Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ausstreichen

Frage: Ausstreichen

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Hallo liebes Beraterteam, mich würde interessieren, ob das Ausstreichen der Muttermilch mit der Hand die Milchbildung anregt? Ich habe von Haus aus sehr viel Milch, glaube ich zumindest, und will nicht riskieren, dass noch mehr über Bedarf produziert wird. Abpumpen traue ich mich deswegen schon nicht, obwohl ich gerne etwas flexibler wäre. Hatte bisher, meine Kleine ist jetzt 7 Wochen alt, keine Probleme beim Stillen, mit Milchstau oder Entzündungen. Will natürlich, dass das auch künftig so bleibt. Dann würde mich eine weitere Sache interessieren. Wie gesagt, ich wäre gerne etwas flexibler, nicht mehr stillen kommt für mich aber nicht in Frage. War bisher bei keiner Stillberatung, aber es heisst doch, dass sich die Milchmenge der Nachfrage anpasst. Wäre es also möglich, generell, d. h. jeden Tag z. B. 2 Stillmahlzeiten, jeweils immer zur gleichen Zeit durch Fläschchen zu ersetzen? Würde sich die Milchproduktion dem anpassen? Für eure Antwort im Voraus schon besten Dank und liebe Grüße.


Biggi Welter

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Liebe kerstin158, Sie können ein wenig unterstützend eingreifen, indem Sie die Brust immer dann, wenn sie unangenehm voll wird, gerade so weit ausstreichen oder auch abpumpen, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Aber nicht mehr Milch entleeren als unbedingt notwendig, da sonst die Milchbildung weiter angeregt wird. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Es lässt sich durchaus beides verbinden, "Zwiemilchernährung" nennt sich das dann. Dabei stillt die Mutter immer dann, wenn es ihr möglich ist, und während ihrer Abwesenheit oder wenn sie eben weniger stillen möchte, erhält das Kind künstliche Milch (z.B. Pre, die der Muttermilch noch am nähesten kommt). Es gibt dabei zwei Möglichkeiten: Das Kind bekommt die Muttermilchersatz- nahrung NICHT aus einer Flasche sondern z.B. aus einem Becherchen. Hat den Vorteil, dass das Kind keine Saugverwirrung entwickeln kann. Hat den Nachteil, dass man das erst üben muss und leicht auch mal etwas daneben geht, wenn das Baby recht unruhig ist. Andererseits kann das Baby eine Flasche bekommen, und man achtet darauf, dass das Trinken aus der Flasche etwas erschwert wird. Man wählt einen Schnuller mit dem kleinstmöglichen Loch, er sollte eine breite "Basis" haben und so tief in Babys Mund eingeführt werden, dass es nicht auf dem "Nippel" des Saugers saugt, sondern wie an der Brust mit aufgeschürzten Lippen an der Basis des Saugers "angedockt" ist. Die Flasche wird möglichst waagerecht gehalten, gerade so schräg, dass Milch den Sauger füllt. Wenn das Baby beim Füttern möglichst im 45 Grad Winkel gehalten wird, dann kann die Schwerkraft nicht dazu beitragen, dass die Milch schnell aus der Flasche fließt. Das Baby muss sich dann auch etwas anstrengen und aktiv saugen, damit die Milch fließt - wie eben an der Brust. Auch eine Flaschenmahlzeit sollte gut 20 Minuten dauern! Auf diese Weise mit der Flasche gefütterte Säuglinge entwickeln viel seltener eine Saugverwirrung und akzeptieren die Brust weiterhin. Wenn Sie den Eindruck haben, dass das Kind nicht gut zurecht kommt mit der Flaschenmilch, können Sie die Milchproduktion durch vermehrtes Stillen auch wieder steigern. Die Brust ist ein eher träges Organ, das sich nur langsam auf Veränderungen einstellen mag, aber es ist tatsächlich möglich, dass sie sich auf unterschiedlich lange Stillintervalle einstellt. LLLiebe Grüße, Biggi


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