Mitglied inaktiv
Hallo! Habe seit Sonntag abend eine Gürtelrose bzw. die typischen fiesen Schmerzen. Der Ausschlag trat erstmals am Dienstag morgen auf. Er beginnt am unteren Hinterkopf und verläuft über die Schulter nach vorne bis zum Brustansatz. Dienstag nachmittag war ich beim Arzt. Er verordnete ACICLOVIR AL 400, 5xtäglich eine Tablette und bat mich abzustillen, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht und für das Kind unverträglich sei. Bezüglich Ansteckung meinte er bestünde keine Gefahr solange kein Kontakt mit dem Bläscheninhalt zustande kommt. Seit heute gehe ich zur Akupunktur, weil ich die Schmerzmittel gar nicht erst nehmen wollte, die er verordnet hat. Das hilft super. Die Schmerzen sind eigentlich kaum noch spürbar. Nun - ich war eigentlich schon ziemlich weit mit dem abstillen - aber so wollte ich es dann doch nicht. Mein Sohn (8Monate) stillte noch morgens 1-2 mal und abends 1 mal sowie je nach aufwachen nachts. Das ersetzen der anderen Mahlzeiten war vollkommen unproblematisch. Aber jetzt so plötzlich ist es für uns beide doch grauenvoll. Er trinkt zwar problemlos aus der Flasche seine HA1-Milch, sucht aber permanent an mir herum und ist unausstehlich. Und ich fühle mich um ein Stück Abnabelung beraubt und leide sehr. Auch weil die Brust weh tut. Ich habe von meiner Hebamme Phytolakka D1 verordnet bekommen. Das hatte bei meiner Tochter damals super geholfen. Aber jetzt wird die Milch kaum weniger. Leider ist die Hebamme nun im Urlaub und kann nicht vorbei kommen. Ich nehme das Phytolakka, trinke ausschließlich Salbei- oder Pfefferminztee (ca. 1,5-2l, denn eigentlich soll ich wegen der Gürtelrose mindestens 3l trinken - welche ein Widerspruch !?) und streiche aus, wenn es gar nicht geht pumpe ich auch ein bißchen ab. So, das ist die Lage. Nun zu meiner Frage. Muß ich wirklich unbedingt abstillen? Denn eigentlich bin ich dazu glaube ich doch noch gar nicht bereit. Vielleicht wirkt das ganze Abstill-Programm deshalb auch nicht richtig. Habe jetzt hier einiges gelesen, das Aciclovir genommen werden kann und man die Stellen einfach ordentlich abdecken soll. Schadet es auch in der Menge, die ich nehme nicht? Mein Sohn ist wie gesagt 8 Monate alt, wiegt gut über 9 Kilo und ist kräftig und fit. Wenn ich nicht stillen darf, muß ich wirklich abstillen oder kann ich die Milch auch abpumpen und verwerfen und nach absetzen des Medikaments wieder weiter stillen. Hoffentlich mag er das dann noch..... Ich bin jetzt gerade wirklich etwas verzweifelt. Normalerweise gehe ich mit sowas sehr selbstbewußt um, aber meine Nerven liegen etwas blank - offentsichtlich. Würde mich über einen guten Rat sehr freuen. Viele Grüße Julia
Liebe Julia, ich zitiere aus "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Schaefer, 7. Auflage 2006: Aciclovir, antiretrovirale Mittel und andere Virustatika Erfahrungen. Von Aciclovir (Zovirax®), M/P-Quotient 2-4, nimmt der voll gestillte Säugling maximal 1 % einer oralen mütterlichen gewichtsbezogenen Dosis auf (Meyer 1988). Unter i.v. Gabe von täglich 900mg sind es durchschnittlich 5% (Bork 1995). Toxische Symptome wurden nicht beobachtet (Taddio 1994, Meyer 1988). Das Risiko einer Beeinflussung des Immunsystems durch Exposition über die Muttermilch erscheint nach derzeitigen Erfahrungen recht unwahrscheinlich. Bei Valaciclovir (Valtrex®), einem oral besser verfügbaren Prodrug des Aciclovirs konnte bei 5 Müttern, die 2-mal täglich 500 mg erhielten, weder im mütterlichen Serum noch in der Milch die Originalsubstanz nachgewiesen werden, weil diese rasch zu Aciclovir umgebaut wird. Die höchsten Werte (von Aciclovir) in der Milch fanden sich etwa 4 Stunden nach der Applikation, ein M/P-Quotient bis 3,4 ließ sich errechnen. Selbst den höchsten gemessenen Individualwert in der Milch berücksichtigend, beträgt