Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, wegen der Antwort zu meiner Anfrage weiter unten: `"Abstillen-es tut so weh": Ich bin sehr verärgert muss ich sagen und wütend, und zwar wütend auf den ganzen Haufen von Fehlinformationen und Pseudowissenschaftlicher Erkenntnisse, die ich in den letzten 3 Monaten übers Stillen sammeln 'durfte'. Wieso sagt eigentlich jede 'fachkundige Person' etwas anderes? Ich habe mehrere male 'Fachkundigen Rat' eingeholt: als erstes hat die Hebamme gesagt, es wäre völlig in Ordnung wenn ich immer nur an einer Seite pro Mahlzeit anlege. Ich habe extra gefragt, weil mir das seltsam vorkam. Einen Monat später habe ich 2x mit einer Stillberaterin hier in München gesprochen, die mir das gleiche sagte: nur eine Seite anlegen - das sollte ich beibehalten, das wäre besser, bei zuviel Milch. Ich habe extra gefragt, weil ich SEHR zweifelte ob das mit der einen Seite so o.k. ist! Also hab ich weiterhin eine Seite angelegt. Trotzdem hatte ich weiterhin dauernd Milchstaus in einer von den beiden Brüsten. Dass ich dann nur ganz schwer abstillen kann, hat mir niemand gesagt. Überhaupt erfährt man ja übers Abstillen allerorten leider nur herzlich wenig. Wieso werden unerfahrene Frauen derart massiv zum Stillen hingedrängt von Hebammen, Stillberatern, Geburtsvorbereitern, Schwestern etc. wenn das Stillen in Wirklichkeit bei –nicht gerade wenigen- Frauen zu mehr oder weniger massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann? Wo es doch angeblich so einfach sein soll mit ein wenig Übung? Soviele Anfragen, wie es allein in diesem Forum gibt, muss das Stillen wohl doch ein wenig problematisch zumindest problembehaftet sein. Wenn ich diesem Irrglauben: Stillen ist das beste fürs Kind (denn das stimmt wohl kaum, wenns Mami schlecht geht und sie viele Probleme damit hat) nicht gefolgt wäre, dann hätte ich tatsächlich mit meinem Kind eine sehr glückliche Zeit gehabt. Was würde man wohl selbst vorziehen: eine gesundheitlich absolut optimal gemischte Mahlzeit zu bekommen von einer Person, die sichtlich damit gestresst ist und die Nahrung so präsentiert wird, dass man viel zuviel auf einmal in den Mund bekommt und schreien und speien muss? Oder nicht so optimale aber trotzdem sättigende Nahrung problemlos zu essen und von einer Person, die ganz viel Seelenwärme geben kann? Es gibt sehr viele Frauen, für die Stillen absolut ungeeignet ist und die es zum Seelenwohl ihres Kindes besser nicht tun sollten. Aber diesen Ratschlag hört man leider selten. Viele Grüße Simone
? Liebe Simone, ich kann Ihren Frust und auch Ihre Wut verstehen und ich gebe Ihnen Recht: Es ist nicht selten eine Katastrophe welche widersprüchlichen und zum Teil auf falschen Informationen und Ratschläge stillende Frauen bekommen, auch von medizinischem Personal. Dennoch muss ich Ihnen widersprechen, wenn Sie sagen: „Es gibt sehr viele Frauen, für die Stillen absolut ungeeignet ist und die es zum Seelenwohl ihres Kindes besser nicht tun sollten. Aber diesen Ratschlag hört man leider selten." Denn das kann so nicht stehen bleiben. Es ist nicht so, dass viele Frauen für das Stillen ungeeignet sind (ganz im Gegenteil), sondern dass es extrem wichtig wäre, dass endlich einmal das Wissen um das Stillen und die Stillberatung so anerkannt werden, dass ich als Stillberaterin nicht von vielen Seiten belächelt werde. Solange „Stillberaterin" kein geschützter Begriff ist und solange in den Lehrplänen des medizinischen Personals dem Stillen nicht ein höherer Stellenwert beigemessen wird, solange die Informationen, die das medizinische Personal während der Ausbildung erhält, weiterhin so spärlich und zu weiten Teilen auch falsch ist und die Weiterbildungen nach der Ausbildung überwiegend aus den Hochglanzbroschüren der Industrie stammen, solange werden immer wieder Frauen falsch informiert und beraten werden und dann für sich das Fazit ziehen „Stillen ist schwierig, mit Schmerzen verbunden und nur etwas für eine kleine Zahl von Frauen". Auch gibt das Stillberatungsforum keinen repräsentativen Querschnitt aller stillenden Mütter an. wenn Sie in diesem Forum lesen, dann hat etwa die Hälfte der Frauen mit massiven Stillproblemen wie wunden Brustwarzen, Brustentzündungen