JEW
Hallo, meine Tochter ist 26 Monate und wird noch in den Schlaf gestillt sowie nachts. Eigtl habe ich das stillen nur beibehalten, weil sie extrem zahnt und das die einzige Beruhigung war. Aber ich mag nicht mehr und kann nicht mehr so weitermachen. Es macht mich richtig aggressiv. Wie kann ich in dem Alter am besten anstillen? Das nicht mehr anbieten hab ich probiert aber funktioniert irgendwie nicht. Was kann ich tun ? Schnuller etc hat sie nie genommen Danke und lg
Kristina Wrede
LIebe JEW, geht es dir ums komplette Abstillen, oder wäre schon eine Stillpause in der Nacht für dich eine deutliche Verbesserung eurer Situation? Von heute auf morgen komplett abzustillen ist schwierig, daher empfehlen wir, es schrittweise anzugehen. Etwa die Nächte weitgehend stillfrei zu bekommen in diesem Alter. Denn wenn Mama wenigtens wieder ordentlich schlafen kann in der Nacht, ist das Stillen tagsüber ok. Beziehungsweise kann auch tagsüber allmählich abgestillt werden. Ich denke, auch in deinem Fall könnte die Idee einer stillfreien Zeit in der Nacht sinnvoll sein. (Dazu kann ich dir die Bücher "Schlafen statt Schreien" und auch "Ab ins Bett" von Elizabeth Pantley empfehlen. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht.) Hier fasse ich dir kurz zusammen, wie es geht: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird (sie verstehen es auch dann, wenn wir denken, sie seien noch viel zu klein um zu begreifen, was los ist!), und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du die stillfreie Zeit nicht zu lang ausdehnen solltest pro Nacht, oder vielleicht doch noch ein bisschen warten und durchhalten solltest. Ich hoffe, das hilft! Lieben Gruß, Kristina
Kristina Wrede
Liebe JEW, hier noch ein paar Alternativen, um dein Kind tagsüber abzustillen: Eine Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst deinen Sohn eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Beim Einschlafstillen kann es so laufen, dass du ein bestimmtes Lied dazu singst, das ganz viele Strophen hat (ich habe damals "Der Mond ist aufgegangen" benutzt). Dann lässt du alle paar Tage eine Strophe weg zwischendrin und verkürzt so allmählich die Trinkzeit auf erste und letzte Strophe. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. Lieben Gruß, Kristina
zweizwerge
Hallo, Deine Kleine ist ja schon recht groß. Vielleicht kannst Du, wenn Du tagsüber abstillen willst, mit ihr besprechen, dass sie jetzt schon ganz groß ist, aber noch stillen möchte. Aber der Zeitpunkt XA (z.B. Weihnachten/neues Jahr/Geburtstag/Ostern) ist ja noch ganz weit weg und dann ist sie schon sooo groß, dass sie dann nicht mehr zu stillen braucht. Wenn Du Glück hast, ist sie damit einverstanden - und zumindest kann sie (undDu) sich schonmal drauf einstellen. Hat, mit ein paarmal vorher erinnern an den nahenden Termin, bei mir recht gut geklappt. Viel Glück!
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