die relative Dosis für ein voll gestilltes Kind lediglich 5,7%. Legt man die in der Neonatologie therapeutisch verwendeten Dosierungen als Vergleichsgröße zugrunde und berücksichtigt die geringe orale Verfügbarkeit des Aciclovir, so ergeben sich lediglich 0,6% einer pädiatrischen Dosis für den Säugling via Muttermilch. Im Urin der untersuchten Säuglinge fanden sich durchschnittlich 0,74 µg/ml unter Steady-state-Bedingungen (Sheffield 2002). Bei 20 Mutter-Kind-Paaren unter mütterlicher antiretroviraler Therapie mit Nevirapin (Viramune®), Lamivudin (Epivir®) und Zidovudin (Retrovir®) wurden M/P-Quotienten zu diesen Substanzen von 0,7, 3,3 und 3,2 errechnet. Im Serum der Kinder fanden sich vom Nevirapin mit 971 ng/ml hohe Werte, die denen entsprechen, die nach direkter Applikation einer Dosis von 2 mg/kg erreicht werden. Die Autoren diskutieren daher sowohl einen vor Infektion schützenden als auch potenziell toxischen bzw. Resistenzen erzeugenden Nevirapin-Transfer via Muttermilch. Bei Lamivudin wurden jedoch mit durchschnittlich 28 ng/ml nur 5% einer therapeutischen Konzentration im kindlichen Serum erreicht. Der Zidovudin-Transfer zum Kind konnte nicht bewertet werden, weil die Säuglinge zur Infektionsprophylaxe Zidovudin auch therapeutisch erhielten (Shapiro 2005). Zu den anderen Virustatika, wie z. B. Adefovir (Hepsera®), Amantadin (z.B. Amantadin STADA®), Atazanavir (REYATAZ®), Brivudin (Zostex®), Cidofovir (VISTIDE®), Famciclovir (Famvir®), Fosamprenavir (Telzir®), Foscarnet-Natrium (z.B. Foscavir®), Ganciclovir (Cymeven®), Ribavirin (Virazole®) und Zanamivir (Relenza™) sowie zu den antiretroviralen Substanzen Abacavir (Ziagen®), Delavirdin, Didanosin (Videx®), Efavirenz (SUSTIVA®), Indinavir (CRIXIVAN® Nelfinavir (VIRACEPT®), Ritonavir (Norvir®), Saquinavir (INVIRASE®), Stavudin (Zerit®), Tipranavir (Aptivus®) und Zalcitabin (HIVID Roche®) können keine Angaben zur Verträglichkeit in der Stillzeit gemacht werden. Empfehlung für die Praxis; Bei äußerlicher und systemischer Applikation von Aciclovir oder Valaciclovir kann gestillt werden. Die übrigen Virustatika und antiretroviralen Substanzen erfordern, falls wirklich in der Stillzeit indiziert, eine individuelle Entscheidung. Beispielsweise erscheint bei zwingend erforderlicher Therapie einer chronischen Hepatitis B mit Lamivudin Stillen nach Simultanimpfung des Kindes (siehe Kapitel 4.15) akzeptabel. Bei den speziell für HIV-Infektionen eingesetzten Mitteln ist neben der potenziellen Toxizität dieser Mittel zu bedenken, dass generell nur in solchen Regionen das Stillen ausdrücklich empfohlen wird, in denen die schlechte Wasserhygiene bei der Herstellung von Fertignahrung das größere Risiko für den Säugling darstellen würde als das Infektionsrisiko über die Muttermilch (siehe dort). LLLiebe Grüße, Biggi
Mitglied inaktiv
liebe biggi! vielen dank für die antwort. ich habe heute morgen auf anraten meiner stillberaterin, die ich dann gestern abend auch noch erreicht habe, das embryonaltoxologische institut in berlin angerufen. dort hat man mir versichert, daß ich stillen kann. und so mache ich das nun heute abend wieder. die flasche am vormittag werde ich beibehalten, so daß wir zum einen noch nicht ganz aufhören aber den nächsten schritt im "sanften abstillen" jetzt gegangen sind. ich denke, damit kommen wir dann gut klar. vielen dank für dieses forum. es kann sehr helfen, wenn man nicht weiter weiß. liebe grüße julia
Ähnliche Fragen
Hallo, meine Tochter ist knapp 10 Monate alt und ich stille sie noch (morgens, abends und auch zu den Breimahlzeiten als Vor- oder Nachtisch). Heute bemerkte ich bei mir einen seltsamen Ausschlag an der rechten Seite in Brusthöhe (große rote Pickel auf den Rippen). Meine Hausärztin sagte mir, es wäre Gürtelrose und ich müßte unbedingt ein ...
