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Baby 3 Monate geht nicht mehr an die Brust

Frage: Baby 3 Monate geht nicht mehr an die Brust

Bredli

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Mein Sohn ist 3 Monate alt und geht nicht mehr an die Brust. Sobald er sie sieht oder ich ihn in die waagerechte Position zum Stillen bringen will, schreit er und dreht sich weg. Das geht seit ca. 3 Wochen so. Anfangs konnte ich ihn wenigstens nachts noch anlegen, was aber auch seit einer Woche nicht mehr funktioniert. Ich probiere es immer wieder ab und zu gelingt es mir ihn 1x in der Nacht an die Brust zu bekommen. Da nuckelt er dann etwas, aber ich habe das Gefühl das gar keine Milch mehr kommt. Die Brust ist auch total schlaff und fühlt sich nicht so an, als würde sie sich mit Milch füllen. Ich denke das ist ein ewiger Kreislauf. Er trinkt nicht an der Brust, also wird keine Milch produziert. Geht er dann mal an die Brust, kommt nichts und er ist zusätzlich frustiert. Wir hatten von Anfang an einen schlechten Start. Im Krankenhaus hat er mir am zweiten Tag die Brustwarzen total kaputt gemacht, so daß ich abpumpen mußte. Zu Hause habe ich dann mit Stillhütchen weitergemacht, da damit die Schmerzen erträgllicher waren. Ich hatte aber immer das Gefühl er bekommt zu wenig Milch, weil er auch immer nach 2 Minuten an der Brust eingeschlafen ist. Wecken oder kitzeln hat nichts gebracht. Habe dann mit der Flasche und Fertigmilch das Zufüttern angefangen. Bei der U3 hatte er nur 170 gr. mehr als bei seiner Geburt und ich habe einen gehörigen Rüffel vom Kinderarzt bekommen. Habe versucht mit der Flasche so viel Milch wie möglich in ihn reinzubekommen. Nach 60ml war aber meist Schluß und es lief wieder aus ihm raus oder er spukte kurze Zeit später. Das mit dem Gewicht ist jetzt in Ordnung, aber ich will ihn unbedingt stillen. Bei meinem ersten Sohn hat es alles super funktioniert. Ich habe ihn 8 Monate voll gestillt. Können Sie mir helfen?


Biggi Welter

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Liebe Bredli, die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Nun kann ein verhängnisvoller Kreislauf beginnen: da das Kind mit der falschen Technik an der Brust trinkt, wird es an der Brust hektisch, saugt an, lässt wieder los, dreht den Kopf hin und her schluckt viel Luft (die wiederum führt möglicherweise zu Bauchproblemen) und da es die Brust nicht mehr richtig stimuliert kommt es zu einem Rückgang der Milchmenge und damit zu weiterem Zufüttern, wenn dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird. Eine Saugverwirrung ist alles andere als lustig und Stillberaterinnen wissen aus Erfahrung nur zu gut, warum sie künstlichen Saugern wie Schnuller und Flasche kritisch gegenüberstehen, denn beide bescheren uns immer wieder eine Menge „Beschäftigung". Eine Saugverwirrung ist für alle Beteiligten belastend und zerrt an den Nerven. Sie kann aber mit viel Geduld und der richtigen Anleitung überwunden werden. Ein Baby, das mit der Flasche gefüttert wurde, hat einen sofort einsetzenden, gleichmäßigen Milchfluss kennengelernt. An der Brust reagiert es dann frustriert, weil nicht der von ihm erwartete, sofortige und stetige Milchfluss einsetzt. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihre Milch bereits vor dem Anlegen zum Fließen bringen. Versuchen Sie, den Milchspendereflex durch Ausstreichen, Brustmassage und Wärmeanwendung oder eventuell mit einer Pumpe auszulösen ehe Sie Ihren Sohn anlegen. Warten Sie nicht, bis Ihr Sohn sehr hungrig ist. Ein aufgeregtes, hungriges Baby ist nicht unbedingt bereit, etwas Neues (also das korrekte Trinken an der Brust) zu lernen. Wählen Sie eine bequeme Stillhaltung, um möglichst entspannt zu sein und achten Sie auf eine korrekte Anlegetechnik. Eine gute Beschreibung der korrekten Anlegetechnik finden Sie in dem Infoblatt "Anlegen und Stillpositionen", das Sie sich bei La Leche Liga herunterladen können: http://www.lalecheliga.de/download/LLLInfoAnlg&Pos_web_neu.pdf Das Stillen im Rückengriff (auch Unter dem Arm Haltung genannt, in dieser Position ruht der Kopf des Kindes in Ihrer Hand und seine Beine liegen seitlich neben Ihrem Körper und zeigen nach hinten) eignet sich gut, weil Sie in dieser Haltung den Kopf Ihres Sohnes gut kontrollieren können und genau sehen, was er macht. Vermeiden Sie es, Ihren Sohn am Gesicht oder seitlich am Kopf oder mit geringem Fingerdruck am Hinterkopf zu berühren. Derartige Berührungen können dazu führen, dass der Suchreflex beim Baby ausgelöst wird und es seinen Kopf in Richtung der Berührung dreht. Fester, gleichmäßiger Druck auf den Hinterkopf bedeutet normalerweise kein Problem für das Baby. Wenn Sie im Rückengriff stillen, können Sie eine Windel zwischen Ihre Hand und den Kopf Ihres Sohnes legen oder ihn fest in eine Decke einwickeln, deren obere Ecke Sie unter seinen Kopf legen. Stützen Sie den Kopf und den Nacken Ihres Babys in Höhe der Ohren mit Ihrer Hand. Will Ihr Sohn nicht an der Brust bleiben, nachdem er sie zunächst erfasst hat, können Sie während des Stillens etwas zuvor ausgestrichene Milch auf die Stelle tropfen, an der seine Lippen Ihre Brust berühren. Er wird die Milch schlucken und dabei seine Zunge abflachen, so dass er die Brust richtig fassen kann. Um ein Wundwerden (bzw. eine Verschlimmerung des Wundseins) ihrer Brustwarzen zu verhindern, müssen Sie darauf achten, dass Ihr Sohn die Brust richtig erfasst und korrekt saugt. Es wäre günstig, wenn Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden würden, die Ihnen im direkten Gespräch Tipps geben kann und eventuell auch sieht, wie Ihr Sohn an der Brust trinkt. Evtl. wäre auch das Brusternährungsset eine Lösung für Euch, das kann die Kollegin vor Ort besser beurteilen. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC) LLLiebe Grüße Biggi Welter


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