usw. zu kämpfen. Daraus ließe sich folgern, dass die Hälfte aller stillenden Frauen solche Probleme hat, doch dies ist in der Realität natürlich nicht so. Aber die Frauen, die keine Probleme haben, die schreiben nicht „Hallo Biggi, ich wollte nur mal kurz Bescheid sagen, bei uns läuft alles prima", von denen hört und sieht man kaum etwas hier im Forum (außer vielleicht beim nächsten Kind, wenn dann wirklich alles so viel besser läuft und die Frau mich an ihrer Freude teilhaben lässt). Statistisch gesehen führt das Stillen nicht zu gravierenden Beeinträchtigungen der Gesundheit der Mutter, sondern im Gegenteil: Mutter und Kind profitieren davon gesundheitlich. Ich kann Ihnen nur wünschen, dass Sie baldmöglichst eine gute und kompetente Beratung vor Ort erhalten und hoffen, dass Sie gerade wegen Ihrer negativen Erfahrungen uns Stillberaterinnen und allen Frauen helfen, dass sich endlich etwas an den Rahmenbedingungen für die Stillberatung verändert und dass Frauen erfahren, wo sie kompetente Hilfe erfahren können, wenn Sie ein Stillproblem haben oder sich auf das Stillen vorbereiten wollen. Wenn Frauen wie Sie, Ihre negativen Erfahrungen durch mangelhafte Beratung an den richtigen Stellen kund tun, dann bewegt sich vielleicht etwas. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Hallo Simone! Ich kann gut verstehen, daß Du sauer bist, weil Du mit den gegebenen Ratschlägen so schlecht gefahren bist. Leider kann sich jeder als Stillexperte bezeichen. Aber auch wenn es dafür eine festgelegte Ausbildung gäbe, wäre man vor ungeeigneten Ratschlägen nicht sicher: Auch in meinem Fachgebiet passiert es mir immer wieder, daß Leute, die es eigentlich besser wissen sollten, puren Blödsinn erzählen. Und Du wirst weiter damit leben müssen, daß es zu einem Thema, z.B. Impfen, sehr unterschiedliche Meinungen gibt un dDu Dir das heraussuchen mu0ßt, was zu Dir und Deinem Kind paßt. Es gibt eben auch beim Stillen keine allgemeingültigen Lösungen: Sehr viele Frauen mit zu viel Milch kommen gut damit zurecht, bei jedem Anlegen nur eine Seite anzubieten. Bei Dir hat das aber offensichtlich nicht geklappt. Deshalb verweist Biggi so oft auf das persönliche Gespräch mit einer Stillberaterein vor Ort, damit dabei nach einer zu der jeweiligen Mutter und ihrem Kind passenden Lösung gesucht werden kann. Schade, daß das in Deinem Fall anscheinend auch nicht geklappt hat. Es kann aber auch sein, daß selbst eine erfahrene Stillberaterin für ein Stillproblem keine geeignete Lösung finden kann, weil z.B. medizinische oder psychische Probleme dahinterstehen, die in einem Gespräch nicht so einfach gelöst werden können. Stillen ist ein sehr komplzierter Vorgang, in den ganz viele akten hineinspielen können, so daß es eine Detektivaufgabe sein kann, die Ursache für eine Problem zu finden. Deshalb ist Stillen auch nicht immer eine ganz von selber funktionierende Sache. Gäbe es bei uns eine überlieferte und funktionierende Stillkultur, so hätte jede junge Mutter erfahrene Frauen als Ansprehpartnerinnen, die viele kleine Problemchen beheben helfen, ehe sie sich zu massiven Stillproblemen auswachsen. Schau Dir doch mal die Fragen an, die hier gestellt werden: Meistens entstehen sie aus der Unsicherheit, daß sich das eigene Kind nicht so verhält wie das "Muster-Vorzeige-Baby". Kommen dann auch noch Ratschläge von Leuten ohne breite Stillerfahrung dazu, gibt es schnell richtige Stillprobleme. Wahrscheinlich hättest Du auch dann Probleme beim Abstillen, wenn Du immer an beiden Seiten angelegt hättest. Aber das hilft Dir jetzt auch nicht weiter. Es ist auch jetzt nochniht zu spät, Dein Stillmanagement so zu ändern, daß Du besser damit zurecht kommst. Wenn Du willst, kannst Du mich anrufen, vielleit fällt mir dazu noch etwas ein. Mail mich an (Martina.Albach@koeln.de), dann schicke ich Dir meine Tel. Nr. . Falls Du Dich nicht melden willst, würde ich Dich bitten, Deine Schilddrüsenwerte vom Arzt überprüfen zu lassen: Dein Problem könnte (muß aber nicht) auf eine Schilddrüsenfehlfunktion hinweisen, die sich ansonsten nicht bemerkbar macht. aber gravierende Gesundheitsprobleme zur Folge haben könnte. Alles Gute Martina A.
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