Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Einführung Beikost

Frage: Einführung Beikost

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Hallo Biggi, wahrscheinlich wurde es schon tausendmal gefragt: Wenn ich Stillmahlzeiten durch Brei ersetze, wie lange dauert es etwa, bis sich die Brust umstellt und ist dann auch noch genügend Milch für die nächste Mahlzeit da? Ich möchte morgen erstmals nur Mittagsbrei ohne Stillen geben, weil mein Sohn (6 Monate) sich jetzt mehrfach erbrochen hat nach der "Doppelmahlzeit" aus Brei und Milch. Also denke ich, dass die Milch einfach zuviel war. Wenn ich dann aber erst am frühen Abend wieder stille (nachmittags trinkt er fast nie), vergehen seit dem Vormittag sehr viele Stunden ohne Stillen. Und das werden ja noch mehr, wenn dann irgendwann der Abendbrei kommt und vielleicht die Nacht auch ohne Stillen abläuft?? Eine andere Frage betrifft das nächtliche Stillen: Wenn das Baby aufwacht und nicht hungrig wirkt bzw. nicht unruhig ist, soll ich es dann lassen oder einfach stillen, weil es ihm gut tut? Und eine dritte Frage: Wie zeigen größere Babys, dass sie Hunger haben? Ich habe zwar ohnehin ein Baby, dass sich kaum aktiv meldet, nur bei Riesenhunger, aber in den letzten Wochen gehe ich fast nur noch nach der Uhr, weil es nicht mehr zu erkennen ist. Er weint nicht bzw. die Unruhe, die er manchmal zeigt, sieht genauso aus, als würde er müde sein oder sich mit Zähnchen plagen. Manchmal ist er regelrecht gelangweilt und trinkt nur ganz wenig, obwohl ich denke, dass er Hunger haben müsste. Macht es Sinn, feste Zeiten einzuführen? Das waren jetzt viele Fragen, vielen Dank fürs Antworten! Dezemberbaby


Biggi Welter

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Liebe Dezemberbaby, die Brust ist ein eher träges Organ, das sich nur langsam auf Veränderungen einstellen mag, aber es ist tatsächlich möglich, dass sie sich auf unterschiedlich lange Stillintervalle einstellt. Es gibt Frauen, die noch jahrelang nur mehr einmal in 24 Stunden stillen und die Brust stellt sich problemlos auf nur mehr eine Stillzeit pro Tag ein. Es gibt aber auch Frauen, bei denen eine so seltene Stimulation der Brust nicht genügt, um die Milchbildung aufrecht zu erhalten. Wie dies bei dir sein wird, kann ich dir nicht sagen, Du musst es ausprobieren. Dein Sohn ist gerade sechs Monate alt und in diesem Alter braucht er noch nicht viel Brei. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wenn dein Kind sich nicht meldet, solltest Du es einfach regelmäßig anlegen, damit es genug Milch und Kalorien bekommt. Auch in der Nacht würde ich in diesem Alter noch anlegen. Die offizielle Definition von Durchschlafen ist, dass das Kind fünf Stunden am Stück schläft! Die Fähigkeit länger zu schlafen hat auch nichts mit der Nahrung zu tun, sondern mit der Reife des Kindes. Der Gedanke das Kind gut "abzufüllen", um ruhigere Nächte zu bekommen, ist zwar naheliegend, aber es funktioniert nicht. Wenn Du dein Kind beobachtest und auf die Hungerzeichen achtest, dann erkennst Du schon - auch ohne dass dein Baby weint - wann es Hunger hat. Hungerzeichen sind: o saugende Bewegungen o Sauggeräusche o Lecken an den Lippen o die Zunge herausstrecken o Schnelle Bewegungen der Augen o Hin- und Herdrehen des Kopfes (Suchbewegungen) o Ruhelosigkeit Ich hoffe, dir etwas weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi


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