadet das Stillen nicht. In der Regel kann eine gut ernährte Mutter, sowohl das ungeborene Baby als auch das gestillte Kind, wenn es älter als ein Jahr ist, ausreichend zu versorgen. Ist das Stillkind noch jünger als ein Jahr, sollte auf seine Entwicklung und seinen Gewichtsverlauf geachtet werden. Die Mutter sollte darauf achten, dass Sie angemessen zunimmt, gesund und nahrhaft isst und genügend Zeit zum Ausruhen hat. Manche Frauen brauchen deutlich mehr zusätzliche Kalorien. Sie Die sollte also auf eine gute und ausgewogene Ernährung achten, um Mangelerscheinungen bei sich selbst zu vermeiden. Viele Kinder stillen sich im Laufe der erneuten Schwangerschaft allerdings von ganz alleine ab, unter anderem deshalb, weil sich der Geschmack der Milch verändert. Probiere es doch einfach aus, wie es sein wird, wenn Du nach 5 Tagen wieder nach Hause kommst. Vielleicht will Dein Kind die Brust dann gar nicht mehr oder lässt es leichter zu, wenn Du ablehnst. DU kennst DEIN Kind besser wie jeder andere Mensch und Du wirst spüren, was Dein Kind verkraften kann. Du musst in dich hinein spüren und überlegen, wie wichtig dir das Abstillen ist oder ob Du Euch allen noch etwas Zeit schenken möchtest und kannst. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Sicher ist ein 24 Monate altes Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deiner Tochter darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Vielleicht ist es aber auch so, dass es gar nicht sooo eilig ist, dass es so noch okay ist für dich. Dein Kind wird diese Phase hinter sich lassen, auch ohne Druck und von ganz alleine immer weniger stillen. Ich wünsche dir, dass Du eine für Euch alle gute Entscheidung treffen kannst! LLLiebe Grüße Biggi Welter
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