Kerstin2
Hallo. Mein Sohn ist 14 Monate alt und isst schon alles mit. Ich stille ihn noch. Aber ich möchte schon lange komplet abstillen. Mein Sohn trinkt zum Mittagsschlaf noch aber das nicht mehr regelmäßig. Manchmal bringt ihn auch sein Papa ins Bett. Auch zum Schlafen gehn am Abend muss er nicht unbedingt die Brust haben. ABER er schläft noch nicht durch uns wird zw 2-3 mal in der Nacht wach. Er wacht nicht wirklich auf sonder sucht und "weint" eher im Schlaf. Dann trinkt er - mal mehr mal weniger und schläft ruhig weiter. Wenn ich nicht "zur Verfügung" stehe bzw zb sein Papa oder auch ich ihn sanft streicheln und beruhigen wollen, geht nichts mehr. Dann wacht er ganz auf und weint und brüllt. Ich wüsste nicht wie außer mit der Brust ich ihn beruhigen soll. Schnuller oder die Falsche nimmt er nicht an - noch nie. Singen, Lesen oÄ funtioniert alles nicht. Er ist auch schon so groß, dass er einfach an meinem Shirt zieht und "Busi" sagen kann. Mir bricht das Herz aber er ist schon so von mir abhängig, auch unter Tags. Er mag zu niemand anderen, will nur zu mir und von mir getragen werden usw. Ich denke, er sollte ein wenig Unabhängikeit bekommen....und ich auch wieder. Hätten sie evtl. einen Tip? Ich möchte es ihm nicht schmerzhaft verweigern von einem Tag zum Anderen aber das abstillen in der Nacht wir nicht anders gehen oder? Herzlichen Dank für ihre Hilfe i V. Kerstin
Liebe Kerstin, jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Sie nun abstillen wollen, dann sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeigen Sie ihm, dass Sie es selbstverständlich noch genau so lieb haben wie schon immer. Sie entziehen ihm die Brust aber nicht Sie selbst und Ihre Liebe. Dazu können Sie die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt Ihnen, Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedes Mal Ihrem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Sie können Ihr Kind ja zuerst (kurz) stillen und dann Ihrem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie nicht gleich die Geduld verlieren, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probieren Sie es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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