Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Fetthaltige Milch ab wann und Einschlafen erkennen

Frage: Fetthaltige Milch ab wann und Einschlafen erkennen

CajunShrimp

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Hallo liebe Stillberaterinnen Ich habe zwei Fragen an euch, mein Sohn ist knapp 2 Wochen. 1) Mein kleiner trinkt gerne im 10 Minuten Talt kurz Pause und dann wieder. Wie oft lege ich ihn an einer Brust an und wann wechsle ich, damit er auch ordentlich fetthaltige Milch abbekommt und nicht nur jeweils die wässrige? Gleiches gilt wenn er lange trinkt - wann ca sollte ich Seiten wechseln? Meine Hebamme meinte Max 40 min, das fühlt sich so lang an! 2) Gibts ein paar Tricks, an denen ich erkenne, dass er nur noch rumsuckelt und nicht mehr trinkt? Bei den ersten durstigen Schlücken höre ich die immer, danach schluckt er weniger, dann hört man es nicht mehr... im KH sagte mir die Stillberaterin, die Ader in der Nähe der Schläfe müsste sich bewegen - trinkt er dann definitiv nicht mehr, wenn die ruhig ist? Manchmal löse ich ihn nämlich und dann verlangt er sofort wieder nach der Brust, kann aber natürlich auch daran liegen, dass er dann geweckt wird... Danke und liebe Grüße


Biggi Welter

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Liebe CajunShrimp, die Empfehlung, dem Baby immer beide Seiten anzubieten ist vor allem in der allerersten Zeit wichtig, wenn die Milchbildung in Gang kommen und sich die Stillbeziehung einspielen muss. Sobald sich die Stillbeziehung eingespielt hat und das Kind gut gedeiht, können Sie sich von Ihrem Baby leiten lassen und wenn Ihr Kind mit einer Seite satt und zufrieden ist und gut gedeiht, dann müssen Sie ihm die zweite Seite nicht „aufdrängen". Es gibt keine feste, unumstößliche Regel, die sagt „Es müssen immer und unter allen Umständen beide Seite gegeben werden" und es gibt auch keine fixe Vorschrift „es muss mit der Seite begonnen werden, an der das letzte Mal zuletzt getrunken wurde". Wichtig ist, dass das Baby gedeiht und sich gut entwickelt und ihr beide euch wohl fühlt. Viele Frauen tasten einfach und geben die Brust, die sich voller anfühlt. Ob Ihr Kind gedeiht können Sie bei einem vollgestillten Baby an den folgenden Anzeichen erkennen: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine Gewichtszunahme entsprechende den Angaben der WHO Child Growth Standards WHO Multicentre Growth Referencs Study Group, 2006, d.h. im Durchschnitt: • 1. bis 3. Monat: 200 400 g/Woche, mind. 150 g/Woche • 4. Monat: 110 160 g/Woche • 5. Monat. 400 500 g/Monat • 6. Monat: 350 500 g/Monat • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Solange diese Kriterien erfüllt sind, dürfte alles in Ordnung sein. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. Dabei ist es nun nicht unbedingt immer so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys und vor allem am späten Nachmittag und Abend kommt es verstärkt zu solchen Cluster-Phasen. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. LLLiebe Grüße Biggi


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