Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Brust OP

Frage: Brust OP

Yvonne+Adrian

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Hallo! Danke für Ihre Antwort. Ich hätte noch eine Frage. Im Oktober 2012 wurde mir ein etwa 3cm großes Fibroadenom aus der Brust entfernt. Verlief alles gut und der Schnitt wurde entlang der Brustwarze gemacht. Die Narbe ist gut verheilt und fällt kaum auf. Kann so eine OP das Stillen negativ beeinflussen? Vielen Dank


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Yvonne+Adrian, ein Einschnitt um den Brustwarzenhof durchtrennt Milchgänge und möglicherweise auch größere Nerven. In wie weit die betroffene Brust noch in der Lage ist, Milch zu bilden, hängt davon ab, wie sehr sie durch Operation geschädigt wurde. Das kann Ihnen aber niemand im Voraus sagen. Schlimmstenfalls können Sie auch einseitig stillen, ich kenne viele Frauen, die das ohne Probleme geschafft haben. In jedem Fall ist es sinnvoll, dass Sie sich wie alle anderen werdenden Mütter auch gut über das Stillen informieren und bereits vor der Geburt Kontakt zu einer Stillberaterin und Stillgruppe aufnehmen. Ich suche Ihnen gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben. Ich hänge ich noch einen Ausschnitt aus einem Artikel einer Kollegin an. LLLiebe Grüße Biggi Welter Stillen nach Brustoperationen Denise Both, IBCLC In den letzten Jahren werden wir in der Stillberatung zunehmend mit Frauen konfrontiert, die nach einer Brustoperation stillen wollen. Wurde in der Vergangenheit vielfach Frauen mit vorangegangenen Operationen an der Brust generell vom Stillen abgeraten und war es auch in vielen Fällen tatsächlich kaum mehr möglich, dass eine brustoperierte Frau (voll) stillen konnte, so sieht die Situation inzwischen aufgrund verbesserter OP Techniken doch häufig anders aus. Will eine Frau nach einer Brustoperation stillen, ist ihre Hauptsorge meist, ob sie genügend Milch für ihr Baby bilden kann. Brustoperationen können je nach Art der Operation, der Schnittführung und der daraus resultierenden Verletzung von Nerven und Milchgängen und der Menge des eventuell entfernten Drüsengewebes unterschiedliche Auswirkungen auf die Stillfähigkeit der Frau haben. Zusätzlich kann Narbengewebe zu Probleme mit Stauungen führen, vor denen sich die Frau fürchten kann. Prinzipiell gibt es nach einer Brustoperation drei Möglichkeiten, wie das Stillen verlaufen kann: • Das Stillen verläuft normal, da nicht so viele Milchgänge oder größere Nerven durchtrennt oder verletzt worden sind, um einen erkennbaren Unterschied in der Milchmenge, die das Baby erhält zu verursachen, oder da die Milchgänge nach der Verletzung wieder zusammengewachsen sind. • Während der ersten sechs Wochen nimmt das Baby gut zu, da es durch den erhöhten Hormonspiegel bei der Mutter zu einer zusätzlichen Milchbildung kommt. Dann verringert sich die Gewichtszunahme des Babys und es wird erforderlich zuzufüttern. • Die Milchproduktion der Mutter ist von Anfang an niedrig und das Baby muss frühzeitig zugefüttert werden. Allgemeingültige Vorhersagen lassen sich nicht machen, spielen doch zu viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Prinzipiell ist jedoch davon auszugehen, dass eine Frau, bei der nur eine Brust betroffen ist, in der Lage sein dürfte, ihr Kind erfolgreich zu stillen. Selbst wenn eine Brust entfernt wurde, ist die verbliebene Brust in der Regel in der Lage durch häufiges Anlegen die Milch zu bilden, die das Baby benötigt. Kann eine Frau nicht genügend Milch bilden, um ihr Kind zu ernähren, dann ist jeder Tropfen ihrer Milch wertvoll für ihr Kind und sie sollte über die verschiedene Möglichkeiten des Zufüttern informiert werden. Wurden weder Milchgänge noch Hauptnerven durchtrennt oder verletzt, so bestehen gute Aussichten auf eine problemlose Stillzeit. Liegen die Einschnitte in der Nähe der Achselhöhle oder in der Unterbrustfalte und hat der operierende Arzt darauf geachtet, keine größeren Nerven zu beschädigen, wird das Stillen wahrscheinlich kaum bis gar nicht beeinträchtigt sein. Schnitte rund um die Areola sind ein Hinweis auf durchtrennte Milchgänge und beschädigte Nerven. Untersuchungen weisen darauf hin, dass Frauen mit Mamillenrandschnitten eine fünffach höhere Wahrscheinlichkeit für eine nicht ausreichende Milchbildung haben, als nicht operierte Frauen. Dabei spielt auch die Sensibilität von Mamille und Areola eine Rolle. Nach einer Brustoperation kommt es oft zu einem Gefühlsverlust in der Brust, der Areola und der Mamille. In vielen Fällen regeneriert sich das Gefühlsempfinden nach einigen Monaten bis etwa zwei Jahren wieder. Es ist davon auszugehen, dass der Verlust der Sensibilität um so größer ist, je gravierender der operative Eingriff war. Das Gefühl, dass das Baby an der Brust saugt, löst ein Signal an die Hirnanhangdrüse aus, das zur Ausschüttung der Hormone Oxytozin und Prolaktin führt. Fehlende oder reduzierte Empfindungsfähigkeit von Mamille und Areola können daher die Milchbildung beeinträchtigen, weil die Hypophyse das entsprechende Signal nicht oder nur in verringertem Maße erhält. Kann die Frau das Saugen des Babys an der Brust fühlen, verbessert dies die Chancen für die Milchbildung. ... Aus „Laktation und Stillen" 3/2002


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