Hallo Biggi, das Medikament heißt Zostex von Berlin-Chemie Menarini. Wirkstoff: Brivudin. Vielleicht findest Du noch etwas darüber, wie lange es im Körper/ in der Muttermilch bleibt. Ich muss es 7 Tage einnehmen. Vielen Dank! Claudia
Meine Tochter ist inzwischen knapp 9 Monate und ich habe jetzt Gürtelrose dadurch darf ich ja nicht mehr stillen. Jedoch verweigert sie komplett die Flasche und auch Tee und Wasser lehnt sie ab. Zu Mahlzeiten trinkt sie Saft, sie bekommt morgens ein Brot mit Frischkäse um 9 Uhr und um 12 ungefähr Mittagsbrei. Nachmittags gibt es Obst Getreide B ...
Hallo Biggi, vor ca. einem Jahr hatte ich bereits eine Frage zum Abstillen gestellt. Ich habe meine Tochter, nun drei Jahre alt, mit zwei Jahren recht abrupt leider abgestillt. Seitdem spielt sie gerne Baby, diese Phase hält immer noch an, insbesondere in Situationen wenn sie überwältigt oder müde ist. Wenn sie meine Brust sieht möchte sie auch im ...
Hallo Biggi, mein Baby ist 9 Monate alt und tagsüber bereits vollständig abgestillt. Es bekommt tagsüber Beikost und PRE nach Bedarf. Abends zum Einschlafen und nachts wird noch gestillt. Wir schlafen im Familienbett, und nachts dockt sich mein Baby teilweise selbst an. Ich möchte definitiv bis zum 1. Geburtstag vollständig abgestillt sein; PRE w ...
Hallo, mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und wurde ausschließlich gestillt. Also er hat nie die Flasche bekommen auch kein Schnuller zur Beruhigung. Da er nachts sehr häufig aufwacht um an der Brust zu trinken habe ich vorgestern beschlossen nachts abzustillen. Er ist sprachlich schon sehr weit und hat auch den Tag über immer wieder gesagt: heute A ...
Liebe Biggi, eigentlich ist meine Stillreise vorerst vorbei. Ich habe seit November 2021 im Prinzip über 4,5 Jahre durchgängig gestillt - erst ein Kind, dann ein paar Tage Tandem bis das erste keine Lust mehr hatte und dann das zweite Kind. Junior 2 hat das Stillen über zweieinhalb Jahre durchgezogen, das letzte halbe Jahr davon in erster Linie ab ...
Hallo, mein Sohn ist etwas über 2 Jahre und wurde bisher voll gestillt. Das nächtliche Dauernuckeln hat mir jegliche Energie geraubt, so dass ich nach einem Kurs zum bedürfnisorientierten Abstillen, das Stillen auf das Einschlafstillen Abends und am Wochenende zum Mittagsschlaf reduziert habe. Die ersten Tage hat das auch prima geklappt, habe ihm ...
Hallo Biggi, Meine Tochter ist schon knapp über 2 Jahre alt und stillt noch sehr viel. Ich schätze so 70% ihrer Nahrung besteht aus Muttermilch. Ich biete es nur zum Einschlafen an, ansonsten kommt sie immer zu mir und fordert es ein. Trinkt dann ca. alle 1-2 Stunden für jeweils 3 Minuten an beiden Brüsten. Sie isst fast nur knusprige Sachen und ...
Liebe Frau Welter, Mein Sohn ist 10,5 Monate alt und ich möchte ihn nun gerne zunächst einmal nur nachts abstillen. Ich habe es bereits seit einigen Wochen etabliert, dass ich ihn statt durch die Brust durch Tragen zum Einschlafen bringe. Mittlerweile kann ich mich nach einer kurzen Tragezeit gemeinsam mit ihm ins Bett legen, er auf meiner Brus ...
Die letzten 10 Beiträge
- Muttermilch, Halbar, gefroren
- 1,5-jähriger stillt nur und isst nicht
- Nahrunfsergänzungsmittel in der Stillzeit?
- Letzte Stillmahlzeit vor dem Schlafen ersetzen
- Milchmwnge nach Magen Darm Infekt
- Baby 10,5M nachts abstillen ohne Pre Ersatz
- Baby nimmt Milch nur aus der Brust
- Unruhe beim Stillen/ das Baby schlecht ein/durch
- Beißen nach Zungenbandtrennung
- Wann pumpen bei voll grstilltem Baby