Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

früh überschuß, abends keine Milch was tun?

Frage: früh überschuß, abends keine Milch was tun?

Mitglied inaktiv

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Hallo, seit dem 4. Wochen-Schub habe ich nachts und früh immer sehr viel Milch (habe heute früh 120 ml nach dem Stillen abgepumpt weil die Brust so voll war) und abends dann das ganze Gegenteil, es reicht vorne und hinten nicht, trotz häufigen Anlegen bds., Ruhe, viel Trinken etc. Da der Kleine nunmehr abends die Brust anschreit, haben wir jetzt schon den 2. Tag Mu-Mi aus dem vorrat mit der Flasche gegeben, da er sonst stundenlang weint. Danach war er immer vollends zufrieden, hatte also wirklich Hunger. Was mach ich nun: früh abpumpen für abends?? Habe heute immer noch ein bißchen rechts nachgepumpt (nur früh) um Anzuregen da hier zusätzlich wesentlich weniger Milch da, als links. Vielen Dank bea


Biggi Welter

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Liebe bea, das Nervensystem eines Babys ist ständigen Reizen ausgesetzt und während des Tages sind das viel mehr Reize als in der Nacht. So ist es nicht erstaunlich, dass sich bis zum späten Nachmittag oder frühen Abend einiges aufgestaut hat und das Kind dann "über" reizt ist und sich wieder abreagieren und beruhigen muss. Dazu kommt, dass auch die Mutter nach einem langen Tag ebenfalls mehr oder weniger stark belastet und gestresst ist und sich die Gefühle und Stimmung der Mutter auf das Kind übertragen. Ein weiterer Punkt ist der Prolaktinspiegel der Mutter. Damit Milch gebildet wird, braucht die Frau (vor allem in den ersten Wochen der Stillzeit) eine gewisse Prolaktionausschüttung, die durch das Saugen des Kindes angeregt wird. Das "Marathonstillen" am Abend sorgt dafür, dass die Prolaktinausschüttung angeregt wird und dem Kind dann im weiteren Verlauf genügend Milch zur Verfügung steht. Ich denke also nicht, dass Sie zu wenig Milch haben oder hatten. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, das die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Wird in dieser Situation zugefüttert, so wird in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingegriffen und das kann der Beginn des unfreiwilligen, vorzeitigen Abstillens sein. Also: Keine Panik, sondern Ruhe bewahren und sich mit dem Kind bequem und in Ruhe hinsetzen oder hinlegen und auch mal an was anderes denken. Die Entspannungsübungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs können ebenfalls sehr hilfreich sein. Plötzlicher Aktionismus und viel Trinken sind kontraproduktiv, wichtig ist es jetzt wirklich ruhig zu bleiben, am besten mit dem Baby zusammen ein paar reine Baby und Stilltage einzulegen. Das kann wahre Wunder wirken, wenn Sie sich für ein paar Tage mit Ihrem Kind ins Bett legen können (oder auf ein gemütliches Sofa) und sich um nichts anderes kümmern als um sich und das Baby und sich selbst so richtig verwöhnen (lassen). Zusätzlich sollten Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die Ihnen im direkten Kontakt gezielter helfen kann. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegen LLL Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Noch ein Zusatz: der Kleine gedeiht bisher prächtig (1500 g in 5 Wochen), vollgestillt, lehnt Schnuller ab, saugt an unseren Fingern ab und zu. Hat die Brust zur Beruhigung bisher abgelehnt, da immer im Überschuß Milch rauskam - bis zum Schub. Lg bea


Mitglied inaktiv

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Dauerstillen geht ja leider nur, wenn das kind an die Brust geht. Der Kleine wollte aber nicht mehr. Er saugte an und als die Milch nicht in ausreichender Menge kam, ließ er los, streckte den Kopf weg und schrie. Irgendwann ging gar nichts mehr. Trotz tragen,beruhigen und nuckeln am Finger, Abwechseln durch den sehr ruhigen Partner über 3 h das gleiche problem. Die Flasche mit Mu-Mi war für uns ein Versuch, zu schauen ob er wirklich Hunger hat und das hatte er. Leider wird es nicht besser, habe gestern ständig gestillt, ruhiger Tagesablauf etc. und abends daselbe Problem. Ich kann ihn aber doch nicht über stunden schreien lassen! Ich denke wir sind noch im Schubbereich, wie lange kann das dauern, bis es sich wieder einregelt? Haben Sie Erfahrung mit Akupunktur bei Stillproblemen? Meine PLZ ist 06114. Danke Bea


