Heidi E.
Liebe Stillberaterinnen! Erstmals danke für euer offenes Ohr! Mein Sohn ist 22 Mo alt und ein extrem aktives Kind. Er ist ein Sonnenschein aber auch sehr fordernd und ich gebe zu, dass er mich beinahe täglich an meine Grenzen bringt. Er gönnt mir, bis auf seinen Mittagsschlaf, den er an seinem geliebten Busi verbringt, keine Pausen und ich kann ihn wirklich keine Minute aus den Augen lassen, weil er die wildesten Ideen hat und sich ständig in Gefahr bringt oder das Inventar zerstöret. Er hat auch kaum Zeit zum Essen und isst seit einigen Mo zeitweise kaum (Backenzähne). Ich gehe mit ihm schlafen und muss bei ihm bleiben, sonst wacht er sofort auf. Nachts schläft er sehr unruhig und trinkt in guten Nächten 3 bis 5 mal doch das ist selten. Meistens habe ich das Gefühl, kaum zu schlafen, weil er mehrmals Stündlich kommt und ab ca 3 Uhr nur noch auf mir schläft und zw li und re Brust wechselt. Nun habe ich seit geraumer Zeit Verdauungsbeschwerden und fühle mich oft krank, was ich sicherheitshalber abklären ließ (alles oB). Nun hat mir mein Hausarzt dazu geraten endlich abzustillen und meinen Sohn aus dem Familienbett auszuquartieren, denn das Stillen sei schuld an den unruhigen Nächten und diese wiederum an meinen Beschwerden, was ich ja selbst schon vermutet habe. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass sich unser Lauser nachts nicht nur die zus Kalorien, sondern auch die Nähe holt, für die er am Tag keine Zeit hat und mit seinem Busi kann ich ihn wenigstens schnell wieder beruhigen. Was mir aber zu denken gibt, ist die Aussage, dass das Stillen schuld daran ist, dass er nicht am Tisch sitzen will und oft wenig isst! Ich möchte nur das Beste für mein Kind und ich verweigere ihm vor dem Essen auch immer die Brust, aber er fordert und fleht oft noch während den Mahlzeiten nach ihr....Mitte Okt haben wir die nächste Mukilpass Unters. und ich werde das Essverhalten ansprechen und ggf Eisen und Zink ko lassen. Mein Sohn ist aber mit seinen knapp 12,5 kg nicht Untergewichtig und wie gesagt seeeehr fit. Was meint Ihr? Sollte ich das Stillen wirklich reduzieren und nicht meinen Sohn entscheiden lassen? Oder sogar abstillen? Vielen Dank für Eure Zeit! LG Heidi
Liebe Heidi, natürlich muss Dein Baby irgendwann lernen, dass auch DU Bedürfnisse hast! Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Dein Kind kann jetzt langsam lernen, dass auch Du Bedürfnisse hast. Wie so oft im Leben mit den Kleinen geht es hier nicht so sehr um das, was Dein Kind macht, als um das, was du mit Dir selbst machst. Uns Müttern fällt es oft schwer, auch für uns selbst da zu sein. Wie sehr achten, lieben und respektieren wir uns selbst? Wo sagen wir "STOP, du überschreitest eine Grenze und das lasse ich nicht zu!" Gerade wenn wir selbst (und das betrifft ja die meisten unserer Generation) nicht unbedingt mit liebevollen, einfühlsamen Eltern gesegnet waren machen wir oft den Fehler, davor zurückzuscheuen, unseren Kindern ein klares NEIN vorzugeben. Wir möchten sie ja nicht unglücklich machen! Nur machen wir sie auch nicht glücklich damit, dass wir sie alles machen lassen, alles ertragen und erdulden - oder dadurch, dass wir bestimmte Situationen vermeiden, denn damit präsentieren wir ganz klar das Bild einer schwachen, hilflosen Mutter. Und das wiederum verunsichert unsere Kinder und gibt ihnen eine Macht, die sie nicht brauchen, nicht wollen und nicht haben sollten. Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, solltest Du Dich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich weiß nicht, ob es bei Dir in der Umgebung zum Beispiel eine Erziehungsberatungsstelle gibt. Das Wort "Erziehungsberatungsstelle" klingt für Dich jetzt möglicherweise erschreckend, muss es aber nicht. Dort arbeiten Fachleute der unterschiedlichsten Disziplinen, die mit dir zusammen nach einem Weg suchen können, wie Du ganz individuell auf Dein Kind eingehen kannst und wie ihr euer Zusammenleben möglichst gut gestalten könnt. Herzlichen Gruß Biggi
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