Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mercedesc85

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Hallo, ich habe eine inzwischen Einjährige Tochter die ich noch abends, nachts und morgens Stille. Gerne würde ich so langsam abstillen doch weiß ich nicht wie ich das bewerkstelligen soll. Meine Tochter trinkt keine Premilch, dass habe ich bereits probiert. Das stillen ist ebenfalls noch Einschlafhilfe. Inzwischen habe ich Angst dass meine Tochter zu viel Milch bekommt da sie abends einen Milchbrei mit 200 ml Milch isst und sie dann noch gestillt wird. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe im Voraus. Viele Grüße C.


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Liebe C., zunächst einmal darf ich dich beruhigen: Die Muttermilch kann nicht zuviel für sie sein :-) Wenn sie keine Pre-Milch möchte, dann ist sie mit 1 schon soweit, dass du ihr Vollmilch anbieten kannst. Um sie abzustillen brauchst du vor allem einen Plan: Wie soll es aussehen? Gleich alles auf einmal streichen ist für ein Baby sehr hart und kann auch "Nebenwirkungen" bei der Mama haben (aufgrund einer abrupten Veränderung im Hormonhaushalt, wegen Milchstau u.ä.). Meist funktioniert es besser, wenn man eine stillfreie Zeit einführt und die dann allmählich ausdehnt. DIe Frage ist auch, ob du unter Zeitdruck stehst. Je allmählicher das Abstillen erfolgen kann, desto besser wäre es. Und wenn du deine Maus ohne Einschlafstillen zu Bett bringen möchtest, brauchst du eine gute Alternative, denn das Einschlafstillen ist das von der Natur erdachte einfachste Mittel, einen Säugling beim Abschalten und Loslassen zu helfen. Gute Tipps findest du in den Büchern von Elizabeth Pantley. Sie hat auch diese Methode entwickelt, mit der eine stillfreie Zeit in der Nacht eingeführt werden kann: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Wenn sie jedoch geklappt hat, könnt ihr nach einer Weile (z.B. 1 Woche) beginnen, auch tagsüber stillfreie Zeiten einzuführen. Die Pausen werden immer größer, und so gestaltet sich das Abstillen sehr sanft und allmählich, so dass Baby und Mama sich gut darauf einstellen können, körperlich und mental. Lieben Gruß, Kristina


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