Biggi Welter

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Liebe Bea, es kann sein, dass das Baby saugverwirrt wurde und sich nun deshalb so irritiert an der Brust verhält. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kindbekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Nun kann ein verhängnisvoller Kreislauf beginnen: da das Kind mit der falschen Technik an der Brust trinkt, wird es an der Brust hektisch, saugt an, lässt wieder los, dreht den Kopf hin und her schluckt viel Luft (die wiederum führt möglicherweise zu Bauchproblemen) und da es die Brust nicht mehr richtig stimuliert kommt es zu einem Rückgang der Milchmenge und damit zu weiterem Zufüttern, wenn dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird. Eine Saugverwirrung ist alles andere als lustig und Stillberaterinnen wissen aus Erfahrung nur zu gut, warum sie künstlichen Saugern wie Schnuller und Flasche kritisch gegenüberstehen, denn beide bescheren uns immer wieder eine Menge "Beschäftigung". Wenn eine Frau merkt, dass ihre Milchmenge nicht mehr für der Bedarf des Kindes ausreicht, dann ist die erste Maßnahme, das Kind häufiger anzulegen. So erhält die Brust das Signal "es wird mehr Milch gebraucht" und reagiert mit einer gesteigerten Milchbildung. Wird in dieser Situation zugefüttert geschieht genau das Gegenteil: der Brust wird ein noch geringerer Bedarf vorgegaukelt und die Milchbildung verringert sich, statt sich zu erhöhen. Da ich nun weder Sie noch ihr Kind sehen kann, weiß ich nicht, wie das Kind angelegt ist und wie es saugt. Solche Probleme stoßen einfach an die Grenzen einer Fernberatung und deshalb kann ich Ihnen nur dringend ans Herz legen, sich an eine Kollegin vor Ort zu wenden, die sich anschauen kann, wie Ihr Kind an der Brust trinkt und Ihnen dann gezielte Tipps geben kann, was Sie tun können, damit das Baby wieder die Brust nimmt. Wenden Sie sich bitte an Frau GROHMANN Angela, Tel.: 0345 2905866, sie kann Ihnen sicherlich helfen. Ich halte viel von Akupunktur - aber sie ist kein Wundermittel, die die Milchmenge plötzlich erhöht, das gibt es nicht und auch häufiges Anlegen kann, wenn das Kind nicht effektiv trinkt, keine Steigerung der Milchbildung zu Wege bringen. LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo, also die Brustverweigerung aus Frust und Milchmangel war zeitlich vor (!!!)der erstmaligen Flaschengabe und es ist auch nur abends. Ansonsten hat er mit Genuß nur an unseren Fingern genuckelt, ist das auch verkehrt? Das dürfte doch keine Saugverwirrung geben. Wie gesagt Brust zum Nuckeln wurde von Anfang an nicht angenommen, der er förmlich in Milch ²ertrank². Effektiv saugen tut er auf jeden Fall, bin mit dem Busen diese Woche 1 BH-Cup Größe runter, er trinkt was da ist, aber abends ist er halt dann zu frustiert! Heute stillen wir nahezu stündlich, aber ehrlich gesagt, wenn es Montag nicht besser ist, wird es nicht so weiter gehen können. lg bea


Biggi Welter

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Liebe bea, es ist kein Zeichen von zu wenig Milch, wenn die Brüste wieder weich und vielleicht sogar wieder kleiner werden. Im Gegenteil, es ist vollkommen normal, dass die anfängliche Fülle und das pralle Gespanntsein der Brust nachläßt, die ist ein Zeichen, dass sich die Stillbeziehung gut eingespielt hat. Sie können versuchen Ihr Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Sie können ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, drängen Sie aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Baby wieder an Ihrer Brust trinkt, sollten Sie sich darauf einstellen, sich in den nächsten Tagen fast ausschließlich Ihrem Kind zu widmen. Bei Babys, die sich beim Stillen überstrecken und aufbäumen hat es sich bewährt sie zu "bündeln". Beim Bündeln wickeln Sie das Baby gut in eine Decke ein, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn Sie Ihr Kind auf diese Weise eingepackt haben, sieht es wie ein `C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Manche Babys brauchen anscheinend das Gefühl umhüllt und gehalten zu sein. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: o im Umhergehen stillen, o in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, o im Halbdunkeln stillen, o im Halbschlaf stillen, o das Baby mit der Brust spielen lassen, o unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, o alle künstlichen Sauger vermeiden, o das Baby massieren, o viel Körperkontakt (Haut auf Haut), o und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um Ihre Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass Ihre Brust übervoll wird, sollten Sie Ihre Milch ausstreichen oder abpumpen. Die so gewonnene Milch können Sie Ihrem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann Ihnen passieren, dass sich Ihr Kind dann zur Flasche hin abstillt. Wenden Sie sich auch wirklich an eine Beraterin vor Ort, die das Baby SEHEN kann! LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Hallo biggi, hatte heute mittag die Akupunktur, danach war die Brust sehr schön durchblutet und meine seit dem Stillen massiv trockenen Hände wieder normal. Nach Dauerstillen am Tag und Kind 3 Stunden abends im Tuch hat es jetzt wieder am Abend gereicht. Lg und schönes wochenende beatrice


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