Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Baby brüllt Brust an

Frage: Baby brüllt Brust an

Mitglied inaktiv

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Hallo, bin am verzweifeln ;-( Meine Kleine, gestern genau 5 Wochen alt, brüllt seit Samstag Abend (nur abends! - tagsüber klappt stillen prima bis sie einschläft oder von selbst ablässt!!!) meine Brust an. Ich stille sie zuerst an der einen Brust (gestern ca. 20 Minuten) bis ich keine Schluckgeräusche mehr von ihr wahrnehme und ihr Saugen meines Erachtens heftiger und wilder wird (ich vermute, weil der anfänglich bei mir doch starke Milchfluss einfach weniger wird). Dann lege ich sie an der anderen Seite an. Dort trinkt sie ein Weilchen, heute gerade mal 5 Minuten... Dann fängt sie an, ganz wild, wie ein Specht, mit offenem Mund nach meiner Brustwarze zu suchen und brüllt wie am Spieß. Ich helfe ihr, sie wieder zu finden, sie saugt ein paar Mal, manchmal ein wenig mehr, dann geht der Spaß wieder los. Wenn ich sie dann irgendwann hoch nehme, um sie zu beruhigen, ist sie ca. 5 Minuten ganz ruhig und genießt es, am Rücken gestreichelt zu werden, dann fängt das "Suchen" an meinem Hals an und das Gebrülle geht wieder los. Ich lege sie daraufhin wieder an und wir versuchen erneut unser Glück und das selbe "Prozedere" beginnt von vorne. Kurz saugen, brüllen, suchen, usw. Habe auch schon andere Stillpositionen in diesem Fall ausprobiert, immer das selbe. Samstag ist sie dann nach ca. 3,5 - 4 Stunden an meiner Brust eingeschlafen, vermutlich aus Erschöpfung (Mami ist dann auch gleich mit ins Bett ;-) Gestern hat das Ganze auch gute 3 Stunden gedauert. Zwischendurch hat sie mein Mann auf den Arm genommen und beruhigt, aber auch an seinem Hals und Oberarm wollte sie saugen. Schnuller haben wir bislang verweigert. Gestern haben wir es dann einmal versucht. Den hat sie dann allerdings auch gleich wieder unter Protest ausgespuckt. Was kann ich tun? Reicht ihr abends meine Milch nicht mehr aus? Wie gesagt, tagsüber haben wir absolut keine Probleme. Sie trinkt recht gut und ist dann auch für rund 3 Stunden zufrieden.


Biggi Welter

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Liebe Dani1504, für dieses Verhalten kann es eine Vielzahl von Gründen geben und ohne weitere Angaben und ohne euch sehen zu können, bin ich auf's Raten angewiesen. Eine Möglichkeit ist die, dass die Kleine gelernt hat schnell zu trinken und schlicht satt ist. Ich denke nicht, dass Ihr Baby keine Milch bekommt, denn je länger es saugt, umso mehr Milch wird gebildet. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Bekommt die Kleine gelegentliche eine Flasche? Dann könnte eine Saugverwirrung vorliegen. Manche Kinder reagieren auch so auf einen starken Milchspendereflex. Dann schießt die Milch geradezu aus der Brust und damit kommen nicht alle Kinder zurecht. Es kann auch sein, dass das Kind sehr leicht ablenkbar ist. Bei Babys, die in einer der Phasen sind, in denen sie besonders leicht ablenkbar sind, hat sich bewährt, sich zum Stillen mit dem Baby in eine ruhige und ablenkungsarme, "langweilige", eventuell auch abgedunkelte Umgebung zurückzuziehen. Am besten wenden Sie sich einmal an eine Kollegin vor Ort und besprechen Ihre Situation in aller Ruhe mit ihr. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi


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Liebe Frau Welter, erst einmal tausend Dank für Ihre Antwort! Eine Flasche bekommt mein Baby nicht, auch einen Schnuller verwenden wir nicht. Sie wird ausschließlich gestillt und zur Beruhigung haben wir einen Schnuller bislang - eigentlich - auch nie benötigt. Bei einem verzweifelten Versuch von Mama und Papa hat sie diesen auch wieder gleich ausgespuckt (worüber ich eigentlich sehr froh bin ;-) Die Möglichkeit, dass die Kleine einfach mehr Ruhe beim Stillen braucht, habe ich ausprobiert, hat leider nichts bewirkt. Allerdings hoffe ich, gestern auf die Lösung des Problems gekommen zu sein. Eine Mitleserin in diesem Forum hat mir erzählt, dass es bei ihrem Kind einfach nur Blähungen bzw. Bauchschmerzen waren. Als meine kleine Maus gestern Abend dann beim Stillen wieder fürchterlich zu weinen angefangen hat und sich auch nicht mehr beruhigen ließ, hab ich zuerst angefangen ihren Bauch zu föhnen und leicht in kreisenden Bewegungen zu massieren. Dadurch wurde sie beachtlich ruhiger. Danach hab ich mir mein Tragetuch geschnappt und sie ganz fest an mich gebunden. Sie ist sofort eingeschlafen nachdem ich 10 Minuten durch die Wohnung "getanzt" bin ;-) 2 Stunden später hat sie sich dann wieder "gemeldet", ich habe sie gestillt und zu Bett gebracht, es hat funktioniert! Naja, und heute Nacht hatten wir dann eine beachtlich übervolle Windel... ui ui ui ;-) Hat jemand Erfahrung mit den Sab Simplex Tropfen? Ich bin am überlegen, für den Notfall diese Tropfen zu kaufen. Ich möchte es eigentlich weitestgehend vermeiden, auf Medikamente, seien sie homöopathisch oder nicht, zurück zu greifen. Aber ich denke, sollte ich meine Maus durch die Fön- und Tragemethode nicht beruhigen können bzw. ihr Erleichterung verschaffen, möchte ich sie auch nicht unnötig quälen und ihren Schmerzen überlassen...


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