Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Eine Frage zum Abstillen mit der "Weckermethode"

Frage: Eine Frage zum Abstillen mit der "Weckermethode"

Teresa1810

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Guten Tag, Ich stille meine Tochter noch immer nach Bedarf.Sie wird im April 2 Jahre alt und ich hatte bislang den Eindruck,dass sie irgendetwas davon (die Nähe...) noch braucht und ich hatte kein Problem damit.Jetzt merke ich,dass ich immer stärker genervt bin und glaube wir müssen anfangen aufzuhören.Ich möchte dabei keinen "kalten Entzug",aber auch das langsame reduzieren ist recht schwierig,weil sie beim Stillen überhaupt keinen festen Rhythmus zeigt.Mal stille ich sie 2 x täglich, manchmal 6 x. Nachts ist es ähnlich mit dem Unterschied, dass ich sie manchmal bis zu 20 x anlege. Tagsüber konnte ich sie in den letzten Tagen ganz gut ablenken und ihr dann etwas zu essen geben. Das klappte. Auch habe ich überlegt mal für eine Zwischenzeit unseren typischen Stillsessel aus der Wohnung zu holen. Nur hab ich echt ein riesen Problem mit nachts. Sie schreit sich völlig in Rage, wenn ich sie mal nicht stille und mein Mann oder ich stattdessen mit ihr auf dem Arm durch die Gegend wandern, Musik hören oder versuchen zu kuscheln. Meist hab ich sie dann doch irgendwann gestillt. Bislang habe ich ihr noch nie erklärt "jetzt bekommst du keine Milch mehr" weil ich denke, wenn ich das ankündige, muss ich das auch durchziehen und wie gesagt einen kalten Entzug kann ich mir für uns beide nicht so gut vorstellen. Das fände ich viel zu hart. Ich habe hier ja von der Weckermethode von Elizabeth Pantley gelesen, dass man immer zu einer bestimmten Zeit in der Nacht den Wecker stellt und nur dann wird das Kind gestillt. Dadurch dass sie keinen Rhythmus hat, weiß ich aber nicht, ob das klappt. Ich glaube sie würde sich trotzdem völlig wegschreien, weil sie nachts dann im Halbschlaf auch nicht so mit Worten erreichbar ist, wie tagsüber. Auch frage ich mich wie oft ich damit anfangen soll. Also wie oft stelle ich zu Beginn den Wecker mit welchem Zeitabständen? Das ist ja bei uns völlig unterschiedlich. Können Sie mir da etwas raten?


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LIebe Teresa1810, die größte Hürde ist meist die eigene Unsicherheit zu überwinden und eine Entscheidung zu treffen :-) Darum darf sie auch gut überlegt sein und du brauchst nichts zu überstürzen. Manchmal hilft es, sich eine Frist einzuräumen, z.B. "nach Ostern fange ich damit an", und die Zeit bis dahin zu nutzen, dem Kind (und sich selbst, *lächel*) immer wieder zu erklären, was sich dann ändern wird. Anfangen würde ich in einem Fall wie eurem mit EINER Stillpause, nicht gleich mit dem kompletten Abstillen. Diese Stillpause kann auch erst einmal tabsüber eingeführt werden, was den Vorteil hat, dass du das "Signal" schon einmal einführen kannst. Dieses Signal will auch wohlüberlegt sein. Ich empfehle in der Regel nicht einen Wecker zu stellen, sondern eine Zeitschaltuhr, die du mit einer Nachtlampe oder einem Radio verbinden kannst. Wenn du ein Radio wählst, kann der Radiowecker die Alternative sein. Dann gilt zu entscheiden, ob das Signal erfolgt, wenn sie stillen darf oder wenn KEINE Stillzeit ist. Diese Methode ist eine klassische Konditionierung, so dass egal ist, wofür du dich entscheidest, solange du es später auch durchführen kannst... Beispiel: Du wählst eine Lampe, die sowohl tags als auch nachts sichtbar ist, und programmierst sie zunächst so, dass sie IMMER leuchtet. (Sie sollte so stehen, dass sie dein Kind nicht alleine an- oder ausmachen kann und am besten auch so, dass ihr sie beim Stillen immer im Blick haben könnt.) Du erklärst deiner Maus dann zunächst, während ihr stillt, dass sie natürlich trinken darf, denn die Lampe leuchtet ja. Das machst du 2-3 Tage konsequent. Dann stellst du die Lampe so ein, dass sie tagsüber mal dann aus ist, wenn deine Kleine eigentlich stillen würde. Eine Viertelstunde oder 30 Minuten genügen. Wenn sie stillen möchte, und die Lampe ist aus, erklärst du ihr, dass Stillen grad nicht geht, weil ihr ja nur stillt, wenn die Lampe leuchtet. Sobald sie leuchtet, gibst du deiner Maus Bescheid, dass sie jetzt stillen kann. Alle 2 Tage dehnst du die Zeit aus bzw. fügst neue Pausen hinzu. Übertreib es aber nicht, denn dein Baby soll nicht zu großen Stress bekommen. VIelmehr soll es ganz "natürlich" wirken. Wenn du das Gefühl hast, dass sie das Prinzip verinnerlicht hat, legst du eine Stillpause in der Nacht fest. Erst einmal kurz, und immer mit dem Hintergrund, dass du ihr Bescheid gibst, wenn sie wieder stillen darf. Dies ist wichtig, denn das zeigt ihr, dass sie dir vertrauen kann, dass du dich um sie kümmerst. Auch hier kannst du dann allmählich die Pausendauer bzw. -häufigkeit erhöhen bis zu dem Punkt, wo es für dich ok ist. Wichtig: Wenn NICHT gestillt werden darf, dann muss das felsenfest sein. Darum hilft es, diese Zeit zunächst kurz zu halten - so bleibt sie für euch beide erträglich! Und da deine Kleine dabei lernt, eine Pause ist nicht für immer, wird sie allmählich längere Pausen gelassener hinnehmen. Und du entwickelst die Fähigkeit, sie auch ohne Brust zu trösten und zu beruhigen... Ich hoffe, das ist jetzt klar genug formuliert und es hilft dir weiter. :-) Lieben Gruß, Kristina


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