Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, mein Sohn ist 14 Monate alt und möchte nach wie vor jede Nacht gestillt werden. Wie mache Ich Ihm begreiflich das er so langsam aber sich durchschlafen soll? Ich stllte Ihn tagsüber schon seit dem 9. Monat nicht mehr und er möchte auch gar nicht mehr von mir trinken. Leider macht er in der Nacht so ein Terror, daß Ich Ihn gerne stille. Er verweigert die Flasche total also ist er egal ob Ich Tee oder sonst irgendetwas in die Flasche geben. Er nimmt sie nicht einmal in den Mund. Kannst du mir einen Rat geben ? Lieber Grüße Monika
? Liebe Monika, ich habe kein Patentrezept, wie ein Kind dazu gebracht werden kann, dass es die Nacht durchschläft, ehe es dazu bereit ist. Hätte ich ein solches Patentrezept, das das Kind achtet, würde ich ein Buch darüber schreiben und viel Geld damit verdienen. Wenn Du dich einmal bei aufrichtigen Eltern umhörst, dann wirst Du erleben, dass sehr viele Kleinkinder nachts mehrmals aufwachen und die Nähe der Mutter/Eltern brauchen. Nur leider ist es so, dass dies nur wenige Eltern zugeben, denn schließlich wird ja überall der Eindruck vermittelt, dass es „nicht normal" ist, wenn ein Kleinkind nicht durchschläft. Was hättest Du gewonnen, wenn dein Kind nachts statt gestillt zu werden, eine Flasche trinken würde? Du würdest genau so aufwachen, aber es ist anstrengender einem Kind die Flasche zu bringen, sie vielleicht auch noch zu halten, als sich umzudrehen, das Kind anzulegen und beide können wieder einschlafen. Übrigens sind es oft die Kinder, die tagsüber nicht mehr gestillt werden, die dann in der Nacht nachholen. Wenn ein Kind, das tagsüber nicht mehr gestillt wird, nachts sehr oft nach der Brust verlangt, kann es deutlich weniger werden, wenn es tagsüber wieder an der Brust trinken darf. Es ist keineswegs ungewöhnlich, dass ein Kleinkind nachts mehrmals aufwacht und dies unabhängig davon, ob es gestillt wird oder nicht. Vor allem in Zeiten, in denen die Kinder eine neue Aufgabe meistern und die Entwicklung besonders schnell voranschreitet (wie zum Beispiel beim Laufen lernen) sind die Nächte oft besonders unruhig. Da Stillen viel mehr ist, als nur eine Form der Ernährung ist es für ein gestilltes Kind absolut normal, dass es in dann die Sicherheit und Geborgenheit und Nähe an der Brust sucht und so im engen Kontakt mit der Mutter (ein)schläft. Das hat nichts mit Gewohnheit zu tun, sondern ist das natürliche Verhalten, das aber von uns „modernen" Menschen offensichtlich immer wieder mit Argwohn betrachtet wird. In anderen Kulturen, in denen es als normal angesehen wird, dass Babys und Kleinkinder nachts aufwachen, wird überhaupt nicht so ein Aufhebens um dieses Thema gemacht - und den Erwachsenen und Kindern geht es nicht schlechter als bei uns - eher im Gegenteil. Auch wenn es immer wieder so dargestellt wird, ist es durchaus nicht so, dass den Kindern dieses Verhalten abgewöhnt werden müsse, denn sobald ein Kind reif genug ist, wird es dieses Verhalten von alleine ablegen. Nur ist es nicht so, dass ein Kind unbedingt mit einem Jahr oder 18 Monaten so weit sein wird, das kann auch länger dauern. Wenn Du nicht warten willst, bis dein Kind von selbst so weit ist, kannst Du versuchen, es nachts auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen. Das kann bedeuten, dass es für alle Beteiligten deutlich anstrengender wird als zu stillen und es wird vermutlich auch nicht ganz ohne Protest oder Tränen abgehen. Falls Du tief in deinem Innern davon überzeugt bist, dass es für euch wichtig ist, dass dein Kind bald abgestillt ist, dann kannst Du mit viel Liebe und Geduld, das nächtliche Stillen immer weiter verkürzen und durch andere Rituale ersetzen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. In diesen Gesprächen kannst Du dein Kind immer wieder darauf hinweisen, dass Du der Meinung bist, dass das Stillen in der Nacht nun eingeschränkt wird, dass Du es aber weiterhin genau so sehr lieb hast, wie schon immer. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja in der ersten Zeit zuerst stillen und dann deinem Partner übergeben. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wenn Du gerne liest und ein Buch lesen möchtest, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich dir wärmstens „Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Du im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin bekommen kannst. LLLiebe Grüße Biggi
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