Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Brustverweigerung - sorry, lang

Frage: Brustverweigerung - sorry, lang

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Hallo, also meine kleine Maus ist jetzt fast 5 Monate und wird voll gestillt. Da sie morgens nur ganz wenig Hunger hat, pumpe ich eine Brust ab, um den Druck herauszunehmen. Weil die Kleine wirklich sehr murkelig ist und wir um jedes Gramm Gewichtszunahme ringen, habe ich ihr diese Mumi am Abend, wenn ihr Appetit etwas grösser war, mit der Flasche zugefüttert. Das hat so etwa zwei Monate prima funktioniert. Und nun haben wir Stress: vor zwei Tagen wollte sie plötzlich alle 1-2 Stunden an die Brust - kein Problem, das habe wir dann auch so gemacht, sonst trinkt sie ja auch schon alle 2-3 Stunden. Gestern wollte sie plötzlich ihre erste Mahlzeit (so etwa um 4.00Uhr, sie schläft seit ca. 22.00 Uhr bis dahin durch) nicht, nahm den Schnuller und schlief noch 2 Stunden weiter. Auch dann wollte sie nicht trinken - ich hatte inzwischen abgepumpt und habe ihr nach einer weiteren Stunde die Flasche angeboten, die sie dann auch zügig geleert hat. So ging es dann halt weiter: sobald ich sie in die Stillposition gelegt habe, machte sie sich steiff und drehte sich weg, aber aus der Flasche hat sie prima getrunken. Das aht sich leider auch über Nacht nicht "verloren". Ich kann sie doch jetzt nicht so lange hungern lassen, bis sie aus Verzweiflung wieder an der Brust trinkt?! Was kann ich tun? Eine Stillzeit aus der Flasche stelle ich mir schrecklich vor! Ich freue mich über jeden guten Ratschlag, vielen Dank.


Biggi Welter

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? Liebe Grit, es klingt sehr danach, dass Ihre kleine Tochter eine Saugverwirrung entwickelt hat. Das kann auch noch bei älteren Babys vorkommen. Dennoch sollten Sie Ihr Baby vorsichtshalber von der Kinderärztin/arzt anschauen lassen, um auszuschließen, dass nicht zum Beispiel Hals- oder Ohrenschmerzen der Auslöser für das veränderte Trinkverhalten sind. Eine Saugverwirrung kann überwunden werden, je nachdem wie gravierend sie ausgeprägt ist kann es ausreichen, die künstlichen Sauger einfach konsequent wegzulassen, geduldig abzuwarten und die Brust in verschiedenen Positionen und eventuell auch im Halbschlaf anzubieten oder aber es müssen mehr Maßnahmen ergriffen werden, um das Kind an die Brust zurückzuführen. Am besten wenden Sie sich an eine Kollegin vor Ort, die Sie im direkten Kontakt dabei unterstützt, Ihr Baby wieder zum korrekten Saugen an der Brust zu bringen. Manchmal helfen die Tipps, die sich auch bei einem Stillstreik bewährt haben. • im Umhergehen stillen, • in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, • im Halbdunkeln stillen, • im Halbschlaf stillen, • das Baby mit der Brust spielen lassen, • unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, • alle künstlichen Sauger vermeiden, • das Baby massieren, • viel Körperkontakt (Haut auf Haut), • und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um Ihre Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass deine Brust übervoll wird, sollten Sie Ihre Milch ausstreichen oder abpumpen. Die so gewonnene Milch können Sie Ihrem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten, z.B. mit einem Becher. Lassen Sie sich am besten von einer Kollegin in Ihrer Nähe zeigen, wie das Becherfüttern funktioniert. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Ich wünsche euch bald wieder eine problemlose Stillzeit. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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