Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, ich stille meine 7 Monate alte Tochter noch immer voll. Geburtsgewicht 3940g,50 cm, niedrigstes Gewicht 3680g, jetzt 7400g,68 cm. Unsere Vorgeschichte: Mit ca. 3 Wochen hat Annina Milchschorf bekommen, der nach kurzer Zeit nicht nur den Kopf , sondern von den Augenbrauen ausgehend auch die ganze Stirn bedeckte, hinter und in den Ohren und an den Nasenflügeln wuchs. Meine Hebamme diagnostizierte Kuhmilchallergie bzw. -,unverträglichkeit. Seit mitte August esse ich keine Milchprodukte mehr, auch alle Nahrungsmittel die Milcheiweiß enthalten meide ich. Die Haut wurde relativ schnell wieder gut. Mit ca. 5 Monaten hat sie nun einen Ausschlag en twickelt, der zwar nicht juckt, aber heftig aussieht. Wegen dieser Hautprobleme und der Beikost-Frage war ich nun bei einer Ärztin für Naturheilverfahren, die mit Kinesiologie arbeitet. Annina hat auf viele gängige Lebensmittel reagiert, z.B. Weizen, Reis,Mais, Fisch, Soja, Milch von Kuh, Schaf und Ziege, alle üblichen Obstsorten u.s.w. Da ich nicht bereit war abzustillen ("Sie schaden ihrem Kind mit ihrer Milch"), bekam ich eine wirklich heftige Diät aufs Auge gedruckt. Zusätzlich zu den oben genannten Lebensmitteln darf man ca. 40 Sachen von Haus aus nicht essen. Jedes der Lebensmittel, die ich essen darf nur jeden 4.Tag, keine Gewürze, spezielles Brot (schmeckt zum K...), spezielle Nudeln (noch schlimmer), nichts Fertiges (auch keine Brühwürfel, oder Senf).... Nach 2 Wochen habe ich die Diät abgebrochen (physisch und psychisch am Ende, 3kg weniger und ständig Hunger). Jetzt ist die Haut meiner Kleinen wieder etwas schlimmer geworden /kleine rote Pusteln an Bauch und Rücken, die aber komischerweise in der Früh kaum zu sehen sind, man kann aber fühlen, dass da was ist; abends blüt sie richtig, aber kein Juckreiz!) Ich habe natürlich ein total schlechtes Gewissen, weil ich die Diät nicht geschafft habe, aber ehrlich gesagt, ist die Milcheiweißfreie Ernährung schon nicht leicht. Nun meine Fragen: 1. Ist Abstillen doch besser? 2. ach diesem Rotationsprinzip der Diät würde Annina mittags am 1. tag z.B. Kartoffeln bekommen, am 2. Tag z.B. Zucchini und am 3. Tag Haferschleim. Dann wieder von vorne. Das wärendrei neue Nahrungsmittelauf einmal. Es widerspricht so sehr allem was ich bisher gehört und gelesen habe, dass ich mich nicht traue Beikost einzuführen. Was meinst Du dazu??? Vielen Dank für deine Hilfe, liebe Grüße von einer echt verzweifelten Silke mit Annina
? Liebe Silke, ich kann deine Verzweiflung gut verstehen und habe Zweifel an dem Sinn einer solchen Extrem-Diät und vor allem zeigt die Aussage „Sie schaden Ihrem Kind mit Ihrer Milch", dass die- oder derjenige, nicht gerade sehr viel über Muttermilch weiß. Im Januar 1999 ist unter dem Titel „Breast-feeding of allergic infants" von Isolauri E, Tahvanainen A, Peltola T, Arvola T, Department of Pediatrics, University of Turku, Finland eine Studie erschienen, nach der plötzlich überall zu lesen stand, dass Kinder mit Neurodermitis oder ähnlich gelagerten Hautproblemen abgestillt werden sollten. Bei dieser Studie (in der 100 Kinder untersucht wurden) wurde festgestellt, dass bei einem geringen Prozentsatz (es waren genau 7) der Kinder mit atopischem Ekzem eine Besserung nach dem Abstillen eintrat. Es wird jedoch NICHT vom Stillen als Allergieprophylaxe generell abgeraten, sondern im Gegenteil: Stillen wird weiterhin als vorderste Maßnahme zur Vorbeugung gegen Allergien betrachtet. Ich zitiere (und übersetze) dir hier die Schlussfolgerung: „CONCLUSIONS: Breast-feeding should be promoted for primary prevention of allergy, but breast-fed infants with allergy should be treated by allergen avoidance, and in some cases breast-feeding should also be stopped. This particularly applies to infants with atopic eczema who also have impaired growth." „Schlussfolgerung: Stillen sollte als erste Vorbeugung gegen Allergien gefördert werden, aber gestillte Säuglinge mit Allergien sollten durch eine Vermeidung von Allergenen behandelt und in manchen Fällen sollte abgestillt werden. Dies bezieht sich speziell auf Säuglinge mit atopischem Ekzem, bei denen zudem das Wachstum eingeschränkt ist." Ich denke, es ist wichtig, diese Studie richtig zu lesen und nicht einseitig zu werten. Außerdem bleiben noch weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet abzuwarten, die auch eine größere Zahl von Kindern einschließen. Von seltenen Ausnahmefällen abgesehen gilt nach wie vor (auch in dieser Studie) „Breast is best". Eine Kuhmilch freie Ernährung der Mutter kann in vielen Fällen eine Besserung bringen und das scheint ja auch bei euch der Fall zu sein. Dabei ist es bei besonders empfindlichen Kindern wichtig, dass wirklich jegliches Milcheiweiß (auch das in Wurst oder Schokolade oder Ketchup ...) gemieden wird. Es ist wichtig, dass Du mit der Diät, die dir Einschränkungen auferlegt zurecht kommst. Es hat keinen Sinn, wenn eine Diät so einseitig wird, dass die Mutter nicht mehr essen mag vor lauter Frust und hungrig und abgemagert durch den Tag geht. Ohnehin ist der Nutzen solcher „Radikal-Diäten" sehr umstritten. Auch ist inzwischen die einhellige Meinung, dass bei der Einführung der Beikost langsam und mit einem Nahrungsmittel nach dem anderen und nicht mit ständigem Wechsel begonnen werden sollte. Ich nehme an, dass Du wohl schon recht viele Ärzte befragt hast. Dennoch würde ich mir eine weiter Meinung von einer (stillfreundlichen) Kinderärztin/arzt einholen, ehe ich mir und meinem Kind mit derartigen Diäten das Leben schwer mache. Frag doch mal in einer Stillgruppe in deiner Nähe bei den Müttern nach, welche Kinderärztin/arzt das Stillen unterstützt. LLLiebe Grüße Biggi
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