Mettbrötchen
Hallo, Bin sehr ratlos, meine Tochter, sieben Monate, will seit drei Tagen die Brust gar nicht mehr. Wenn ich sie anlegen möchte brüllt sie ganz furchtbar, schiebt die Brust weg und/oder dreht sich weg. Sie nimmt keine Flasche, sonst könnte ich ihr die abgepumpte Milch ja wenigstens so geben. Aus dem Becher trinkt sie nur ein paar Schluck. Sie bekommt schon drei Breimahlzeiten pro Tag, hat bislang gut und gerne gegessen. Zwischen den Breimahlteiten wurde sie gestillt (direkt nach dem Brei mag sie nicht mehr), also noch drei Mal pro Tag. Nachts kam sie bislang auch noch drei bis vier Mal zum Stillen. Nachts trinkt sie weiter ohne Geschrei, vom Gefühl her aber auch viel weniger. Mach mir arg Sorgen, dass sie nicht genug Flüssigkeit bekommt und bin völlig ratlos, was ls sein könnte. Es hat sich nichts verändert (Geruch, milchspendereflex o.ä.). Was kann ich tun?? Danke!
Liebe Mettbrötchen, es klingt ganz so, als ob Du mit deinem Baby einen Stillstreik erlebst. Gründe für einen Stillstreik kann es viele geben und manchmal lässt sich die Ursache für den Stillstreik auch überhaupt nicht finden. Unter Umständen schieben die Zähne in den Kiefer ein (es kann dann noch Monate bis zum ersten Zahn dauern). Eine Erkältung oder eine verstopfte Nase, so dass das Baby beim Trinken behindert wird, Ohrenschmerzen, so dass das Stillen wehtut. All dies kann zu einem Stillstreik führen. Vorsichtshalber sollte deshalb ein streikendes Kind vom Arzt angeschaut werden. Wenn die Mutter aus irgendeinem Grund beunruhigt oder aufgebracht ist können Babys auf die Gefühle ihrer Mutter mit einem Streik reagieren. Einen unliebsamen Zwischenfall beim Stillen kann Anlass zu einem Stillstreik sein. Z.B. wenn das Baby gestillt wurde während der/die Arzt/Ärztin es untersucht hat und es dabei erschrocken ist. Kurz: alle einschneidenden Veränderungen oder besondere Situationen im Leben des gestillten Kindes oder seiner Familie können das Kind zu einem Stillstreik bewegen. Wichtig ist, dass Du in dieser Situation nicht die Geduld verlierst und versuchst so ruhig wie möglich zu bleiben. Außerdem haben sich die folgenden Dinge bei einem Stillstreik bewährt: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten bzw. wieder dem Bedarf des Baby anzupassen, solltest Du deine Milch ausstreichen oder abpumpen. Die so gewonnene Milch kannst Du deinem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten, z.B. mit einem Becher. Ich wünsche dir gute Nerven und ein baldiges Ende des Streiks. LLLiebe Grüße, Biggi
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